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Benchmarks: Media Encoding

AMDs A8-3850 im Test: Llano mischt die Einsteigerklasse auf
Von , Chris Angelini

Bei diesem Benchmark fällt es immer besonders leicht, die Ergebnisse vorauszusagen. iTunes ist eine Anwendung, die wie WinZip oder Lame nur einen Thread nutzt und dementsprechend ähnlich wie diese Programme skaliert. Das bedeutet, dass die bessere Pro-Takt-Leistung des Sandy Bridge (gegenüber Nehalem aber auch den AMD-CPUs) sich hier besonders deutlich bemerkbar macht, während die Kernzahl hier schlicht nicht ins Gewicht fällt. Egal ob ein, zwei, drei, vier oder sechs Kerne – gewinnen wird immer die CPU, die pro Takt die meisten Berechnungen durchführt und innerhalb einer Familie mit dem höchsten Takt läuft. Bei gleicher Kernzahl liegt der 3,4 GHz schnelle Phenom II X4 also vor dem mit 2,9 GHz rechnenden A8-3850, dem zudem noch der L3-Cache fehlt.

Bei MainConcept liegen die Dinge hingegen ganz anders. Da dieses Programm gut mit mehreren Threads umgehen kann, sichert sich der Phenom II X4 den Spitzenplatz, während der A8-3850 mit seinen 2,9 GHz auf Platz zwei landet. Mit nur zwei echten Kernen kann der Core i3-2105 mit den AMD-Quads nicht mithalten und geht als letzter ins Ziel. 

Für HandBrake gilt in Bezug auf Threading das gleiche. Überhaupt kann man sagen, dass die Mehrzahl der Multimedia-Anwendungen eher zusätzliche Rechenkerne als höhere Taktraten favorisieren – trotz Ausnahmen wie LAME und iTunes. Das bedeutet einen weiteren Sieg für AMDs Phenom II X4 und eine weitere Silbermedaille für den A8-3850. Zum zweiten Mal hintereinander kommt der Core i3-2150 mit seinen zwei physischen und zwei logischen  Kernen auf Platz drei.

Ganz so einfach wollen wir es uns und den Plattformen dann aber auch wieder nicht machen, denn MainConcept und HandBrake sind reine Software-Encoder. Ihre Performance hängt also maßgeblich von der CPU-Leistung ab. Doch AMD und Intel bieten darüber hinaus jeweils eigene hardware-beschleunigte Transcoding-Funktionen. In der HD-Graphics-3000-GPU des Core i3 ist beispielsweise Quick Sync integriert, während der A8-3850 den UVD3-Decoder-Block besitzt und die 400 ALUs seiner GPU für das Eindampfen von Filmen einsetzen kann.

Einige Leser haben uns gefragt, ob es nicht eigentlich “schummeln” sei, wenn man Quick Sync nutze. Das ist Auslegungssache, aber Tatsache ist, dass man immer ein vom Original abweichendes Ergebnis bekommen wird, sobald man Hardware-Beschleunigung einsetzt um durch parallelisierte Berechnungen den Konvertierungsprozess zu beschleunigen. Dabei ist es egal, ob wir von AMDs APP, OpenCL oder Intels Quick Sync sprechen. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, findet in unserem Artikel  Video-Transcoding unter der Lupe: APP, CUDA und Quick Sync im Vergleich bereits viele Informationen. Steht die Ausgabequalität an oberster Stelle auf der Prioritätenliste, sollte man alle Beschleunigungsfunktionen deaktivieren und alles per Software durchführen lassen.

CyberLinks Media Espresso 6.5 erlaubt es uns, nicht nur im Software-Modus zu testen, sondern Intels und AMDs jeweilige Hardware-Funktionen zu nutzen. Erstaunlicherweise lohnt sich nur Quick Sync, wenn man schneller Filme umrechnen möchte. Sowohl  beim 890GX-System als auch der Llano-Plattform wählt MediaEspresso den Software-Modus aus – eine völlig korrekte Entscheidung, da bei dieser Hardware-Klasse die Vorteile durch hardware-beschleunigtes Dekodieren und Komprimieren minimal ausfallen.

Leistungsfähigere Grafikkarten mit mehr GPGPU-Rechenleistung würden sicherlich besser abschneiden, aber diesen beiden Leichtgewichten unter den Grafikeinheiten fehlt es einfach an Performance, um sich gegen Intels dedizierte Encoding-Hardware behaupten zu können.

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