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Zusammenfassung und Fazit

AMD A10-7800 im Test: Kaveri-APU trifft genau in den Sweet Spot
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Just another APU? Nicht ganz, denn AMDs A10-7800 geht einen anderen Weg als noch das Spitzenmodell A10-7850K. AMD hat die goldene Mitte zwischen abrufbarer Performnace und dafür notwendiger Leistungsaufnahme ziemlich perfekt getroffen. Das macht diese APU immer dann interessant, wenn man ein komplettes System mit einem ausgewogenen Verhältnis von Preis, Performance und Leistungsaufnahme sucht. Sicher, mit einer diskreten CPU und Grafikkarte wäre man mit Sicherheit preiswerter und auch schneller unterwegs, nur eben nicht sparsamer.

Da wir den Vorteil dieser APU wirklich in ihrer Effizienz und der ausgewogenen Auslegung der Parameter sehen, wäre auch der Einsatz einer separaten Grafikkarte für Crossfire wirklich fehl am Platz. Zum einen handelt man sich damit auch alle Nachteile einer Multi-GPU-Lösung ein und andererseits geht der einzige Vorteil - die Effizienz - schnell verloren. Außerdem ist dann auch das Preis-Leistungs-Verhältnis nachhaltig gestört.

Um unsere Bauchschmerzen besser zu verstehen muss man nur einmal die Leistungsaufnahme einer R7 250 mit der dieser APU vergleichen! Man erhält bei der APU Prozessor UND gleichwertige Grafikeinheit, die unterm Strich zusammen sogar weniger Leistung aufnehmen! Dieser Umstand ist uns am Ende sogar einen Kauftipp wert, denn wenn jemand aus der Zielgruppe mit einer APU glücklich werden wird, dann aktuell wohl mit dieser hier.

Wenn man sich auf die Effizienz konzentriert ist allerdings auch das Umfeld von großer Bedeutung, sonst verschenkt man sehr schnell wieder, was man zunächst teuer eingekauft hat, denn wirklich billig ist die APU-Lösung ja nun nicht gerade. Nennen wir es besser preiswert, denn in der Summe sind ein Athlon X4 760K mit 65 Euro und eine R7 250 in etwa gleich teuer. Die APU ist aber kleiner, benötigt auch als vergleichbares Gesamtsystem wesentlich weniger Platz und ist relativ einfach zu kühlen.

Mit dem MSI A88XM Gaming haben wir zudem ein Mainboard gefunden, dessen Anteil an der Gesamtbilanz mit vier bis acht Watt erfreulich niedrig ausfällt und das im BIOS zudem viele interessante Features bereitstellt, um die APU individuell noch weiter zu optimieren. Es hätte statt Gaming wohl auch Green heißen können - nur wäre dies aus Marketing-Sicht wohl unvorteilhafter. Andererseits: Vielleicht auch nicht? Auch hier gibt es auf alle Fälle den Kauftipp zu Recht, denn sparsam muss nicht gleichzeitig hässlich und funktionsarm heißen.

Fazit

Für einen HTPC oder einen PC für Gelegenheitsspieler und Büroangelegenheiten ist die A10-7800 in Verbindung mit schnellem RAM und einem guten Mainboard fast schon Pflicht. AMD hat den Sweet Spot diesmal genau getroffen und damit die Lücke zwischen A10-7700K und A10-7850K sehr eindrucksvoll geschlossen. Am Ende ist die A10-7800 wohl auch die bessere A10-7850K, denn jedes bisschen mehr Performance muss recht teuer erkauft werden. Dann doch lieber so, denn einen wirklichen Performance-Nachteil des A10-7850K konnten wir nicht feststellen.

Im Übrigen konnten wir das komplette System inklusive 480 GByte großer SSD auch mit einer kleinen DC-DC-Platine und einem sehr effizienten 65-Watt-Steckernetzteil stabil und dauerhaft betreiben. So konnten wir ein echtes, kleines Gaming-System schaffen, dass trotz überdimensionierter All-in-One Wasserkühlung erstmals sogar unterhalb gemessener 55 Watt an der Steckdose lief. Mit noch besserer Optimierung und Luftkühlung wäre sicher auch die 50-Watt-Marke zu unterbieten gewesen.

Erstaunlich ist das allemal und auf alle Fälle eine sehr positive Überraschung.

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  • ToSuz , 31. Juli 2014 14:17
    Sehr schöner Test! Dann muss ich meinen 7700K wohl nochmal umtauschen ;) 
  • suckerchen , 31. Juli 2014 14:26
    Bin nicht sicher, ob ich es schlicht nicht gesehen habe, aber mich würde noch interessieren, was für eine DC-DC-PSU verwendet wurde. Und wieviel machte dies aus in der Leistungsaufnahme?
  • Tesetilaro , 31. Juli 2014 14:34
    heißt aber im Umkehrschluß ich bekomme mit diesem schätzchen für ~ 500 € einen wohnzimmerpc zusammengeschraubt der sich halbwegs lautlos verhält, klein ausfallen kann und definitiv einen steam stream hinbekommt? Oder eben für die budget titel direkt als knecht herhalten kann *g*
  • Derfnam , 31. Juli 2014 15:28
    Gleiches Spiel wie kürzlich beim 750 Ti-Test: es fehlen jegliche Vergleichswerte, dafür wird man mit massig belanglosen Bildchen zugeballert.
  • bluray , 31. Juli 2014 15:29
    Hat Intel mit den 45/46xx-Prozessoren nix Gleichwertiges in Sachen Effizienz?

    Wenn nein, hat AMD Intel hier die lange Nase gedreht.

    Der 4330K scheint in manchen sachen der 7800er-APU zuemlich unterlegen zu sein. Gerade die interne GPU scheint mächtig gegen die GPU des 7800er abzustinken.

    Es beweist jedenfalls, dass AMD noch lange nicht tot ist, wie es gern prophezeit wird.
    Während AMD in Sachen Ultra-Performance gegen einen gut gepimpten 4930K/4960X kein Land mehr sieht, scheint gerade im Bereich Embedded-Systems/Compact Systems eine neue, nicht zu vernachlässigende marktlücke für AMD zu wachsen, wo sie dem blauen Riesen Kunden abspenstig machen können, zumal Preis/Leistung auch stimmen!

    Schöner, übersichtlicher und ausführlicher Test.

    Chapeau, Igor!
  • Myrkvidr , 31. Juli 2014 15:36
    Maaaan, da kann ich ja den A10-7850K fast direkt wieder aus dem FM2+-Rechner verbannen xD

    Beziehungsweise: Hast du die VCore bei der Anpassung/Taktabsenkung des 7850K fix eingestellt oder auf [Auto] belassen zwecks automatischer Absenkung?
  • derGhostrider , 31. Juli 2014 16:45
    Es liegt ja bestimmt nur an mir, da ich dieses "Segment" im CPU-Markt nicht so recht begreifen kann, aber wird hier nicht gesagt, dass die APU sich vor allem in den Rechnern lohnt, in denen eh keine großartige Leistung gefragt wird, und dies dann über die starke Grafikeinheit der APU mit Benchmarks belegt?
    Wäre in einem Office-Rechner dann nicht doch der i3 besser, da die Grafik schlichtweg EGAL ist und die CPU eben doch stärker ist? Müsste dann das Fazit nicht noch weiter relativiert werden?
    Ach, ich verstehe diesen Marktbereich einfach nicht. Weder richtig sparsam noch richtig schnell. Und nur die Rosinen rauspicken, Scheuklappen aufsetzen, Ohren zuhalten und laut rufen: "DAS IST TOLL!" kann ich halt auch nicht.
  • suckerchen , 31. Juli 2014 17:01
    Zitat :
    Es liegt ja bestimmt nur an mir, da ich dieses "Segment" im CPU-Markt nicht so recht begreifen kann, aber wird hier nicht gesagt, dass die APU sich vor allem in den Rechnern lohnt, in denen eh keine großartige Leistung gefragt wird, und dies dann über die starke Grafikeinheit der APU mit Benchmarks belegt?
    Wäre in einem Office-Rechner dann nicht doch der i3 besser, da die Grafik schlichtweg EGAL ist und die CPU eben doch stärker ist? Müsste dann das Fazit nicht noch weiter relativiert werden?
    Ach, ich verstehe diesen Marktbereich einfach nicht. Weder richtig sparsam noch richtig schnell. Und nur die Rosinen rauspicken, Scheuklappen aufsetzen, Ohren zuhalten und laut rufen: "DAS IST TOLL!" kann ich halt auch nicht.


    Versteh ich jetzt nur teilweise. Für einfache Officearbeiten hast du wohl Recht, sind die A10-7700K, A10-7800 UND A10-7850K überdimensioniert. Aber dafür sind die wohl auch nicht gedacht, sondern eher für leichtes Rendering, komplexere Officeaufgaben, evt. arbeiten mit Matlab, Mathematica etc. insbesondere wenn die Grafikeinheit per OpenCL oder idealerweise irgendwann einmal per HSA in den Prozess einbezogen werden kann.

    Dass diese APU nicht sparsam sein soll kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Im Durchschnitt 64W an der Steckdose unter Volllast und 40W beim Spielen finde ich jetzt ganz ok wenn man die zur Verfügung stehende Leistung betrachtet.

  • derGhostrider , 31. Juli 2014 17:48
    Nachschlag:
    Was ist denn eigentlich mit dem besonderen Feature dieser APU??? Warum wurde das so überhaupt nicht getestet?

    Zitat :
    Die Thermal Design Power des A10-7800, A-7600 und A6-7400K lässt sich im BIOS-Setup zu Lasten der Performance von 65 Watt auf 45 Watt reduzieren. Damit ist es möglich, sie mit kleineren Kühlern in kompakte Gehäuse einzubauen.

    (Gemopst von Heise)
  • FormatC , 31. Juli 2014 19:53
    Sie läuft per Default auf 45, der Rest ist verschlimmbesserung.
  • derGhostrider , 31. Juli 2014 22:55
    Danke für die Aufklärung. Dachte nun erstmal, dass 65 der Normalfall wäre.
  • jean luc bizarre , 1. August 2014 11:24
    @Ghostrider:
    für mich ist diese APU wirklich interessant. Der Wohnzimmer-PC unserer WG ist einerseits Dateiserver, andererseits für die Abendunterhaltung (youtubevideos, Streaming von Filmen) aber auch für leichtes Gaming (Portal2, SC2) zuständig. Mein E350 macht da langsam schlapp, die neuen Beema sind noch nicht da und Intel hat zuwenig Graka-Power.
    Eine hohe Effizienz ist wegen der nicht zu verachtenden Stromkosten und der Kühlung für uns schon recht wichtig.
    Für UNS ist diese APU wirklich optimal, die Frage ist nur wieviele andere sinnvolle Einsatzgebiete es noch gibt
  • Tesetilaro , 1. August 2014 11:26
    ich glaube es reicht erst mal, wenn es ein paar zehntausend andere bekloppte wie dich und mich gibt @ jean luc, die genau in die von dir beschriebene richtung zielen ;) 
  • klomax , 1. August 2014 12:02
    PS: Der Athlon 2 auf Kaveri-Basis kommt.

    http://www.techpowerup.com/203662/amd-announces-the-athlon-860k-and-fx-8300-cpus.html

    Und scheinbar um 2 MB L2 Cache kastriert. - Na, bin mal auf den Test gespannt.
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