Alienware X51 R3: Gaming-Zwerg mit wassergekühltem Prozessor

Alienware kombiniert im X51 R3 dank eines ungewöhnlichen Innenaufbaus Gaming-Komponenten in einem nur 34,3 x 31,8 x 9,5 cm großen Gehäuse-Winzling. Für die Prozessorkühlung sorgt optional eine eigens entwickelte Wasserkühlung.

Je stärker die auf kleinstem Raum untergebrachte Hardware ausfallen soll, desto mehr Gedanken muss sich der Hersteller um die optimale Kühlung machen. Diesen Grundsatz beherrschen längst nicht alle PC-Selbstbauer und nicht einmal alle gewerblichen Systembauer.

Oftmals wird nicht bedacht, welche Langzeitfolgen ein zu geringer Airflow in kritischen Systembereichen haben kann: Zugunsten der Systemlautstärke wird die Belüftung brutal heruntergeregelt und unter ungünstigen Vorzeichen laufen in der Folge die Komponenten zu heiß, denn nicht jeder Anwender reinigt seinen PC monatlich.

Solche Fehler wollen und können sich Hersteller von Komplettsystemen nicht erlauben und somit präsentiert uns Alienware mit dem X51 R3 ein höchst ungewöhnliches Mini-System für Gamer, bei dem es gerade im Inneren sehr viele bemerkenswerte Detaillösungen gerade im Bereich der Komponentenkühlung zu entdecken gibt - und damit meinen wir nicht nur die eigens entwickelte optionale Wasserkühlung, die selbst einen übertakteten Intel Core i7 der aktuellen Generation problemlos auf Temperatur halten können soll.

Gerade auf diese Feinheiten wollen wir im Folgenden einen besonders intensiven Blick werfen. Denn mit gerade einmal 34,3 x 31,8 x 9,5 cm (H x T x B) fällt Alienwares kleines Schwarzes für ein starkes Gaming-System ausgesprochen schlank aus – vor allem, wenn man bedenkt, dass hier auf eine normale PCIe-Grafikkarte für einen entsprechenden Slot auf dem Mainboard gesetzt wird und eben nicht nur auf eine auf der Hauptplatine verlötete GPU, wie sie ansonsten in Notebooks und Mini-Desktop-Systemen Standard ist.

Unser Testexemplar integriert einen Core i7-6700, acht Gigabyte DDR4-RAM und eine Nvidia GeForce GTX 960 mit zwei Gigabyte GDDR5. Das Alienware X51 R3 lässt sich aber auch in vielen anderen Komponentenkonstellationen konfigurieren.

Die Grundpreise liegen je nach Gesamtpaket und ohne Sonderrabatte zwischen 849 und 1629 Euro. In der uns vorliegenden Version kommen wir auf 1437 Euro. In dieser Form eignet sich das System insbesondere für die Darstellung aktueller Spiele in Full-HD-Auflösung und mit hohen Qualitätseinstellungen.

Wie üblich setzt Alienware auf eine ungewöhnliche Gehäusegestaltung mit hohem Wiedererkennungswert für die Marke: Der bekannte und im Betrieb beleuchtete Alien-Kopf an der Front verrät die Herkunft. Zusätzliche Beleuchtung gibt es im Betrieb aber auch an beiden Seitenteilen. Über die vorinstallierte Software lässt sich sogar die Beleuchtungsfarbe anpassen.

Ansonsten bietet das Gehäuse eine schicke Form mit Stealth-Anleihen, eine glänzende Frontblende und zwei kleine, gummierte Standfüße, die es bei vertikaler Nutzung vor dem Verrutschen schützen. Anschlussseitig gibt es an der Front das Übliche: Zwei USB-2.0.Ports und HD-Audio-Anschlüsse (Mikrofon, Kopfhörer).

Verpackung und Lieferumfang

Das X51 R3 wird in schwarzer Kartonage ausgeliefert, in deren Innerem das Gehäuse selbst von Formteilen aus Kunststoff gehalten wird. Angesichts der geringen Systemgröße und des Gewichts von nur rund 5,5 Kilogramm eine gute Entscheidung: Die Halterungen sind haltbarer als geschäumter PET-Kunststoff und weniger krümelig als Styropor.

In den zwei zusätzlichen Kartons im Inneren versteckt sich ein Satz Standard-Eingabegeräte von Alienware, der grundsätzlicher Bestandteil des Lieferumfangs ist: Eine flache Alienware-Multimedia-Tastatur und die optische Alienware Standard-Maus. 

Das ist natürlich keine Konkurrenz für besonders teure und hochwertige Gaming-Eingabewerkzeuge, aber zum einen benötigt diese speziellen und oft sehr teuren Peripheriegeräte nunmal nicht jeder Spieler und zum anderen sind die vorhandenen Modelle als Einstiegslösung eine nette Entscheidung, um das gebotene Gesamtpaket abzurunden und mit dem PC direkt loslegen zu können. Vielseitigere und kostspieligere Eingabegeräte können optional direkt während des Bestellprozesses hinzugewählt werden.

Neben einer knapp gehaltenen Kurzanleitung legt Alienware noch einen HDMI-zu-DisplayPort-Adapter bei und ein wirklich beeindruckendes externes Netzteil: Der 20 x 10 x 4,5 cm große und über 1,3 kg schwere Stromspender liefert bis zu 330 Watt. Durch die Umsetzung als externes Netzteil spart Alienware einerseits Platz im Gehäuseinneren und eliminiert zudem eine zusätzliche Abwärmequelle.

Konfigurationsmöglichkeiten

Die Ausstattungsvarianten des Alienware X51 R3 bewegen sich wie beschrieben zwischen 849 und 1629 Euro und decken dabei eine ziemliche Bandbreite an möglichen Hardwarekonfigurationen ab.

CPU-seitig sind verschiedene Core-Prozessoren der sechsten Generation möglich: Vom Core i3-6100 bis hin zum Core i7-6700K mit werksseitiger Übertaktung auf 4,4 GHz. Während zur Kühlung der kleinen Prozessoren ein Luftkühler ausreicht, muss bei der Auswahl des übertakteten Flaggschiffs zwingend Alienwares eigens entwickelte Wasserkühlung hinzugenommen werden, die bei den kleineren Systemen optional ist und 95 Euro extra kostet.

Wer nicht auf ein optisches Laufwerk im Gehäuse verzichten möchte, bekommt ein entsprechend ausgestattetes Gehäuse mit DVD-Brenner für einen fairen Aufpreis von 30 Euro. Ein Blu-Ray-Combo-Laufwerk ist hingegen mit zusätzlichen 100 Euro deutlich kostspieliger. In beiden Fällen kommen Slim-Laufwerke mit automatischem Einzug (Slot-In) zum Einsatz.

Als Arbeitsspeicher stehen 8, 12 oder 16 GByte DDR4-2133 zur Auswahl und Alienware bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, SSDs und Festplatten einzusetzen: Der Anwender muss sich entweder für eine PCIe-SSD (256 und 512 GByte) oder eine mechanische 3,5-Zoll-Festplatte (ein oder zwei TByte) entscheiden. Es ist aber auch eine Kombination aus beiden möglich, dann jedoch wird die SSD über eine zusätzliche Platine mit M.2-Anschluss über PCIe angebunden (mehr dazu im Komponentencheck).

Gerade Spielern wird besonders die Auswahl an Grafikkarten wichtig sein. Hier bietet Alienware die Auswahl zwischen einer Nvidia GeForce GTX 745 (4 GByte GDDR3), AMD Radeon R7 370 (4 GByte GDDR5), GeForce GTX 960 (2 GByte GDDR5) oder GeForce GTX 970 (4 GByte GDDR5).

Die Einstiegsgrafikkarte eignet sich nicht wirklich für die Darstellung anspruchsvoller Spieletitel. GTX 960 und R7 370 bieten sich für Full-HD-Auflösung an und wer das X51 R3 in Kombination mit einem 1440p-Monitor einsetzen möchte, sollte zwingend zur GTX 970 greifen und dafür eventuell beim Prozessor ein Downgrade auf einen Core i5 anpeilen, wenn es nicht ganz so teuer werden soll.

Wem das immer noch nicht genug Grafikleistung ist, der kann einen externen Alienware Grafikkartenverstärker hinzukaufen. Dabei handelt es sich um ein externes Grafikkartengehäuse mit PCIe-x16-Steckplatz und eigenem 460-Watt-Netzteil, in dem eine zusätzliche Grafikkarte untergebracht werden kann.

Diese ist separat zu erwerben, ermöglicht dann aber den Einsatz im Zusammenspiel mit der Grafikkarte im X51 R3 den Einsatz eines Dual-GPU-Systems. Das Gehäuse samt Netzteil schlägt mit rund 330 Euro zu Buche - und spätestens dann macht auch die Auswahl des auf 4,4 GHz übertakteten Core i7-6700K Sinn.

Abgesehen davon ist im Onlineshop des Herstellers natürlich auch noch etwas Feintuning hinsichtlich WLAN-Chipsatz, Software und Gaming-Eingabegeräte möglich.

Garantie- und Supportleistungen

Die Standard-Garantie fällt mit einem Jahr Abhol- und Reparatur-Service etwas dürftig aus, ist allerdings auch gerade in diesem Fall nicht mir der gesetzlichen Gewährleistung von zwei Jahren zu verwechseln.

Wer mehr Service benötig, kann diesen gegen einen Aufpreis erwerben: Die Erweiterung des Abhol- und Reparaturservice ist auf maximal fünf Jahre möglich, zudem gibt es einen gesonderten Premium-Support mit beschleunigter Abwicklung von Garantiefällen sowie einen zusätzlichen Telefon-Support, der auch bei Software-Problemen sowie Drucker- und WLAN-Setup hilft. Auch hierfür sind Laufzeiten von ein bis fünf Jahren möglich. Eine Erweiterung der Grundgarantie auf fünf Jahre Premium-Support schlägt mit einem maximalen Betrag von 399 Euro zu Buche.

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10 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Th0r
    "GeForce GTX 960 (2 TByte GDDR5)"

    Die hätte ich auch gerne ;)
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  • Myrkvidr
    Endlich nie mehr Engpässe bei den ganzen Texturmods! ;)
    Danke für den Hinweis, ist gefixt. Der Test war mal wieder eine Nachtschicht und erst um 7 Uhr heute Morgen fertig.
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  • Orgelnator
    Kleiner Fehler bei der Grafikkarte:

    "In Kombination mit einem Pixelbeschleuniger mit Radiallüftern wäre an dieser Stelle ein Hitzestau und letztlich ein frühzeitiger Systemtod vorprogrammiert."

    Sollte wohl Axiallüfter sein ;)
    Ansonsten sehr schöner Artikel
    0
  • Adrian_1
    f
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  • Adrian_1
    Zitat:
    "GeForce GTX 960 (2 TByte GDDR5)"

    Die hätte ich auch gerne ;)


    Wird dir nix bringe, da die Speicheranbindung für die Tonne ist :D
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  • kleinstblauwal
    Auch bei der Ausstattnugsvariante mit der GTX970 mit 3 GB kann was nicht stimmen, ganz so wenig hat die doch nicht. Entweder 3.5+0.5 GB oder es ist die GTX970M, die wirklich mit 3 GB ausgestattet ist, aber als PCIe-Karte wäre die neu und würde wahrscheinlich 960 Ti genannt werden.
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  • Myrkvidr
    Anonymous sagte:
    Kleiner Fehler bei der Grafikkarte:
    Sollte wohl Axiallüfter sein ;)


    Ist ebenfalls gefixt, danke!

    Anonymous sagte:
    Auch bei der Ausstattnugsvariante mit der GTX970 mit 3 GB kann was nicht stimmen.


    Korrekt, ist natürlich die ganz normale 4-GB- bzw. 3,5+0,5-GB-Version.
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  • klomax
    Hochglanz-Optik für Front und Maus. - An der Front sieht man so schon die feinen Swiffer-Kratzer. (Denn auch die besten Tücher hinterlassen leider Spuren...) *Seufz*
    :)

    Die Karten sind alle doof. - Einzig die GTX 960 bekommt von mir einen Bonus, weil sie nicht beim Speicher bescheißt...Mit dem vermeintlich zu schmalen Bus haut sie zudem die ganze Oberklassen der 400er und 500er Reihe in die Tonne... ;)
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  • alterSack66
    Front USB 3.0 hätte es schon sein können. Und wie Klomax schon schrieb, nachm auspacken schon verkratzt. Möchte nicht wissen wie die Front und die Maus nach 2 Monaten aussehen :D
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  • Myrkvidr
    Jo, mein erster Monitor der über 20-Zoll-Klasse war damals auch komplett aus Hochglanzplastik. Ich war unglaublich stolz - und nach einer Woche unglaublich kuriert ;)
    Aber in Herstellergesprächen stellt sich tatsächlich oft heraus, dass die Leute genau diese Optik wollen und schick finden. Ich versteh es auch nicht so ganz, aber es verkauft sich besser. Der Kern-Nerd macht einen Bogen drum, aber wenn Papa was für den Nachwuchs kauft, fühlt er sich scheinbar magisch von der spiegelnden Oberfläche angezogen...

    @alterSack: Trotz der nicht vorhandenen Farbcodierung ist es USB 3.0 an der Front. Ich hab den Steam-Ordner für die Benchmarks über die Front rüberkopiert, das ging... schneller als über 2.0 ;)
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