Update: Nach Rücksprache mit AMD hat sich inzwischen herausgestellt, dass Acht-Kanal-LPCM-Ausgabe nicht eines der Features des 785G-Chipsatz ist. Deshalb haben wir einige Änderungen am ursprünglichen Artikel vorgenommen, und zwar auf Seite 1 und Seite 3. Unsere Gesamteinschätzung des 785G bleibt davon unberührt. Der Home-Theater-Enthusiast, für den Dolby TrueHD oder DTS-HD MA auf dem Wunschzettel stehen, muss AMDs Neuling aber von seiner Liste streichen oder einen Kauf zumindest überdenken.
Integrierte Grafiklösungen (IGPs) gehören nicht gerade zu der Kategorie Hardware, die Enthusiasten vom Hocker reißt. Im Frühjahr 2008 gab es in diesem Segment aber so etwas wie eine kleine Revolution. Nun stehen dem Käufer mit AMDs 780G/790GX, Nvidias GeForce 8200/9300/9400 und Intels G45 von jeder der großen Firmen brauchbare Optionen zur Verfügung. Jede dieser Lösungen hat neben ihren Stärken auch ihre individuellen Schwächen, doch den Chipsatzgrafiklösungen der letzten paar Jahre sind sie meilenweit voraus.
Heute stellt AMD ein neues Produkt in diesem Segment vor, nämlich den 785G-Chipsatz, der eine evolutionäre Weiterentwicklung des 780G darstellt. Er soll einige Features bieten, die seinem Vorgänger noch fehlten. Dazu zählen beispielsweise Acht-Kanal-LPCM-Ton per HDMI, Hardware-beschleunigte Bild-in-Bild-Anzeige, Unterstützung für ATi-Stream und DirectX 10.1 sowie Kompatibilität zu Windows 7. Darüber hinaus verspricht AMD, dass der neue Chipsatz sparsamer mit Strom umgehen soll.
Keines dieser Features ist unbedingt eine »Killer-Applikation«, zumal die Konkurrenz einen Großteil davon bereits in bestehenden Produkten anbietet. Als Gesamtpaket betrachtet, stellt der 785G-Chipsatz aber einen großen Schritt in die richtige Richtung dar. Vorausgesetzt, natürlich, dass er auch wirklich all das halten kann, was AMD verspricht.
IGPs heute
Auch wenn Intels G45-Chipsatz für den Sockel 775 inzwischen über seine Kinderkrankheiten hinaus ist und Blu-ray-Discs brauchbar abspielen kann, bleibt er doch eine wenig beeindruckende Grafiklösung. Wenn es um die reine 3D-Performance geht, sieht auch Nvidias GeForce-8200-Chipsatz für den Sockel AM2+ nicht viel besser aus. Diese Schwäche hat die Firma aber in den GeForce 9300/9400-Chipsätzen für den Sockel 775 behoben. Was AMDs Portfolio anbelangt, so stellt der 780G einen phantastischen Low-Budget-Chipsatz dar, während man mit dem 790GX eine solide Mitteklasselösung anbietet. Warum überarbeitet AMD also gerade jetzt den 780G, wo man derzeit ohnehin schon das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis vorweisen kann?

Möglicherweise ist der eigentliche Grund nicht , dass AMD findet, der Chipsatz müsse überarbeitet werden. Es könnte eher daran liegen, dass AMD den neuen CPUs der Phenom-II-Klasse, zu denen auch der Athlon II zählt, eine angemessenere Lösung zur Seite stellen will. Wo der Ur-Phenom im Vergleich zu Intels Core-2-Modellen noch ein wenig schwachbrüstig wirkte und zudem noch unter dem Stigma des TLB-Bugs litt, steckt im Phenom II eine überarbeitete Version dieser Mikro-Architektur. Sie hat es AMD ermöglicht, mit einigen Modellen die Preis-Leistungs-Krone zurückzuerobern.
So gesehen gibt es also wohl keinen besseren Zeitpunkt, um den überarbeiteten 785G-Chipsatz als Alternative zu Nvidias GeForce 9300/9400 zu positionieren und gleichzeitig seine Stärken im Vergleich zu Intels G45 zu betonen.
- Einleitung
- Im Detail: 785G-North- und SB710-Southbridge
- Features für den Home-Theater-PC
- Der neue Grafikkern: Radeon HD 4200
- Weitere Goodies beim 785G
- Hardware, Setup und Overclocking
- Test-System und Benchmarks
- Benchmark-Ergebnisse: Synthetische Tests
- Benchmark-Ergebnisse: Audio- und Video-Konvertierung
- Benchmark-Ergebnisse: 3D-Rendering und Anwendungen
- Spiele-Benchmarks: First-Person-Shooter
- Spiele-Benchmarks: Flugsimulation und Echtzeitstrategie
- Benchmark: HD-Video Wiedergabe
- GPGPU-Benchmark
- Benchmark: Leistungsaufnahme
- Fazit
Dass der Grafikkern gut übertaktbar und damit deutlich leistungsfähiger wird, konnte man schon beim Vorgänger gut sehen.
Nungut, immerhin steht nun ein würdiger und wohl ebenso preiswerter Nachfolger des 780G im Geschäft und wird Grundlage für viele viele HTPC.
Freue mich auf die Nachtests zu Avivo und Bildqualität!
Insgesamt Daumen HOCH fürs Produkt, Daumen HOCH für den Test!
Das liegt daran, dass die IGPs bei AMD immer auf der jeweiligen Vorgängergeneration an dedizierten Grafikkarten aufbauen. Die HD3300 ist vom Chip her eine HD2400XT (RV610) und die neue HD4200 ist eigentlich eine modifizierte HD3470 (RV620). Und zwischen den beiden liegt performancemäßig eben leider nicht viel. Auf größere Sprünge können wir erst mit der Folgegeneration hoffen, für die dann wohl ein RV710 als Grundlage dienen wird, was einiges an Performance bringen sollte.
Auch von mir Daumen hoch für den Test, sehr informativ. Es freut mich sehr, dass ihr den neuen Chipsatz gleich beim Erscheinen getestet habt.
mit dem 780G bin ich einmal reingefallen. Brauch man wieder eine FETTE CPU (HT3) damit alles geht? Damals für HD progressiv gut nur leider für normales PAL schlecht. War zu dem Zeitpunkt gerade dabei mir einen HTPC zu basteln und da kam mir das damals gerade recht zumal der Chip überall nur gelobt wurde, das erwachen kam für viele wie in einschlägigen Foren dann zu lesen. Leider hatte ich damals schon das Board, seitdem bin ich da deutlich zurückhaltender.
mfg wusel
Desweiteren hat der 785G den UVD in zweiter Generation, was neben der
ATi-Stream-Fähigkeit, die Hauptverbesserung ist. Nicht die Grafikleistung an sich!
Das bringt: Accelerated Multiple Streams, Video Detail Enhancement und HDMI 1.3.
Denn bei tests werden immer nur die 3D-Fähigkeiten getestet, und nicht die 2D-Ausgabe, und gerade da hat der 780G wohl sehr geschwächelt.
Greetz,
Gray_