[IFA] Alcatel zeigt eigenständige VR-Brille Vision & 360°-Kamera

Alcatel versucht nicht nur mit höherwertigeren Smartphones in Europa aus seiner Nische herauszutreten, sondern zeigt sich auf der diesjährigen IFA auch aktuellen Trends aufgeschlossen.

Mit der VR-Brille Vision versucht der Hersteller eigene Wege zu gehen. Denn es handelt sich nicht um eine aufgebohrte Version von Googles Cardboard (also ein Brillengestell mit Linsensystem, das als Träger für das Smartphone genutzt wird), sondern um eine eigenständige Lösung.

Alcatel Vision

Die VR-Brille soll sich durch einen hohen Tragekomfort auszeichnen - und das nicht nur, weil auf die Kabel verzichtet werden kann. Vielmehr versucht der Hersteller, den Großteil der zum Einsatz kommenden Technik in der Halterung am Hinterkopf zu integrieren, um das Gewicht vor den Augen des Nutzers in Grenzen zu halten. Beim Tragen wirkt die Brille dadurch wesentlich ausgewogener und angenehm im Gleichgewicht.

Im Inneren der Brille setzt der Hersteller auf zwei 3,8 Zoll große AMOLED-Bildschirme, die mit 1200 x 1080 Pixeln auflösen. Der Blickwinkel wird mit 120° angegeben, die Latenz soll 17 Millisekunden betragen.

Die Bildqualität des auf dem IFA-Messestand ausgestellten Exemplars hielt sich jedoch in Grenzen. Es bleibt zu hoffen, dass es sich hier noch um ein Vorserienmodell handelte, denn eigentlich ist sowohl der Gedanke einer völlig eigenständigen VR-Brille als auch die weitere Hardware vielversprechend. Allerdings hat Alcatel die Vision nach eigenr Aussage in erster Linie für das Betrachten von Bildern und Videos entwickelt; das Gaming kommt erst an zweiter Stelle.

Das Rechenwerk sollte aber auch mit etwas anspruchsvolleren Spielen aus dem Android-Store keine großen Schwierigkeiten haben. Verbaut wird ein ARM-Prozessor mit vier 2,0 GHz und vier 1,5 GHz schnellen CPU-Kernen. Dazu kommen drei Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 Gigabyte Datenspeicher; auf letzterem liegt eine Android-6.0-Installation.

Ein Akku mit einer Kapazität von 3000 mAh soll für ordentliche Laufzeiten beim Anschauen von Videos oder beim Daddeln sorgen. Beschleunigungsmesser, Annäherungssensor, E-Compass und Gyrosensor sorgen für eine Umsetzung der Nutzer-Interaktion im virtuellen Raum. Verbindungen ins Netzwerk werden mit Hilfe eines ac-WLAN-Moduls bewerkstelligt; Bluetooth 4.0 und ein micro-USB-Port sind ebenfalls an Board.

Die Alcatel Vision soll Anfang 2017 auf den Markt kommen und für 500 Euro zu haben sein.

Alcatel 360 Kamera

Die zum chinesischen Elektronikkonzern TCL gehörende Marke sieht den Nutzer in der Virtuellen Realität jedoch nicht ausschließlich als Konsument von Inhalten. Stattdessen soll der Anwender auch selbstständig tätig werden und eigene Fotos und Videos auf der Brille betrachten können.

Dazu nimmt der Hersteller eine kompakte Kamera ins Programm, die mit Hilfe eines micro-USB-Ports an ein Smartphone angeschlossen wird. Anfänglich kann sie jedoch nur mit den Idol- und Pop-Smartphones des Herstellers genutzt werden. Die Öffnung für die Geräte andere Hersteller ist jedoch genauso angedacht wie eine Umstellung auf den USB-Typ-C-Standard.

Die technische Ausführung ist vergleichsweise einfach. Alcatel setzt auf zwei Fischaugenlinsen, die jeweils einen Blickwinkel von 210° haben und mit 2K-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) auflösen sollen. Dies spiegelt sich im Preis wieder: Mit 99 Euro wird die Kamera ein vergleichsweise günstiger Smartphone-Zusatz, um auf der heimischen Couch vollständig umschlossen in Urlaubserinnerungen schwelgen zu können.

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