Media-Tablets von Amazon, Dell, Huawei und LG im Vergleichstest

Amazon Kindle Fire HDX 7

Das Amazon Kindle Fire HDX 7 ist schon etwas länger auf dem Markt. Das Gerät wird bereits seit Mitte letzten Jahres angeboten und ist fast so etwas wie der Inbegriff eines Media-Tablets - schließlich ist das Betriebssystem speziell auf das Online-Angebot des Gemischtwarenladens Amazon angepasst und vor allem auch auf die Konsumierung der diversen Kindle-Inhalte ausgerichtet.

Schon äußerlich demonstriert der Hersteller, dass er den Sinn eines solchen Gerätes verstanden hat. Denn die Hardware wird in einer robusten, das Tablet nahezu vollständig umschließenden Schale verpackt, die auch bei großem Druck nicht nachgibt. Zudem verspricht die gummierte Beschichtung selbst bei weniger fürsorglicher Behandlung langen Halt und verleiht dem an sich recht unscheinbaren und schlichten Flachrechner einen wertigen Anstrich.

Dieser Eindruck wird durch die in die Rückseite eingelassenen Funktionstasten (Ein/Aus und Lautstärke) bestärkt, die beim Halten gut erreichbar sind.

Mit Außenmaßen von 18,6 x 12,8 x 0,9 cm wirkt das Tablet vergleichsweise kompakt, auch wenn sich die Maße auf dem Niveau der Konkurrenten bewegen. Darüber hinaus ist das Gericht mit 311 g ausreichend niedrig, sodass der Rechner auch bei langem Halten in den Händen nicht schwer wird.  

Die eigentliche Besonderheit beim Amazons Kindle-Tablets sind dabei jedoch nicht die Äußerlichkeiten, sondern das Betriebssystem. Denn Amazon Fire OS 3.0 basiert zwar auf Android 4, ist jedoch ein von Amazon eigenständig entwickelter Fork, der damit optisch kaum noch etwas mit den anderen Android-Abkömmlingen gemein hat - und demonstriert, wie ein Media-Tablet aussehen sollte. Zumindest aus Sicht des Content-Händlers.

Die sehr einfach gehaltene Oberfläche ist aufgeräumt und dank großer Symbole übersichtlich, was die Bedienung vereinfacht. Eine darüber liegende Menüleiste, die ein bisschen an den Aufbau einer Navigationsleiste einer Webseite erinnert, erhöht die Übersichtlichkeit und zeigt gleichzeitig mit dem ersten Schlagwort, was der Nutzer nach Vorstellungen des Herstellers in erster Linie tun soll: Einkaufen.

Das ebenfalls einfach gehaltene Einstellungsmenü wird einfach oben herausgezogen; seine Möglichkeiten halten sich aber in engen Grenzen. Geeks, Nerds und alle anderen Nutzer, die in dem Gerät mehr als nur eine Unterhaltungsplattform sehen, dürften zumindest Gewöhnungsschwierigkeiten haben. Aufdringlich ist der Sperrbildschirm, der hinter der Entriegelung Werbung präsentiert. Wer das nicht will, nimmt beim Kauf die Version "Ohne Spezialangebote", die mit 274 Euro exakt 15 Euro teurer ist.

Das Kindle Fire HDX 7 ist die aufgerüstete Ausgabe der 7-zölligen Amazon-Fire-HD-Tablets, was nicht zuletzt durch das Display unterstrichen werden soll. Es verwöhnt das Auge des Nutzers mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln, was einer Pixeldichte von 324 ppi entspricht. Entsprechend scharf werden die Bildschirminhalte präsentiert.

Auch die durchschnittliche Leuchtdichte ist mit 300,6 cd/m² nicht wirklich schlecht, zumal das IPS-Panel dem Betrachter in der Spitze mit 340 cd/m² entgegenstrahlt. Das weist allerdings auf einen anderen kleinen Makel hin: Die Ausleuchtung ist insgesamt nicht die beste. Die dunkelste Stelle wurde im Test mit 269 cd/m² gemessen, was eine Differenz von stattlichen 71 cd/m² bedeutet! Unterm Strich kommt jedoch erst in sehr hellen Umgebungen der Wunsch nach etwas mehr Leuchtdichte auf.

Neben dem Display spielt nicht zuletzt der Klang bei einem Media-Tablet eine nicht gänzlich unwichtige Rolle - unterwegs soll schließlich nicht auf mediale Unterhaltung verzichtet werden. Dem ist man sich bei Amazon offenkundig bewusst, denn in der Rückseite des Flachrechners stecken gleich zwei Lautsprecher, die den Nutzer mit einem Stereoton beeindrucken sollen.

Dabei sind die beiden Boxen in einer angeschrägten Fläche an der Oberseite untergebracht, sodass die Tonqualität erhalten bleibt, wenn das Tablet auf einer geraden Fläche abgelegt wird. Sie überzeugen aber nicht nur durch ihre Platzierung, sondern bieten auch einen recht brauchbaren Klang, mit vergleichsweise kräftigen Tieftönen, aber etwas lauen Mitten und Hochtönen, die immerhin bei voller Lautstärke nicht scheppern oder kreischen.

Zwar wirkt der Klang vor allem bei der Musikwiedergabe minimal blechern, ist insgesamt aber sehr ausgewogen und auch von der Lautstärke her kräftig genug, um so manch günstiges Bluetooth-Soundsystem an die Wand zu spielen.

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