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AMD FirePro W9100 im Test: Hawaii auf Hochtouren?

AMD FirePro W9100 im Test: Hawaii auf Hochtouren?
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Brachiale Power statt Ausrichten am Sweet-Spot? Mit der FirePro W9100 positioniert AMD ein Rechen-Monster irgendwo zwischen Workstation und Server, da sich die Gebiete sowieso immer stärker überschneiden. Die Eckdaten stimmen, was bietet uns die Realität?

Nun gibt es also mit der W9100 seit 2007 endlich auch wieder eine "Big-GPU" unter dem roten FirePro-Label. Mit 6,2 Milliarden Transistoren ist diese Karte mit dem Hawaii-Chip immerhin satte 44 Prozent komplexer als die Tahiti-GPU auf der FirePro W9000. Trotzdem wird der Chip weiterhin in der gleichen 28-nm-Prozesstechnik hergestellt. Auf die genaueren Unterschiede zwischen Hawaii und Tahiti auf den Workstation-Grafikkarten der vorigen und aktuellen Generation werden wir im anschließenden Kapitel gleich noch eingehen.

Zunächst wollen wir uns erst einmal anhand der nackten Daten einen ersten Überblick verschaffen, wo genau sich die neue FirePro W9100 platzieren dürfte und wo vielleicht die Stärken der Karte liegen könnten, bevor wir uns die Zielstellung von AMDs Marketing näher betrachten. Preislich orientiert sich die Karte ja eher an der Quadro K6000, liegt aber laut der UVP von 3999 USD noch immer zwischen der Quadro K5000 und K6000. Deshalb stellen wir die FirePro W9100 jetzt einfach mal in die Mitte:


Nvidia
Quadro K6000
AMD
FirePro W9100
Nvidia
Quadro K5000
Compute Units:
2880 cuda cores
2816 stream processors
1536 cuda cores
FP32 Performance (SP):5.2 TFLOPS
5.24 TFLOPS
2.2 TFLOPS
FP64 Performance (DP):1.73 TFlops
2.62 TFlops
0.09 TFlops
Memory Size:12 GB
16 GB
4 GB
Memory Bus:384-bit
512-bit
256-bit
Memory Bandwidth:288 GB/s
320 GB/s
173 GB/s
ECC:Yes
Yes
No
PCI Express Bandwith:32 GB/s
32 GB/s16 GB/s
4K2K Displays @30 Hz:2
6
2
4K2K Displays @60 Hz:2
3
2
Power Consumption
(measured):
187 Watts Graphics
202 Watts GPGPU
245 Watts Graphics
260 Watts GPGPU
126 Watts Graphics
145 Watts GPGPU

Wo aber möchte AMD mit der neuen Karte hin, wo sieht man sich selbst? Der Markt für professionelle Grafikkarten und deren Einsatzmöglichkeiten ist mittlerweile vielschichtig wie noch nie, denn die klassischen Strukturen und die sehr klaren Trennungen untereinander verwischen sich immer mehr.

Klassische CAD-Anwendungen auf der Workstation profitieren immer mehr von der hohen Rechenleistung der GPUs - heute laufen bereits viele CAD- und CAE-Workflows auf ein und derselben Maschine. Konstruktion mit gleichzeitiger Echtzeitsimulation ist keine Zauberei mehr und hilft zudem auch, die Arbeit als solche und den nötigen Hardware-Einsatz effizienter zu gestalten.

AMD unterstützt OpenCL als freie Alternative zu den proprietären Schnittstellen wie Nvidias CUDA oder Stream aus dem eigenen Haus und propagiert es zudem als Chance für die plattformunabhängige Implementierung der GPU-Beschleunigung in rechenintensiven Aufgabenbereichen aktueller Standardsoftware. Überall, wo sich aufwändige Rechenprozesse gut parallelisieren lassen, ergibt sich die Chance auf eine wesentlich gesteigerte Performance.

Mit 4K (3840 x 2160 Pixel) hält seit einiger Zeit eine neue Auflösung Einzug in professionelle Bereiche, die völlig neue Perspektiven für Konstruktion und Präsentation eröffnet. Der Mehrwert im Entwurfsbereich ist sogar bis hinab zur 2D-Ebene deutlich spürbar, von den hohen Detailgraden der 3D-Visualisierung mal abgesehen.

Gleiches gilt für die professionelle, multi-mediale Präsentation und das Arbeiten mit hochauflösendem Material in nativer Auflösung und in wirklicher Echtzeit. Womit auch der Rückkehrschluss elegant geschafft wäre, denn gerade Dinge wie Video- und Fotofilter sowie die Encodierung derartiger Inhalte kosten sehr viel Rechenleistung.

Der bisherige Markt für Workstation-Grafikkarten ist nicht mehr der selbe wie noch vor drei bis vier Jahren, zumal sich die Grenzen wohl auch immer mehr vermischen. CAD, CAE, M&E - mit der FirePro W9100 will sich AMD noch stärker im neuen Markt etablieren und versuchen, nicht nur den Trends blind zu folgen, sondern selbst aktiv mitzubestimmen, was mit aktueller Technik machbar ist, indem man mit den betreffenden Softwareherstellern noch enger zusammenarbeitet.

Soweit die Theorie und der Wunsch von Entwicklern und Marketing. Wir wollen heute testen, was die Karte in einigen der anvisierten Teilbereiche wirklich kann - wie gut sie sich am Ende wirklich verkauft, muss dann wie immer der Markt entscheiden.

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