AMD Radeon Pro bekommt Polaris und bis zu 1 TByte Speicher

Solid State Graphics, SSG, ist das Zauberwort, mit dem AMD in einer der neuesten Workstation-Grafikkarten einen Flaschenhals beseitigen will. Bei umfangreichen Berechnungen bremst der vergleichsweise kleine Grafikspeicher die Workflows ein, weil die GPU Daten via CPU aus dem Massenspeicher holen muss.

AMD Radeon Pro SSGAMD Radeon Pro SSG

Auf der Profi-Grafikmesse Siggraph wurde mit der AMD Radeon Pro SSG jetzt eine Grafikkarte vorgestellt, die das umgeht. Auf ihrem Board sind neben einer Polaris-10-GPU (RX 480) und dem GDDR5-Grafikspeicher zwei über PCIe 3.0 angebundene M.2-Slots untergebracht. Die sind für SSDs vorgesehen, die – zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt – insgesamt ein Terabyte vorhalten.

Damit soll die Radeon Pro SSG beim Video-Scrubbing von 8K-Material mehr als 90 Frames pro Sekunde berechnen können – ohne den großen On-Board-Speicher wären es nur 17 fps. Damit sollen dann auch Renderings von hochaufösenden Grafiken, VR-Berechnungen, Öl- und Gas-Forschung, Medizintechnik und andere Wissenschaften unterstützt werden.

Die Grafikkarte soll endgültig erst 2017 auf den Markt kommen. Erste Entwickler-Kits sollen allerdings schon vorher zum Preis von 9999 US-Dollar erworben werden können.

AMD Radeon Pro WX 7100AMD Radeon Pro WX 7100

Dagegen sind die drei Workstation-Grafikkarten mit Polaris-Bestückung geradezu konventioneller Stoff, auch wenn sie die Grafikleistungen auf ein neues Level heben sollen. Schon in diesem Jahr sollen die drei neuen Radeon-Pro-Grafikkarten WX 7100, WX 5100 und WX 4100 zu kaufen sein.

AMD Radeon Pro WX 5100AMD Radeon Pro WX 5100

Die WX 7100 auf Basis der RX 470 soll 32 Compute-Units mit 2048 Shadern aufweisen und mit acht Gigabyte GDDR5-RAM kommen, die mit 256 Bit angebunden sind. Sie soll für aufwändige Entwicklungen und Multimedia-Workflows genutzt werden und AMDs professionelle Lösung für VR-Erstellung für weniger als 1000 USD sein.

AMD Radeon Pro WX 4100AMD Radeon Pro WX 4100

Eine Stufe darunter liegt die WX 5100 mit 28 Compute-Units und 1792 ALUs und ebenfalls acht Gigabyte GDDR5-RAM für Produktentwicklungen. Im wahrsten Sinne des Wortes eine halbe Nummer kleiner ist die halbhoch bauende WX 4100, die auch SFF-Workstations genug Performance für mittlere Anforderungen bringen soll. Dafür stehen im Polaris-11-Design 16 Compute-Units mit 1024 Shadern und 4 GByte GDDR5-RAM zur Verfügung, die mit 128 Bit angebunden sind.

Die Grafikkarten, die fünf, vier und zwei Teraflops leisten sollen, bieten DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0 und können 4K mit HEVC und VP9 codieren und decodieren.

Preise wurden noch nicht genannt.

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4 Kommentare
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  • beckspistol
    Angeblich soll die Pro SSG auf Fiji mit HBM basieren
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  • derGhostrider
    @BeckPistol: Habe bisher gelesen, dass es Polaris sein soll. Nunja, wäre auch komisch, wenn die alten wiederbelebt würden.
    Wenn 2017 angepeilt wird, dann könnte man eher zu Volta spekulieren, meinst Du nicht? AMD ist mit dem Release seiner PRO-Versionen immer recht up-to-date. Könnte also theoretisch passen, sofern Volta im Zeitplan bleibt.

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    Nun näher zum Artikel:
    SSD direkt an der Graka (natürlich fest verbaut).
    SSDs sind deutlich langsamer als PCIe. Auch NVMe-SSDs. Es wäre sinnvoller gewesen die SSDs extern zu lassen bzw per Treiber "beliebige" NVMe SSDs direkt anprechbar zu machen.
    Damit meine ich natürlich "sinnvoller für den Kunden". Der hätte dann einfach 500 oder 1000 Euro für SSDs und von mir aus 2k€ für die Graka investiert, anstatt 10k€ für beides in einem Paket, ohne Möglichkeit die SSDs aufzurüsten oder auszutauschen.

    Zumal man sich eines fragen darf:
    Wieso soll das ernsthaft schneller sein?
    Klar, schneller als von klassischen HDDs, nachdem die Daten erstmal komplett eingelesen wurden.
    Und dann?
    Nur zum hin- und herspulen?
    Oder muss nun auch erst ein tolles Tool geschrieben werden, das sämtliche Bearbeitungen auf der Graka abarbeitet, da bisherige Software auch immer auf der CPU läuft?

    Gehen wir mal von folgendem Vergleich aus: Workstation mit genügend RAM und flotter NVMe SSD gegen diese SSD-Graka Lösung im gleichen System.
    Datentransfer RAM -> PCIe -> Graka ist deutlich schneller als zwei SSDs in der Graka sein können: Hier wäre die Lösung überflüssig und brächte keine Vorteile.
    Wenn man zu wenig RAM hat, die Daten aber von schneller NVMe SSD im System kommen, ist die Geschwindigkeit wohl ungefähr vergleichbar. (Voraussetzung: System-SSD so schnell wie die Lösung in der Graka oder schneller. PCIe 3.0 16x ist fix genug dafür)

    Also nur dann, wenn das System zu wenig RAM hat und das Speichermedium der Rohdaten zu lahm ist, bringen die verbauten SSDs ernsthaftere Vorteile.
    Ansonsten fällt es mir schwer einen Fall zu konstruieren, in dem diese SSDs in der Graka etwas reißen können. Klingt irgendwie nach absoluten Spezialfällen.
    (Denkbarer Spezialfall: Man hat z.B. 8 dieser Karten in einem Server und alle müssten auf große Datenmengen zugreifen...
    Das würde den Traffic lokal halten und könnte dann Vorteile bringen.)
    0
  • MyRunner
    Anonymous sagte:

    Zumal man sich eines fragen darf:
    Wieso soll das ernsthaft schneller sein?
    Klar, schneller als von klassischen HDDs, nachdem die Daten erstmal komplett eingelesen wurden.
    Und dann?
    Nur zum hin- und herspulen?


    Das ist kein Ersatz fuer eine klassische SSD. Das ist SWAP-Space fuer den Grafikspeicher. Und da gibt es wohl in den Szenarien, welche diese Grafikkarte nutzen halt den Flaschenhals PCIe + SSD. Jetzt kann die Grafikkarte mehr Daten selbst cachen, ohne sich mit dem OS/CPU etc zu synchronisieren und das ist sicher schneller. Aber eben nur in den Szenarien, wo extrem viel Grafikspeicher noetig ist.

    Stell Dir mal vor, die Grafikkarte wird fuer das Rendern von Animationen genutzt. Da gibt es sicher extrem viele Texturen etc, die in den Grafikspeicher geladen werden muessen, auf die entsprechenden Objekte gemappt, fuers naechste Objekt verworfen etc. Und wenn die Daten virtuell im Grafikspeicher liegen und von der GPU auf die lokale SSD geswappt werden, dann muessen die nicht immer wieder aus dem System RAM ueber PCIe in den Grafikspeicher geschoben werden. Ausserdem muss sich die SSD nicht um irgendwelche besonderen Filesysteme Gedanken machen. Ablegen der Daten, wie es die GPU braucht.
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