Alcatel Onetouch Fire E: Smartphone mit Firefox OS für Einsteiger

Das Mozilla-Betriebssystem verspricht eine veritable Alternative zu den gängigen Branchengrößen und hält sich schon beim ersten Anschalten mit seinem Datenhunger zurück. Fehlende Funktionen und eine schwache Hardware vermiesen jedoch den ersten Auftritt.

Kompakte Smartphones fristen aktuell schon fast ein Nischendasein; scheinbar baut jeder nur noch Phablets. Die überschaubare Auswahl reduziert sich noch einmal, wenn das auf dem betreffenden Smartphone installierte Betriebssystem nicht von Apple oder Google stammen soll.

Die Alternativen erschöpfen sich mit Windows Phone, dem mittlerweile noch weniger populären Blackberry-Betriebssystem - und dem von Mozilla stammenden Firefox OS, das derzeit allerdings nur auf vergleichsweise schlichten Smartphones installiert wird. Dies gilt auch für das heute von uns getestete One Touch Fire E von Alcatel.

Kompaktes Smartphone mit einfacher Hardware

Das Fire E gehört nicht zu den Boliden unter den Smartphones. Der Hersteller setzt auf ein 4,5 Zoll großes Display, womit das One Touch Fire E eher zu den kleineren Vertretern unter den Smartphones. Hinter dem Display werkelt mit dem Snapdragon 200 ein vergleichsweise einfacher Dual-Core-Prozessor von Qualcomm, dem gerade mal 512 Megabyte Arbeitsspeicher und nicht gerade üppige vier Gigabyte Festspeicher zur Seite stehen.

Dazu kommt noch eine 5-MP-Kamera auf der Rückseite und eine 0,3-MP-Kamera an der Front, die für Video-Chats vielleicht gerade so ausreicht. Auch bei den Datenverbindungen muss man verzichten, denn mit LTE kann das Smartphone nicht umgehen.

Firefox OS 1.3: Betriebssystem mit Seltenheitswert

Die eigentliche Besonderheit am Fire E ist sein Betriebssystem. Anders als bei der Vielzahl von Konkurrenten kommt Firefox OS in der Version 1.3 zum Einsatz, das für viele Nutzer eine neue Erfahrung darstellen dürfte - denn allzu groß ist das Angebot an Smartphones, die auf die Mozilla-Plattform zurückgreifen, bisher nicht. Schon gar nicht hierzulande. Dennoch müssen sowohl Ein- als auch Umsteiger keine intellektuelle Überforderung befürchten.

Das Betriebssystem ist vergleichsweise schlicht und geht - anders als etwa Android - nicht sonderlich in die Tiefe. Der Sperrbildschirm wird wie bei iOS durch eine seitliche Wischbewegung deaktiviert; dabei wird entweder die Kamera-App oder der Startbildschirm aufgerufen. Ähnlich zum Apple-Betriebssystem ist auch, dass die Icons von Apps und Diensten auf dem Home-Screen abgelegt werden. Im Unterschied zu iOS sind die einzelnen Symbole aber rund. Auch die Home-Taste unter dem Display erinnert funktional an die Bedienung von iOS. 

Um eine größere Übersichtlichkeit zu erhalten, kann man die einzelnen Anwendungen in eigenen Ordnern einsortieren. Die (spartanisch gehaltenen) Menüs sind leicht verständlich, teilweise jedoch etwas funktionsarm. So muss etwa die Möglichkeit, auf den Speicher des Smartphones von einem Rechner aus zuzugreifen, erst im Hauptmenu freigegeben werden und ist dann automatisch aktiviert, sobald das Fire E an einen Rechner angeschlossen wird.

Problematisch ist bei einer Software-Umgebung mit derart niedriger Verbreitung, dass die Anzahl der zur Verfügung stehende Apps nicht sonderlich hoch ist. Immerhin: Die nötigsten Dienste werden vorab installiert; wie üblich gibt es einen Taschenrechner, einen Kalender usw. Die Navigation wird mit der Lösung Here von den Nokia-Entwicklern realisiert. Selbst eine Wetter-App fehlt nicht und auch Facebook- sowie Twitter-Nutzer werden bedient.

Wer in starkem Maße auf die Dienste andere Betriebssysteme angewiesen ist, schaut aber schnell in die Röhre. Google bietet Google Search und Youtube als direkte Anwendungen an, andere Dienste - selbst Gmail - fehlen. Auch der populäre Kommunikationsdienst Whatsapp ist derzeit noch außen vor.

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3 Kommentare
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  • fokka
    danke für den ersten test! schade allerdings, dass das ergebnis doch noch derart ernüchternd ist, denn ein bisschen frische konkurrenz wäre für den markt schon recht erfreulich.

    bei der hardware kann natürlich nix besonders interessantes rauskommen, zumindest innereien auf moto g level würde ich schon voraussetzen, aber ich bin wohl einfach nicht die zielgruppe.
    aber wer weiß, wenn die software noch nicht so weit ist, vielleicht wäre bessere hardware im moment eh noch verschwendung.
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