Wie man es dreht und wendet, das Wort „Schnäppchen“ passt nicht zu einem wie Prozessor dem Core i7-980X, der 1.000 Dollar kosten soll. Natürlich ist es (für die entsprechende Klientel) sehr interessant, dass Intel im Premium-Bereich nun auch einen Prozessor mit sechs Kernen im Angebot hat, und das zum gleichen Preis wie den Premium-Vierkerner i7-975X. Gleichzeitig wissen wir es auch zu schätzen, dass sich damit die Lebenserwartung des LGA-1366-Interface erhöht.
Trotzdem ist die Auswahl an Sechskern-Prozessoren momentan reichlich beschränkt. Konkret gibt es eigentlich nur den erwähnten Core i7-980X und die CPUs der Xeon-5600-Reihe – und die kosten allesamt 1.000 Dollar und mehr. Einen so teuren Prozessor kann und will sich nur leisten, wer regelmäßig Anwendungen mit vielen Threads nutzt und für den gesparte Zeit bares Geld bedeutet.
AMDs Opteron-2400-Serie verfügt ebenfalls über sechs Kerne, kostet aber weit weniger. So ist der Opteron 2427 mit 2,2 GHz schon ab 455 Dollar zu bekommen. Allerdings muss man sich bei ihnen auf einen gewissen Kompromiss einlassen, denn sie sind niedriger getaktet. Hier zahlt man den Aufpreis für die Fähigkeit, ein Zwei-Sockel-System mit insgesamt 12 Kernen zusammen stellen zu können. Doch wie Intels Hexa-Cores sind auch AMDs Sechskerner für den normalen Desktop ziemlich überdimensioniert.
Auftritt: Phenom II X6
Heute stellt AMD den Phenom II X6 vor, und der könnte unserer Meinung nach der erste Prozessor sein, der auch für Power-Desktop-User sinnvoll ist. Intels Core i7-980X konnte im direkten Vergleich mit dem Core i7-975X zeigen, was erhöhte Parallelisierung dank zusätzlicher Prozessorkerne bringen kann. Da beide CPUs mit einem identischen Takt von 3,33 GHz laufen, war es besonders einfach zu analysieren, wo zusätzliche Ausführungseinheiten auch wirklich zusätzliche Leistung bringen.
AMDs neues Flaggschiff, der Phenom II X6, wird uns stattdessen zeigen, ob es sich lohnt, mehr Geld für zwei zusätzliche Kerne auszugeben. Im Gegensatz zu Intels beiden Extreme Editions kosten die beiden Spitzenmodelle der X4- und der X6-Familie nämlich nicht gleich viel. Stattdessen kostet der Phenom II X4 965 Black Edition offiziell 185 Dollar, während der Phenom II X6 1090T zu seiner Einführung einen Herstellerpreis von 285 Dollar trägt. Da stellt sich die Frage: Rechtfertigt die Erhöhung der Kernzahl um 50% auch einen Aufpreis von mehr als 50%?
Um ehrlich zu sein ist unsere erste Reaktion, dass diese Rechnung so nicht aufgeht: Zwei zusätzliche Kerne (mit dem dazugehörigen L1/L2-Cache) ergeben nicht automatisch einen so viel höheren Preis. Allerdings will AMD den neuen Prozessor durch die Einführung einer neuen Technik namens Turbo Core schmackhafter machen. Kurz gesagt versucht Turbo Core, den Spielraum bei der TDP, der entsteht wenn mindestens drei Kerne untätig sind, bestmöglich auszuschöpfen, indem die verbleibenden drei Kerne dynamisch übertaktet werden. Im Falle unseres Phenom II X6 1090T beschleunigt Turbo Core bis zu drei Kerne der 3,2 GHz schnellen CPU auf bis zu 3,6 GHz.
Im Ergebnis sollte der Phenom II X6 also eigentlich in praktisch allen Szenarien schneller sein als ein (nominell) höher getakteter Phenom II X4. Die einzige Ausnahme träte dann ein, wenn eine Anwendung genau vier Threads belegt. Dadurch wäre die CPU gezwungen, mit maximal 3,2 GHz zu laufen und könnte nicht einmal ihre zusätzlichen beiden Kerne ausspielen. Dann sollte ein 3,4 GHz schneller Phenom II X4 965 die Nase vorn haben.
Chipsatzupdate: AMD 890FX
Der Phenom II X6 ist aber nicht die einzige Neuvorstellung am heutigen Tag. Gleichzeitig enthüllt AMD auch noch einen überarbeiteten Desktop-Chipsatz, der für den Einsatz mit dedizierten Grafikkarten gedacht ist. Der Name 890FX lässt zwar eine neue Northbridge erwarten, doch ist der neue Baustein der bisherigen Northbridge 790FX sehr ähnlich. Der größte Unterschied zwischen den beiden Plattform-Generationen ist vielmehr die Southbridge SB850, auf die wir in Kürze genauer eingehen werden. Vorerst reicht es, sie als zweiten Teil der dreiteiligen Leo-Plattform zu betrachten, die AMD als Nachfolgerin der bisherigen Dragon-Plattform ins Rennen schickt. Die dritte Komponente stellen die Grafikkarten der Radeon-HD-5800-Familie dar.
Zuerst schauen wir uns aber noch an, was es bedeutet, der Phenom-II-Familie zwei zusätzliche Prozessorkerne einzupflanzen.
- AMD - Jetzt auch mit sechs Kernen
- Phenom II X6: Zwei zum Anfang
- Turbo Core unter der Lupe
- Chipsatzfamilie Nummer 8
- Test-System und Benchmarks
- Synthetische Benchmarks
- Benchmarks: Medien und Konvertierung
- Benchmarks: Anwendungen
- Benchmarks: Crysis
- Benchmarks: Left 4 Dead 2
- Benchmarks: Call Of Duty: Modern Warfare 2
- Benchmarks: DiRT 2
- Leistungsaufnahme
- Fazit


Mich würde interessieren, in wie weit der X6 effektiv zu übertakten geht, d.h. wie es mit dem Leistungsgewinn im Vergleich zum Mehrverbrauch aussieht.
dann sind da Welten in der Qualtität der Berichterstattung dazwischen...
@ FomratC: Übertaktet haben eure Kollegen von CB den 6-Kerner auf stabile 4.2 GHz (alle Kerne aktiv).
Würde meinen, dass das nicht so übel ist.
Rechtfertigt eine 20 Prozent höhere Leistung in Anwendungen und keinerlei Gewinn in Spielen eine nahezu verdoppelte Leistungsaufnahme der CPU? Diese Frage ist mit einem klaren Nein zu beantworten.
Schnellschuß von AMD, um überhaupt einen 6kerner auf dem Markt zu haben.
Immerhin mehr Zeit Geld bei Seite zu schaffen
Auch wenn er für mich als Option nun ausfällt, da mein 965BE scheinbar in manchen Disziplinen dem Thuban davonziehen kann (eben wegen der erhöhten Taktraten), so wird er bei der zukünftigen Wahl für einen reinen Rechenknecht auf jeden Fall einem i7-980 in preislicher Hinsicht vorzuziehen sein!
AMD kann, wenn sie wollen und es bleibt abzuwarten, was kommende 6-8(?)-Kerner auf 32nm leisten können und wieviel Energiebedarf dem gegenübersteht...
Alles in allem auch ein Danke an THG für die aufschlussreichen Tests.
Jedoch gehört in den Test eindeutig GTA4 anstatt Crysis rein.
Bei Crysis hamn früher schon die Duals die Quads abgehängt. Da macht der Vergleich zwischen X4 und X6 wenig Sinn.
Mich freut allerdings, daß der kleine X6 so viel kostet wie der I5 750.
Er mag zwar nicht so schnell wie dieser sein, aber wenn man die Mediablöd Kunden mitrechnet und die Werbestrategie von den Großhändlern, dann dürften da gewisse Preissenkungen in Aussicht sein.
Also ich finde, das ist ziemlich das was zu erwarten war, für eine Spieleplattform würde ich immer noch einen hohen Takt bevorzugen, andererseits wer bei einer Nvidia sich keine Sorgen macht um 300Watt Verbrauch, der kann dann auch einen Phenom X6 auf 4Ghz übertakten, auch wenn ich das nicht machen würde. Der Last-Stromverbrauch ist leider eben etwas hoch, alles andere wäre bei 40nm auch ein Wunder. Vor allem der wichtige Idle-Verbrauch ist doch ein Lichtblick. Stellt euch den mal nach dem Shrink auf 32nm und ein paar weiteren Optimierungen (Abschaltbare Cores) und einem neuen Stepping vor.
Also ich sehe da durchaus großes Potential. Jetzt kaufen würde ich ihn mir noch nicht, auch wenn der Preis schon sexy ist, langt mir doch noch länger mein X2.
Und kommt schon, ich halt wirklich auch viel von benkraft. Aber die Tests von CB sind schon immer so ziemlich das Beste was im Netz zu finden ist. Wofür bekommt gscheitmeier die ganzen negativen Bewertungen
Ist ja der Oberhammer. Kommt das von dem überfrachteten Board?
Ich hab gerade einen Test gesehen, das kam der i7 860 mit nem guten MSI P55GD65 auf 67 Watt im Leerlauf.
Die grossen X58 i7 (975 + 980) haben immer (Idel, Last, Core Damage) deutlich mehr Verbraucht, als der P II X6 1090T auf einem neuen Crosshair IV!
Ich finde, der X6 schneidet echt gut ab, wenn man verschiedene Tests liest.
So hat man es ja fast erwartet, die Architektur ist ja schliesslich noch die "Alte".
Hmm, was wünschst du dir denn zukünftig bei uns in den Artikeln? Was fehlt, was sollte deiner Meinung nach anders sein? Für Feedback sind wir immer dankbar, es muss aber konkreter ausfallen als "ihr seid schlechter als CB".
Ihr könntet euch bemühen neutraler zu schreiben und allein die ergebnisse sprechen zu lassen.
Empfehlungen und Meinungen gehören nur in das letzte Kapitel.
Man merkt "zwischen den Zeilen", dass den Autoren die Spiele-Performance wohl am wichtigsten ist. Bedenkt, dass viele leser hieran wenig interessiert sind.
Vorausgesetzt alle Threads werden voll genutzt, so gilt doch:
-AMDs neue 6 Kerner sind die Leistungsstärksten Desktop CPUs von AMD
-AMD hat nach Intels 6-kerner in bei vielen Anwendungen die zweitschnellste Desktop-CPU zu einem vielfach besseren P/L-Verhältnis
- Das Verhältnis Rechenleistung / Stromverbrauch bei AMDs neulingen ist unter Vollast besser als bei den Vorgängern
- Der Stromverbrauch im Idle ist besser als bei den meisten Intel-Modellen.
Diese Aspekte sind mir zu wenig hervorgehoben.
Mit mehr CPU Kernen habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht. Ich habe einen Phenom II BE 550. Diese CPU konnte ich zum Quad freischalten. Er läuft mit seinen 3,1 GHz Standardtakt, da ich ich aufgrund beengter Platzverhältnisse einen relativ kleinen Kühler (Scythe Big Shuriken) einsetzen muss. Als Dual-Core hatte ich ihn auf 3,3 GHz laufen. Ich kann nur sagen, das man die 2 Kerne mehr im Windows betrieb merkt. Das Hochfaren geht schneller, das System friert wesentlich seltener komplett ein, startet beim Zocken unerwartet ein Hintergrunddienst merkt man das nicht usw.
Wenn ich jetzt von diesesn Erfahrungen auf den Hexa-Core schließe, würde ich mich für die 6 Kerne entscheiden, der Zukunft wegen.
Meine Vermutung, daß der 1055T ne ernsthafte Konkurenz für den I5 750 werden könnte, hat sich da plötzlich bestätigt.
Zwar nicht unbedingt für den Gaming Sektor, da nur wenige Titel von 6 Kernen profitieren (z.B. Anno oder GTA4) aber im Endeffekt sind die 2 recht nah bei einander.
Ihr habt eure 08/15 Benchmarks drüber laufen lassen, dann ein paar Spiele die überwiegend schlecht bis gar nicht für Mehrkern-CPUs ausgelegt sind sondern grafiklastig. Nona schaut entsprechend das Ergebnis aus.
Die P/L Schiene wurde viel zu wenig beleuchtet und das Overclocking erst gar nicht.
Wenn ich mir CB anschaue wurden die CPUs auf verschiedenen Plattformen mit verschiedenen Einstellungen jeweils getestet, dazu wesentlich mehr Benchmarks, insb. auch von aussgekräftiger Software. Dementsprechend fiel das Ergebnis differnzierter aus als bei euch.
Es ist dem Leser länger bekannt, dass ihr eine Affinität zu Intel habt, dann brucht ihr das nicht noch durch solche einseitigen Tests derart unterstreichen.
Wird euch zwar wundern, aber ich arbeite selber auch nur auf Intel Systemen, aber so etwas dann zu lesen ist sogar mir schon unangenehm wenn ich auf CB einen wirklich neutralen, aussagekräftigen und umfassenden Test sehe.
Btw ist es traurig, dass ihr selber nicht auf die Idee kommt mal über den Tellerrand zu blicken was die anderen so abliefern und stattdessen darauf wartet, dass euch die Leser sagen, was ihr tun sollt! Unglaublich eigentlich! Wer so arbeitet geht im Wettbewerb normal unter...
Wenn das nicht "schlecht" suggeriert, dann weiß ich auch nicht. Abgesehen davon ist das, was ich in den Anführungsstrichen schrieb, klar als Paraphrase und nicht als Zitat zu erkennen. Siehe zum Vergleich dein Zitat oben...
Und wenn wir dann schon dabei sind, die Posts des anderen edieren zu lassen, dann bitte ich dich, die Unterstellung einer Affinität für Intel zurückzunehmen, die du darüber hinaus noch als Fakt darstellst.
Ich kann es nicht mehr hören.
Es ist auch ein KO-Argument von dir als Leser. Wie sollen wir uns dagegen wehren? Verteidigen wir uns, glaubt man uns eh nicht. "Jaja, was sollen sie auch sonst sagen."
Sagen wir nichts, wird das als stillschweigende Eingeständnis interpretiert: "Siehste, die sagen nix. Hatte ich Recht!"
Und wenn wir, was übrigens auch schon passiert ist (wird gerne vergessen), einen Artikel schreiben, bei dem es eine Empfehlung für AMD gibt, heißt es, wir machten es "für's Protokoll" oder um AMD zu puschen.
Ja was denn nu?
Sollen wir jetzt den Benchmarkparcours vo CB nachbauen, weil er dir besser gefällt oder sinnvoller erscheint? Ich habe lediglich um Feedback gebeten. Normalerweise nennt man das "Nähe zum Leser" - immerhin wollen wir nicht komplett an dem vorbeitesten, was unser Publikum interessiert. Schade, dass du das als Ideenlosigkeit bezeichnest.