Hardware, Setup und Overclocking
Bei der Prozessorauswahl für diesen Artikel wollten wir den Einsatz ein wenig erhöhen. Aus AMDs Sicht wäre der neue Athlon II X2 250 der ideale Prozessor für diesen Test gewesen. Wir wollten aber eine CPU mit ein wenig mehr Power. Da der Anwender beim Kauf eines Mainboards mit integrierter Grafikeinheit im Vergleich zu einer dedizierten Grafikkarte eine hübsche Stange Geld sparen kann, wollten wir herausfinden, wie sich diese Plattform schlägt, wenn man das eingesparte Geld in den besten passenden Low-Cost-Prozessor investiert.
Derzeit kann man den Phenom II X2 550 Black Edition im Online-Handel bereits für unter 90 Euro finden. Auf den ersten Blick ist diese CPU dem Athlon II X2 250 sehr ähnlich, verfügt aber über zwei wichtige Zutaten die dem Athlon II fehlen: 6 MByte L3-Cache und einen offenen Multiplikator. Außerdem läuft der Phenom II 100 MHz schneller als der Athlon II X2 250. Im Gegenzug fällt die Leistungsaufnahme allerdings höher aus, weshalb wir auch dessen Stromverbrauch messen, um einen Vergleichswert zum Phenom II X2 550 BE zu haben.
Da wir uns für den Phenom II X2 als Kandidaten für die AMD-Plattform eingeschossen hatten, brauchten wir einen ähnlich preiswerten Prozessor aus dem Intel-Lager. Nachdem wir uns auch den Pentium DualCore E6300 (2,8 GHz, 2 MByte L2-Cache) angeschaut hatten, fiel unsere Wahl auf Intels etwa 100 Euro teuren Core 2 Duo E7200, der über 3 MByte L2-Cache verfügt und mit 2,53 GHz getaktet ist. Aufgrund der derzeitige Marktgegebenheiten ist der schnellere Core 2 Duo E7400 (2,8 GHz, 3 MB L2-Cache) inzwischen zu einem ähnlichen Preis verfügbar, was wir aber nun nach Abschluss der Benchmarks leider nicht mehr berücksichtigen können.
Die einzige weitere Komponente, die wir nach der Plattform auswählen mussten, war der Arbeitsspeicher. Das neue 785G-Board ist das einzige Modell der Einstiegsklasse in unserem Feld, das wie viele Mittelklasse-Modelle mit 790GX-Chipsatz anstelle von DDR2- auf DDR3-Speicher setzt. Um einen möglichst fairen Vergleich zwischen den DDR2- und DDR3-Mainboards zu ermöglichen, versuchten wir für beide Plattformen 4 GByte Dual-Channel Kits zu ähnlichen Preisen zu finden. So kamen ein DDR3-1333 Kit mit 9-9-9-24 Timing und ein DDR2-800 Kit mit Latenzen von 4-4-4-12 zum Einsatz.
Zu den Plattformen selbst: Bei AMD nutzten wir ein 790GX-Board (ASUS M4A78T-E) sowie ein GeForce 8200-Modell (ECS GF8200A). Da wir kein 780G-Board zur Hand hatten, takteten wir den Grafikkern des 790GX einfach auf 500 MHz herunter, um bei den Spiele-Benchmarks einen 780G-Chipsatz zu simulieren.
Auf der Intel-Seite verbauten wir ein G45-Board (Asus P5Q-EM) und ein Mainboard mit GeForce 9300 (Asus P5N7A-VM). Hier wurde die GPU im 9300-Chipsatz wiederum auf das Niveau einer 9400er-Grafik hochgetaktet, um in allen Tests das bestmögliche GeForce-9400-Szenario zu zeigen.
Für den IGP in AMDs neuen Chipsatz mussten wir noch einen Beta-Treiber nutzen. AMD versicherte uns aber, dass Mitte August mit dem nächsten Catalyst-Release ein offizieller Treiber für den 785G-Chipsatz bereitstehen wird. Wie schon erwähnt, wird Windows 7 schon mit passenden Treibern ausgeliefert werden.
IGP-Übertaktung
Mit unserem Mainboard, dem M4A785TD-M EVO, war es
kinderleicht, den integrierten Grafikkern zu übertakten.
Zum Übertakten stehen überhaupt nur zwei Einstellungen zur Verfügung: der GPU-Takt und die Chipsatz-Spannung. Wir hoben also die Spannung so weit an, wie wir glaubten, dass es der passive Kühlkörper auf der Northbridge vertragen würde, und schafften ganze 850 MHz. Spendiert man der Northbridge bessere Kühlung, könnte man die Spannung und damit den Takt sicher noch weiter erhöhen. Man munkelt, dass 1GHz durchaus realistisch seien. Mit unserem passiven Kühlkörper war uns das aber nicht geheuer. Also beschränkten wir uns auf eine Spannung von 1,31 Volt und immer noch gute 800 MHz.
Da das BIOS des M4A785TD-M EVO auch diverse Speichergeschwindigkeiten bot, versuchten wir als nächstes, den SidePort Memory zu übertakten. Doch selbst nach einer leichten Anhebung der Spannung wollte sich der Erfolg nicht einstellen. Schon mit einer minimalen Taktänderung beim SidePort-Speicher kam es zu Anzeigestörungen.
Dennoch, auch die um 300 MHz erhöhte Taktfrequenz der GPU sollte sich in den Gaming-Benchmarks durch bessere Performance auszahlen und dem 785G erlauben, den mit 700 MHz getakteten 790GX zu überrunden.
Neueste Motherboards News
Neueste Motherboards Testberichte
- 11/01 – Vergleichstest: Fünf AM3+-Mainboards der Oberklasse mit...
- 03/01 – Das ultimative X79-Board? Fünf LGA-2011-Motherboards im...
- 11/10 – Oberklasse: Vier Z68-Motherboards für Enthusiasten im Test
- 30/09 – Zu Besuch bei: Jehe/Giada. Wo die kleinen Mainboards...
- 30/08 – Fünf Mainboards mit Intels Z68-Chipsatz im Härtetest






Schöner Test, auch wenn ich dachte, der Generationssprung auf HD4X00 bringt ein bisschen mehr Bums mit sich und hängt die HD3300 auf breiter Front ab.
Dass der Grafikkern gut übertaktbar und damit deutlich leistungsfähiger wird, konnte man schon beim Vorgänger gut sehen.
Nungut, immerhin steht nun ein würdiger und wohl ebenso preiswerter Nachfolger des 780G im Geschäft und wird Grundlage für viele viele HTPC.
Freue mich auf die Nachtests zu Avivo und Bildqualität!
Insgesamt Daumen HOCH fürs Produkt, Daumen HOCH für den Test!
Das liegt daran, dass die IGPs bei AMD immer auf der jeweiligen Vorgängergeneration an dedizierten Grafikkarten aufbauen. Die HD3300 ist vom Chip her eine HD2400XT (RV610) und die neue HD4200 ist eigentlich eine modifizierte HD3470 (RV620). Und zwischen den beiden liegt performancemäßig eben leider nicht viel. Auf größere Sprünge können wir erst mit der Folgegeneration hoffen, für die dann wohl ein RV710 als Grundlage dienen wird, was einiges an Performance bringen sollte.
Auch von mir Daumen hoch für den Test, sehr informativ. Es freut mich sehr, dass ihr den neuen Chipsatz gleich beim Erscheinen getestet habt.
Hallo,
mit dem 780G bin ich einmal reingefallen. Brauch man wieder eine FETTE CPU (HT3) damit alles geht? Damals für HD progressiv gut nur leider für normales PAL schlecht. War zu dem Zeitpunkt gerade dabei mir einen HTPC zu basteln und da kam mir das damals gerade recht zumal der Chip überall nur gelobt wurde, das erwachen kam für viele wie in einschlägigen Foren dann zu lesen. Leider hatte ich damals schon das Board, seitdem bin ich da deutlich zurückhaltender.
mfg wusel
Ein AthlonII X2 240 ist keine fette CPU.
Desweiteren hat der 785G den UVD in zweiter Generation, was neben der
ATi-Stream-Fähigkeit, die Hauptverbesserung ist. Nicht die Grafikleistung an sich!
Das bringt: Accelerated Multiple Streams, Video Detail Enhancement und HDMI 1.3.
Was mich brennend interessieren würde, ob es mit dem neuen 785g noch die 2d (!)-Probleme gibt, die es mit dem 780G gab. (Stichwort "Causa 780G" bei Google)
Denn bei tests werden immer nur die 3D-Fähigkeiten getestet, und nicht die 2D-Ausgabe, und gerade da hat der 780G wohl sehr geschwächelt.
Greetz,
Gray_
Auch bei diesem 7XXG(X)-Test wurde vergessen zu testen, wie's mit Hybrid CrossFireX läuft, und wieviel Mehrleistung man damit im 3D-Betrieb bekommt. Was ja besonders dann interessant sein könnte, wenn man, wie bei mir, eine HD3450 zur Verfügung hat.
Gibt es beim 785G Chipsatz weiterhin Probleme mit Toshiba TVs ?? Mein 780G macht kein Bild ohne HDMI Repeater