AMD zeigt Embedded-APUs und -CPUs der R-Serie

Über einen Großteil der Neuerungen sowie die Architektur von AMDs aktueller APU-Generation konnten wir bereits in der jüngeren Vergangenheit intensiv berichten: Godavari (für Desktop-PCs), Carrizo (für Notebooks), ein Special zur Effizienzsteigerung von Carrizo-L sowie AMD Pro-APUs (mit speziellen Plattform-Features für Wirtschaft, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen) waren diesbezüglich die Hauptthemen.

Allen Genannten gemein ist die Kombination von stromsparenden Excavator-x86- und GCN-GPU-Kernen (Graphics Core Next), die AMD als gleichberechtigt nebeneinanderstehende Compute Units auffasst. Das macht das Konzept einer APU (Advanced Processing Unit) letztlich aus. Wer sich hier intensiver einlesen möchte, wird in den oben verlinkten Artikeln fündig.

Dieses Konzept wird nun auch in der aktuellsten Generation der einzelnen Bestandteile auf den Bereich der Embedded-APUs übertragen: Mit der R-Serie (Merlin Falcon) stellt AMD das erste eigene SoC vor, bei dem CPU, GPU und nun auch Southbridge auf demselben Bauteil unterkommen. Bei der Vorgängergeneration war letztere noch als externer Chip auf das Mainboard ausgelagert worden.

Die neue APUs eignen sich laut AMD insbesondere für alle Einsatzbereiche, die viel Compute-Leistung auf kleinem Raum erfordern - seien es nun 3D-Spielautomaten, computergestützte Arbeitsgeräte im medizinischen Bereich mit der Möglichkeit zur Bildausgabe in hoher UHD- bzw. 4K-Auflösung oder spezielle Industrie-PCs. Das SoC bietet die Möglichkeit zum gleichezitigen Betrieb von zwei oder drei externen Monitoren.

Gegenüber der Vorgängergeneration an Embedded-CPUs und -APUs (Bald Eagle) hat der Hersteller aber noch weitere Verbesserungen und Aktualisierungen zu vermelden: Mit der R-Serie unterstützt AMD erstmals DDR4-Speicher, der integrierte Speichercontroller kann aber auch weiterhin mit DDR3-DRAM umgehen.

Die Chips unterstützen Hardware-basiertes HEVC/H-265-Video-Encoding und bieten vollständigen HSA-Support gemäß Spezifikation 1.0 sowie erweiterte Sicherheits-Features durch den Einsatz eines dedizierten AMD Secure Processor mit ARM TrustZone-Unterstützung.

Verbessert wurde vor allem auch das Powermanagement der APUs, die über eine frei konfigurierbare TDP (12 bis 35 Watt) verfügen. Werden hohe Leistungsanforderungen an beispielsweise den x86-Teil der APU gestellt, während der GPU-Teil sich im Leerlauf befindet, kann das Powerlimit zugunsten des CPU-Teils verschoben werden, um hier maximale Leistung bereitstellen zu können.

Durch die Integration der Southbridge in die APU benötigt AMD im Gegensatz zur Vorgängergeneration rund ein Drittel weniger Platz auf dem Mainboard. Eine überarbeitete Cache-Architektur in Verbindung mit weiteren Verbesserungen wie einer optimierten Branch Prediction soll CPU-seitig für vier bis 15 Prozent mehr Instruktionen pro Takt sorgen.

Mit der Merlin Falcon-Generation setzt AMD für Linux exklusiv auf Open Source und ermöglicht es Anwendern und Entwicklern somit, den Quellcode gemäß ihrer jeweiligen Bedürfnisse zu modifizieren. Aber die Open-Source-Strategie von AMD soll noch weiter gehen: In Kooperation mit Mentor Graphics wird die Mentor Embedded Linux-Plattform und deren verschiedene Ansätze - Yocto, MEL Lite und MEL Commercial - unterstützt.

Die Merlin Falcon-Referenzplattform wurde in Zusammenarbeit Sapphire Technology entwickelt, eine Folie mit der Ausstattung wurde während der Konferenz zu den neuen Embedded-APUs gezeigt.

Im Folgenden zeigen wir einen Überblick der angekündigten Ausstattungsvarianten der neuen Modelle. Angekündigt wurde zudem eine spezielle, nicht näher spezifizierte iTemp-Version, die bei Temperaturwerten zwischen -40 und +105 Grad Celsius arbeiten soll.

Bei einer ordentlichen Präsentation dürfen selbstverständlich auch Benchmarkwerte nicht fehlen. AMD zeigte Folien zur Leistungsfähigkeit der integrierten Radeon-Grafik (3DMark 11) sowie der Excavator-CPU-Kerne (EEMBC CoreMark v1.0). In beiden Fällen liegt eine auf 15 Watt TDP spezifizierte Embedded-APU aus der aktuellen Merlin Falcon-Generation in den eigenen Messungen des Herstellers etwa auf dem Performance-Level einer mit 35 Watt TDP spezifizierten Bald Eagle-APU aus der Vorgängergeneration. Wird das TDP-Limit der aktuellsten Generation hingegen mit 35 Watt voll ausgeschöpft, kann sich diese leistungstechnisch deutlich absetzen.

Im Vergleich zu den aufgeführten Intel-Prozessoren aus der Broadwell-Generation bieten AMDs Merlin Falcon-Modelle scheinbar die stärkere Grafikeinheit und ordnen sich im Hinblick auf die x86-Leistung bei gleicher TDP zwischen Core i5-5350U und i7-5650U ein. Auch hier bringt eine Erhöhung der TDP bis ans erlaubte Limit noch einmal einen kleinen Leistungsschub, dcer natürlich auf Kosten der Energieeffizienz geht.

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