Anmelden mit
Registrieren | Anmelden

Temperaturen und Lautstärke

AMD Radeon R9 285 im Test: Tonga und das GCN-Update 3.0
Von , Don Woligroski

Temperaturentwicklung im laufenden Betrieb

Eine geringere Leistungsaufnahme vespricht natürlich auch eine geringere Temperatur der GPU unter Last, sowie eine einfachere und leisere Kühlung.

Soweit die Theorie - doch wie sieht es in der Praxis aus?  

Infrarot-Messungen mit der Optris PI450

Jetzt wird es interessanter als das, was wir normalerweise in einem Kurvendiagramm darstellen können, denn wir verwenden zum Gegentest dessen, was uns die Sensoren soewieso schon liefern, mit der PI450 eine von Optris speziell für die Prozessüberwachung entwickelte Infrarotkamera.

Mit einer Rate von 80 Hz liefert sie uns Echtzeit Wärmebilder in Höchstgeschwindigkeit, die via USB auf ein separates System übertragen werden, so dass wir diese Vorschau auch als Video aufzeichnen können. Mit einer thermischen Empfindlichkeit von 40 mK eignet sie sich speziell zur Erkennung minimaler Temperaturunterschiede, was uns natürlich sehr entgegenkommt.

Aufwärmprozess in Bild, Video und Zahlen

Die Raumtemperatur betrug bei jeder Messung 22 °C. Im Idle liegen wir bei der GPU im offenen Aufbau bei durchschnittlich 29 °C, beim Gaming bei 64 °C und im Stresstest dann bei 65 bis 66 °C.

Wie sehen sehr deutlich, dass selbst bei konstanter Last nur der Bereich der Spannungswandler wirklich heiß wird. Der Kühlkörper meldet an der Oberfläche knapp 72°C, was durchaus akzeptabel ist.

Die Rückseite hingegen offenbart die Stellen, wo es nicht mehr ganz so schön aussieht. Niedrige Lüfterdrehzahlen sind gut für die Ohren, aber nicht so gut für die Kühlung der Spannungswandler. Man kann davon ausgehen, dass die Rückseite der Platine um die Spannungswandler herum nach der längeren Aufwärmphase in etwa auch die gleichen Temperaturen aufweist, wie die auf der anderen Seite befindlichen Bauelemente. Deshalb sind die gemessenen knapp 90 °C realistisch.

Zu Schaden kommen wird hier natürlich nichts, denn sowohl die betroffenen aktiven Baulemente, als auch die Platine sind für noch höhere Temperaturen ausgelegt. Allerdings sehen wir auch, wie sich die Temperaturen quer über die Platine ausbreiten und auch Bereiche erfassen, wo die Anschlussdrähte empfindlicherer Bauelemente fest verlötet wurden. Das Ganze haben wir deshalb zur Veranschaulichung als Zeitraffer-Video in nur zwei Minuten Länge (Original 20 Minuten) noch einmal zusammengefasst:

Gigabyte R9 285 Windforce OC - IR Heat Measurement - Gaming Loop - Time Lapse

Im Übrigen betrifft diese Feststellung nicht allein diese Karte, denn fast alle Platinen der aktuellen, leistungssarken Grafikkarten werden so übermäßig heiß. Da hilft am Ende auch keine Backplate, ganz im Gegenteil. Wir fassen alle Temperaturen noch einmal tabellarisch zusammen:


Idle
3D-Workload -
offener Benchtable
3D-Workload - 
geschlossenes Gehäuse
Gigabyte R9 285 Windforce OC:
29 °C
64 °C
66-67 °C
Gigabyte R9 280X Windforce:
30 °C73 °C75 °C

Messung der Geräuschentwicklung

Wie messen die Geräuschentwicklung der Grafikkarte mit einem kalibrierten, sehr hochwertigen Studiomikrofon (Super-Niere) in einem Abstand von 50 cm lotrecht zur Grafikkartenmitte. Dieser Abstand ist zusammen mit der sehr ausgeprägten Nierencharakteristik des Mikrophons ein notweniger Kompromiss zwischen der Vermeidung von Windgeräuschen durch den Lüfter einerseits und den störenden Einflüssen der Nebengeräusche andererseits, die nie völlig auszuschließen sind. Auch wenn unsere Schallschutzmaßnahmen helfen können, Letzeres zu minimieren - ganz ausschließen kann man es eben nie. Deshalb werden diese Messungen auch überwiegend nachts durchgeführt.

Um mehr Praxisnähe zu zeigen, nutzen wir ja zusäzlich noch den Einbau in ein geschlossenes Gehäuse. Dort ermitteln wir nach dem abgeschlossenen Aufwärmprozess nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Drehzahlen der Lüfter. Diese stellen wir dann im offenen Aufnau manuell fest ein, um eine echte Vergleichsmessung unter identischen akustischen Bedingungen zu ermöglichen.

Doch wie sieht es mit der Geräuschentwicklung der Gigabyte Radeon R9 285 nun genau aus? Nicht schlecht, würden wir meinen. In Zahlen drückt sich dies nämlich dann so aus:


Idle
3D-Workload -
offener Benchtable
3D-Workload - 
geschlossenes Gehäuse
Gigabyte R9 285 Windforce OC:
30,9 dB(A)
35,5 dB(A)
36,8 dB(A)
Gigabyte R9 280X Windforce:
31,4 dB(A)42,7 dB(A)44,9 dB(A)

Unsere US-Kollegen haben mit ihrer Asus Strix- Radeon R9 285 auch ein paar Vergleichsmessungen angestellt. Die Messbedingungen: Offenes Gehäuse, drei Zoll (knapp 8 cm) hinter der Slot-Blende und das Ganze nach 10 Minuten Battlefield 4.

Obwohl die Referenzkarte der Radeon HD 7870 die lauteste ist, arbeiten letztlich all diese Karten mit einem akzeptablem Schallpegel. In diesem Kurzvergleich stach die neue, Tonga-basierte Asus-Karte aber dennoch als leiseste positiv heraus. 

Kommentar abgeben
Experten im Forum befragen
Ihre Reaktion auf diesen Artikel

Zu diesem Thema einen neuen Thread im Forum Artikel erstellen.

Beispiel: Notebook, Festplatte, Speicher

Alle 13 Kommentare anzeigen.
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • Michalito , 2. September 2014 14:14
    Geil die neue Wärmekamera.. Und die Risercard ist auch cool.. Ihr habt da m.E. das beste Meßequipment im Deutschsprachigen Raum.. Und nun lesen..
  • Tesetilaro , 2. September 2014 15:47
    jo, das hat schon was - man kann halt die vielen Faktoren für die Anschaffung einer neuen Graphikkarte auf baisis dieser tests vollkommen anders bewerten als alleine mit technischen Daten oder simplen user benchmarks ;) 

    zumal hier quasi standardisierte Bedingungen geschaffen werden!!! Danke!
  • MyRunner , 2. September 2014 16:03
    Hmm, koennt Ihr den Test mit der Waermeverteilung auf der Rueckseite eventuell mit nem geschlossenen Gehaeuse nochmal wiederholen, so mit Kamera durch abgedichtetes Loch in der Seite. Weil das es auf nem offenen Aufbau ohne Luftzug warm werden kann, duerfte klar sein. Aber ob das in einem beluefteten Gehaeuse eventuell besser ist?
  • Big-K , 2. September 2014 16:05
    Das ist bislang die erste GPU die diese Farbkompremierung kann? Oder könnte das Hawaii mit passendem Treiber auch?
    Und dieses Auslagern von Rechenvorgängen auf die GPU ist auch immer interessant. Kann es sein das Creed das als einziges Spiel unterstützt oder was ist hier passiert?
  • MBaumi , 2. September 2014 21:06
    Zitat :
    Geil die neue Wärmekamera.. Und die Risercard ist auch cool.. Ihr habt da m.E. das beste Meßequipment im Deutschsprachigen Raum.. Und nun lesen..

    Haben wir tatsächlich. Hat schon einen Grund, warum auch die Amis auf die deutschen Daten zurückgreifen ;) 
  • FormatC , 2. September 2014 21:25
    Unter uns:
    Ich rüste morgen noch einmal gehörig auf. Ich werde nämlich zwei dieser Oszillographen miteinander koppeln (Trigger, Master-Slave) und habe dann faktisch 8 analoge Eingänge, die ich gleichzeitig nutzen und aufzeichnen kann. Also insgesamt 4 Rails, für die ich parallel Strom UND Spannung gleichzeitig messen kann. Das hat dann außer uns keine andere Redaktion. Weltweit.

    Da geht mein Dank auch an den Industriepartner, der mittlerweile einen guten Kompaktwagen im Lab versenkt hat:) 
  • numerobis , 2. September 2014 22:28
    Super Test. Da habt ihr ja echt ganz schön was aufgefahren!
    Wo ihr grad so am Aufrüsten seid... ;)  was mich persönlich für den nächsten Workstation-Graka-Test noch freuen würde, wäre der neue SPECapc für 3ds Max 2015 ( http://www.spec.org/gwpg/apc.static/max2015info.html ) Ich weiss ja nicht, ob das lizenztechnisch möglich wäre, aber das ist endlich mal wieder ein realistischer Benchmark für Max, da Autodesk ja schon länger auf DirectX bzw. Nitrous setzt. Und Tests damit hab ich bisher noch nirgends entdecken können. Besonders das Abschneiden der Gamerkarten wäre hier interessant...
  • Michalito , 3. September 2014 01:41
    @MBaumi.. Habe ich schon gerafft, der Artikel von Igor war noch nicht Übersetzt in Amiland da war der schon auf der Main..

    Große Lob an Igor, tolle Schreibe, lustig, aber immer sehr sachlich. Und dazu viel Sachverstand, hat schon seinen Grund warum die Industriepartner soooo spendabel sind. Mein Bruder ist Elektroniker für Geräte und Systeme und ist ganz beeindrukt von dem was du da machst..

    P.s. Wenn du dabei bist neue Maßstäbe zu setzen, dann hast du halt das Pech die Erwartungshaltung des hungrigen Publikums auch erfüllen zu müssen (noch mehr Arbeit...)
    Ab jetzt will ich von jeder Graka die Infrashots..

    Wie Tesetilaro schon sagt: Sehr aufschlussreich, und Standatisiert..
  • Tesetilaro , 3. September 2014 08:48
    @michalito - unterhaltsam setze ich bei Igor voraus - da wars wieder mit der Erwartungshaltung *g*
  • drno , 3. September 2014 10:47
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Tonga_node.html

    Ich war schon auf ein paar Inseln in Asien - aber noch nie auf Tonga!
  • FormatC , 3. September 2014 11:49
    Das hätte eigentlich Tanga heißen sollen, aber man wollte wohl nicht so direkt drauf abzielen, dass es für den A... sein könnte. :D 
  • oXe , 3. September 2014 12:45
    Mir zeigt der Test, dass die R9 280 das Beste P/L Verhältnis hat - Straßenpreis 175 Euro.
    Die R9 280X bringt 10-15% mehr Leistung, kostet aber mindestens 50 Euro mehr - also knapp 30% Aufpreis.
    Die Leistungsunterschiede sind einfach zu gering, diesen Preisunterschied zu rechtfertigen.
  • woidviertla , 12. September 2014 09:25
    Guter Test, gute Karte, wenn dann auch der Preis passt.

    Ich stelle einmal eine Annahme auf:
    Die GCN 1.2 Architektur wird durch ihre Farbkompression und damit effizientere Speichernutzung auch in den kommenden Carizzo-APUs zu einem ordentlichen Leistungsschub führen. Besonders, weil bei den APUs die Speicherbandbreite ja von CPU & GPU gleichzeitig genutzt und damit besonders knapp ist.
Ihre Reaktion auf diesen Artikel