AMD: Bristol-Ridge-APUs und der AM4-Sockel offiziell vorgestellt

Mit der siebten Generation seiner Desktop-APUs läutet AMD Schritt für Schritt eine grundlegende Runderneuerung seines Angebots an Prozessoren für klassische PC-Systeme ein: Mit Bristol Ridge wird ein neuer, als AM4 bezeichneter Sockel eingeführt, der auch für die künftigen Chips mit Zen-CPU-Kernen eine Heimstatt bieten soll.

Dennoch leitet AMD auch bei dieser Desktop-APU-Generation einen architektonischen Wandel ein: Wurde zuletzt auf Steamroller-Kerne zurückgegriffen, kommt bei Bristol Ridge die Excavator-Architektur zum Einsatz, die bisher den mobilen Carrizo-Chips vorbehalten waren. Die Chips werden nach wie vor in einer Strukturbreite von 28 nm gefertigt.

Bei der GPU setzt AMD auf den GCN-3.0-Bauplan und lässt dem SoC zudem einen Speicher-Controller mit zwei Kanälen angedeihen, der sich auch mit DDR4-RAM versteht. Der PCIe-3.0-Controller stellt acht Lanes bereit, zwei zusätzliche PCIe-3.0-Leitungen können von NVMe-Speicherlaufwerken genutzt werden. Außerdem sind vier USB-3.0- sowie zwei SATA-Ports vorhanden; mehr davon ist abhängig vom genutzten Chipsatz möglich.

Die Serie umfasst drei mit einem "E" gekennzeichneten APUs, die sich durch eine besonders niedrige TDP von 35 Watt auszeichnen. Bei ungebremster Leistungsentfaltung steigt die thermische Verlustleistung auf 65 Watt. Schon an dieser Stelle zeigt sich eine erste Verbesserung: Die TDP der beiden schnellsten APU-Versionen wurde bisher mit 95 Watt angegeben, bei den besonders sparsamen Modellen waren es 45 Watt.

Mit zwei oder vier Kernen, bis 4,2 GHz schnell

Wie üblich stehen zum Marktstart eine ganze Reihe Modelle zur Verfügung, die die unterschiedlichen Leistungsstufen abdecken sollen. Die beiden kleinsten Modelle - A6-9500 und A6-9500E - verfügen über jeweils zwei CPU-Kerne, die mit 3,0 bzw. 3,5 GHz getaktet sind. Im Turbomodus sind 3,4 bzw. 3,8 GHz drin. In beiden Fällen wird eine Radeon-R5-GPU verbaut, die bei der leistungsstärkeren Version mit zwei zusätzlichen Grafik-Clustern aufwartet.

Alle weiteren Bristol-Ridge-Modelle werden mit vier CPU-Kernen und einer Radeon-R7-GPU bedacht. Sie unterscheiden sich zum einen durch die Taktfrequenz, die bei der kleinsten Variante (A8-9600) mit 3,1 GHz bzw. 3,4 GHz im Turbo-Modus angegeben wird. Beim A12-9800 wird der Standardtakt auf 3,8 GHz gesteigert und kann im Bedarfsfall auf 4,2 GHz erhöht werden.

Auch die GPU-Leistung wird hier noch einmal gesteigert, denn im Vergleich zum restlichen Portfolio steigt die Zahl der Compute-Units von sechs auf acht und das Topmodell serviert mit 1108 MHz auch an dieser Stelle den höchsten Takt.

Eine Sonderrolle nimmt einmal mehr der Athlon X4 950 ein: Er ist ein reiner Prozessor, der zwar ebenfalls mit vier 3,5 bzw. 3,8 GHz (Turbo) schnellen Excavator-Kernen bestückt ist, jedoch keine integrierte GPU besitzt.

A320 und B350: Zwei Chipsätze zum Start

Mit dem A320 und dem B350 nimmt Asus gleich zwei neue AM4-Chipsätze ins Programm, wobei ersterer die Einsteiger-Plattformen 760G (AM3+) und A68H (FM2+) ablöst, während der B350 auf den 970 (AM3+) und den A78 (FM2+) folgt. Sie bringen weitere USB-Schnittstellen mit, von denen ein Teil dem USB-3.1-Standard entspricht, außerdem werden zusätzliche SATA- und PCIe-2.0-Ports bereitgestellt.

Die neuen APUs werden zunächst OEM-Partnern zur Verfügung gestellt. Wann Endanwender, die ihren Rechner in Eigenregie zusammenschrauben wollen, sie im freien Handel erwerben können, ist genauso wenig bekannt wie der vorgesehene Preis.

 

Erstelle einen neuen Thread im News-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
Noch keine Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar