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Amazon Kindle Fire HD 10: Ideen von gestern sind nicht mehr attraktiv

Amazon Kindle Fire HD 10: Ideen von gestern sind nicht mehr attraktiv
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Der Flachrechner mit dem für das Shoppen bei Amazon optimierten Android-Betriebssystem überzeugt weder bei der Ausstattung noch bei der Verarbeitung oder beim Preis.

Tablets werden seit von vielen Anwendern als Unterhaltungselektronik angesehen und genutzt - und ein Hersteller, der im Besonderen auf diese Form der Nutzung abzielte, war von Anfang an Amazon.

Mit dem auf Android basierenden Fork Fire OS bekommt der Nutzer quasi ein Tablet, das immer auch ein Fenster in die Warenwelt des Onlinehändlers öffnet - der Kauf von Büchern, Filmen und Musik ist schließlich schon in der Startoberfläche integriert.

Seit jeher hat der Hersteller versucht dies mit einer Hardware zu subventionieren, die zumindest verhältnismäßig günstig abgegeben wurde. Das suggeriert zunächst auch der Startpreis, denn 199 Euro erscheinen auf den ersten Blick als im Rahmen gehalten.

Das Kindle Fire HD 10 protzt nicht mit Leistung

Denn immerhin handelt es sich um ein Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von zehn Zoll, auch wenn die einfache HD-Auflösung - die zwei Buchstaben im Namen sind keine Untertreibung - nicht mehr wirklich dem Stand der Technik in Zeiten entspricht, in denen über Sinn und Unsinn von 4K diskutiert wird.

Im Inneren sitzt ein Quadcore-SoC von Mediatek, das eine Leistung auf Mittelklasse-Niveau bewerkstelligen sollte, doch die Kameraausstattung fällt zumindest auf dem Papier vergleichsweise schmal aus. Die Hauptkamera nimmt Bilder mit einer Auflösung von fünf Megapixeln auf und an der Front - das Thema wiederholt sich - wird einfache HD-Qualität geboten.

Immerhin verspricht das Tablet, bei der Übertragung von Daten in Netzwerken schnell zu sein. Zwar muss unterwegs auf Netzzugriff verzichtet werden (ein UMTS- bzw. LTE-Modem fehlt und wird auch nicht optional angeboten), doch der verbaute WLAN-Funkchip beherrscht immerhin schon den schnellen ac-Standard.

Betriebssystem: Android-Version für Shopping-affine Nutzer

Wie bereits eingangs erwähnt sieht Amazon einen entscheidenden Vorteil seiner Tablets gegenüber den Modellen der Konkurrenz in seiner eigenen Android-Entwicklung, die den Namen Fire OS trägt. Installiert wird die aktuellste Version 5 "Bellini", die auf Android 5.0 "Lollipop" aufbaut. Das Ganze wird mit einer gänzlich eigenen Optik überzogen.

Der große Vorteil gegenüber dem Standard-Android dürfte dabei vor allem auf der Seite des Herstellers selbst liegen, denn die das hauseigene Warenangebot ist tief ins System integriert - und das ist teilweise penetrant.

Die Verwendungsmöglichkeiten sind damit bereits vom Start weg sehr eingeschränkt; der Flachrechner ist einzig und allein für den Medienkonsum gedacht. Der nächste Film oder ein neues Buch sind quasi mit einem Wisch erreichbar, denn nach dem eigentlichen Startbildschirm für der Weg sofort in Amazons Warenwelt. Selbst der Sperrbildschirm wird als Werbefläche genutzt.

Dementsprechend soll der Nutzer anscheinend auch nicht durch produktive Anwendungen vom "rechten Pfad" abgelenkt werden. Die vorinstallierten Anwendungen bieten kaum mehr als das Nötigste; all die zahlreichen kleinen Werkzeuge, die das digitale Leben erleichtern, fehlen.

Der Einsatzzweck steht aber etwas im Widerspruch zum Angebot in Amazons App-Store, das derzeit rund 400.000 Anwendungen umfassen soll. Neben produktiven Anwendern werden auch versiertere Hobby-Gamer schnell feststellen, dass viele ihrer geliebten Games nicht darunter fallen.

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  • bluray , 4. Februar 2016 10:26
    Ist seit jeher bekannt, dass Amazon seine Geräte ziemlich zunagelt. Es ist das Apple der Androiden. Wer mehr Freiheit will, bügelt sich entweder ein CustomROM (samt Garantieverlust) drauf oder lebt eben mit den Einschränkungen, die Amazon einem auflegt. Die dritte Option wäre dann noch: Einfach einen anderen Androiden einzukaufen. Allein der hohe Preis und die mittlerweile altbackene Aufläsung von 1280x800 sind schon Grund genug für eine Kaufverweigerung!