Media-Tablets von Amazon, Dell, Huawei und LG im Vergleichstest

Benchmark-Performance

Günstiges Dell-Tablet dank Intel-Prozessor mit ordentlichen Leistungen

Auch wenn das Amazon Kindle Fire HDX 7 das älteste Tablet in diesem Vergleich ist, ist es dennoch das leistungsstärkste. Der hinter dem Display verbaute Qualcomm Snapdragon 800 zählt mit seinen vier 2,2 GHz schnell Krait-Kernen und der Adreno-330-GPU nach wie vor zu den performanten Vertretern seiner Art; zudem kann das SoC auf einen zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher zurückgreifen.

Dies zeigt sich vor allem im 3DMark, in dem das Tablet eine um nahezu 25 Prozent höhere Punktzahl erreicht als das Dell Venue 7 mit seinem Intel-Atom-SoC. Dabei könnte das Amazon-Tablet noch deutlich bessere Werte erreichen, allerdings steht ihm dabei offensichtlich das hauseigene Betriebssystem im Weg. Gerade hinsichtlich der GPU scheint die Android-4-Basis von Fire OS 3.0 noch nicht jeden Befehl zu unterstützen, denn der im starken Maße auf OpenGL-Befehle setzende Manhattan-Benchmark der GFXBench-Suite wird nicht ausgeführt, obwohl der Grafikchip selbst dazu in der Lage sein sollte.

Auch der im Venue 7 von Dell verbaute Intel Atom Z3460 wird ausgebremst: Der an sich sehr flotte Dual-Core-Prozessor mit zwei CPU-Kernen, die mit einer Taktfrequenz von 1,6 GHz zu Werke gehen und bereits über einen 64 Bit breiten Befehlssatz verfügen, können lediglich auf einen ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher zugreifen, der für so manch Ressourcen-fordernde Anwendung zu wenig ist.

So war die mit 400 MHz getaktete Intel-HD-GPU aufgrund des zu kleinen Arbeitsspeichers nicht in der Lage, den Offscreen-Teil des Manhattan-Testlaufs auszuführen. Grundsätzlich beeindruckt die hohe Leistungsfähigkeit der günstigen Intel-Chips jedoch einmal mehr. Obwohl der unteren Preiskategorie zugeordnet hat das Atom-SoC deutlich mehr Dampf als die üblichen Mittelklasse-Prozessoren aus der ARM-Welt.

Dies zeigt sich insbesondere mit Blick auf das Huawei Mediapad X1. Das Tablet soll mit seiner schlanken Form und seiner hochwertigen Ausstattung die Konkurrenten in den Schatten stellen, kann jedoch beim Prozessor nicht mithalten. Die vier CPU-Kerne des Hisilicon Kirin 910 basieren noch auf der in die Jahre gekommenen ARM-Cortex-A9-Architektur und sind mit 1,6 GHz getaktet.

Das reicht jedoch nicht um mit dem deutlich moderneren Snapdragon 800, der im Amazon-Tablet verbaut ist, oder dem Atom Z3460 des Dell Venue 7 Paroli bieten zu können. Dabei lässt sich die mäßige Prozessorleistung nicht nur mit Hilfe von Testprogrammen nachvollziehen, sondern zeigt sich schon im Alltag: Beim Schrollen oder Wechseln zwischen den einzelnen Bildschirmen kommt es teilweise zu deutlichen Rucklern.

Lediglich die vier Cortex-A7-Kerne, die in Form des Qualcomm Snapdragon 400 im LG G Pad 7.0 zum Einsatz kommen, sind noch langsamer als das im Huawei-Tablet verbaute SoC. Dies liegt aber teilweise auch an dem insgesamt schwächeren Rüstzeug: Die Taktgeschwindigkeit liegt in diesem Fall bei nur 1,2 GHz und auch der Arbeitsspeicher ist mit einem Gigabyte nicht gerade üppig bemessen. 

Benchmarks:
Amazon Kindle HDX 7
Dell Venue 7
Huawei Mediapad X1LG G Pad 7.0
AnTuTu v5:
-
30.542 Punkte27.448 Punkte17.988 Punkte
Futuremark 3DMark Ice Storm v1.2 Unlimited:16.468 Punkte
12.156 Punkte5984 Punkte4.689 Punkte
GFXBench 3.0 Manhattan (Onscreen)
-
15,6 fps
-
3,8 fps
GFXBench 3.0 Manhattan (Offscreen)-
-
-
-
GFXBench 3.0 T-Rex (Onscreen):22,1 fps32,7 fps8,9 fps10,3 fps
GFXBench  3.0 T-Rex  (Offscreen):22,8 fps23,6 fps9,3 fps5,8 fps

Schwierigkeiten macht die Einschätzung der Leistung des Tablets im Browser. Das Kindle Fire HDX7 lässt sich schon deshalb nur schwer mit den anderen Modellen vergleichen, weil der Silk-Browser nur für das Amazon-Betriebssystem zu haben ist und umgedreht Browser wie etwa Googles Chrome nicht für Fire OS angeboten werden.

Die in der Tabelle aufgeführten Werte stehen also vollkommen für sich. Allerdings sollte der Qualcomm Snapdragon 800, der als Prozessor in dem Amazon-Tablet steckt, nicht so schnell ins Schwitzen kommen; nach wie vor gilt er als einer der potentesten Chips auf dem Markt. Und Silk basiert auf der aktuellen Blink-Engine, die auch beim Chromium zum Einsatz kommt und sollte damit auch aktuelle Technologien unterstützen. Die Benchmark-Ergebnisse sprechen mit hohen Punktwerten in jedem Fall für sich.

Doch auch darüber hinaus leidet die Vergleichbarkeit an der Sturheit manches Vertreters. So liefert das Dell Venue 7 gleich in zwei Benchmarks keine Werte und das im Sunspider-Testlauf erreichte Ergebnisse ist "unter ferner liefen" einzuordnen und entspricht lediglich dem Niveau, das von veralteten Einsteigergeräten geleistet wird. Lediglich im WebXPRT zeigt das Tablet, dass es gar nicht so langsam ist.

Browser-Benchmarks:Amazon Kindle Fire HDX 7Dell Venue 7
Huawei Mediapad X1
LG G Pad 7.0
Futuremark Peacekeeper:914 Punkte
-
847 Punkte586 Punkte
Google Octane 2.0:4.457 Punkte-
2.845 Punkte1.929 Punkte
Sunspider 1.0.2:820,9 ms
8.166 ms
-
1.560,3 ms
WebXPRT
394 Punkte372 Punkte
-
-

LGs Media-Tablet mit vergleichsweise kleinem Speicher

Der Blick auf die Speicherausstattung der vier Tablets zeigt eines deutlich: Ein Datenspeicher von acht Gigabyte ist in einem Mobilgerät, das schon nur ein bisschen mehr als die minimalen Anforderungen leisten soll, einfach zu wenig. Denn viel bleibt dem Nutzer am Ende davon nicht mehr: Bei dem G Pad 7.0 stehen nicht mal mehr vier Gigabyte für Nutzerdaten zur Verfügung.

Wer den Speicher des Tablets mit Spielen und Filmen vollpacken will, stößt entsprechend schnell an seine Grenzen. Hier bleibt nur die Aufrüstung des Speichers mit einer microSD-Karte; eine Möglichkeit, die lediglich Amazon bei seinem Kindle Fire HDX 7 verwehrt.

So zeigt sich auch hier ein Makel, der auf Dauer für Frust sorgen könnte - schließlich lässt sich auch bei einem 16 Gigabyte großen Datenspeicher das Ende der Fahnenstange schnell erreichen, zumal die Hersteller schon vorab einen großen Bereich für sich sichern. Dell blockiert beim Venue 7 beispielsweise ganze 5,5 Gigabyte.


Amazon Kindle Fire HDX 7Dell Venue 7Huawei Mediapad X1LG G Pad 7.0
Verfügbarer Datenspeicher11,3 GByte
10,5 GByte12,1 GByte3,89 GByte

Huawei: SoC mit alter Architektur bindet Speicher langsam an

Huawei setzt bei seinem Mediapad auf ein SoC mit einer vergleichsweise alten Architektur, die kaum noch für moderne Prozessoren verwendet wird. Dies wird gerade bei der Speicheranbindung deutlich, denn der Controller kann nicht mit den Geschwindigkeiten mithalten, die die in den Konkurrenzmodellen verbauten Chips leisten.

Die Leistung des Amazon-Tablets kann hier nur abgeschätzt werden, denn der für die Messung verwendete Androbench 3 steht nur für Googles Android zur Verfügung. In früheren Tests konnten mit dem SoC allerdings Ergebnisse erreicht werden, die deutlich über denen das Mediapads lagen.

Andro Bench
Amazon Kindle Fire HDX 7Dell Venue 7Huawei Mediapad X1LG G Pad 7.0
Sequential Read:
-
137,8 MB/s
38,22 MB/s112,81 MB/s
Sequential Write:-
22,8 MB/s13,24 MB/s14,82 MB/s
Random Read:-
2727,26 IOPS
1856,0 IOPS4.394,03 IOPS
Random Write:
-
220,71 IOPS269,7 IOPS409,37 IOPS


Akku: Von mittelmäßig bis Langläufer

Beim Akkuverbrauch leistet sich keines der Tablets einen echten Schnitzer. Allerdings merkt man dem Amazon Kindle Fire HDX 7 den schnellen Prozessor an - denn wie auch bei allen anderen (Mobil-)Geräten gilt das Motto "Kraft kommt von Kraftstoff": Nach einer Stunde im Browser gibt das Tablet die restliche Energiemenge noch mit ordentlichen 82 Prozent an. Wird der Flachrechner jedoch fürs Spielen verwendet, leert sich der Akku deutlich schneller; dann wird ein Restwert von lediglich 67 Prozent vermeldet.

Diese eher durchnittlichen Werte entsprechen der Leistung bei der Wiedergabe des Film Sita Sings The Blues in Dauerschleife: Das Tablet stellt nach fünf Stunden und 41 Minuten den Betrieb ein. Die Vergleichbarkeit mit den anderen Testkandidaten ist jedoch nur eingeschränkt möglich: Bei den Android-Konkurrenten wurde der MX Player für die Wiedergabe verwendet, der für die Amazon-Geräte nicht zur Verfügung steht.

Auch das Dell Venue 7 lässt beim Gaming Federn. Nach einer Stunde auf den Rennstrecken von Asphalt 8: Airborne vermeldet die Akkuanzeige einen Stand von 75 Prozent; beim Surfen werden in der gleichen Zeitspanne nur 14 Prozent der gespeicherten Energie aus dem Akku gezogen. Im Video-Dauertest schlägt sich der Flachrechner jedoch tapfer und erreicht eine Spielzeit von neun Stunden und 23 Minuten.

Dass LG durchaus im Stande ist mit entsprechenden Optimierungen die Möglichkeiten eines Akkus weitestgehend auszureißen, zeigte der Hersteller schon an mancher Stelle, etwa bei dem LG G2. Auch mit dem Snapdragon 400 können die Koreaner umgehen. Nach einer Stunde im Browser weist die Füllstandsanzeige eine energetische Restmenge von 87 Prozent aus. Auch beim Spielen von Asphalt 8: Airborne lässt sich der Energiespeicher nicht so leicht um seine Reserven bringen: Hier entleert sich der Akku innerhalb von einer Stunde um 14 Prozent - ein Spitzenwert.

Dabei muss das G Pad mit dem kleinsten Akku im Testfeld auskommen, der eine Kapazität von nur 4.000 mAh bereithält. Bei der Videowiedergabe in Dauerschleife zeigt sich, dass die Koreaner durchaus vor dem einen oder anderen Trick nicht zurückschrecken. Denn beim Abspielen eines Full-HD-Film wird die maximale Helligkeit des Bildschirms auf 90 Prozent beschränkt, so dass sich die Leistung des Tablets an dieser Stelle kaum mit der der Konkurrenten vergleichen lässt. Dennoch ist nach fünf Stunden und 56 Minuten Schluss.

Die Werte sind prinzipiell nicht die schlechtesten und versprechen auch fernab einer schnell verfügbaren Steckdose eine brauchbare Nutzungsdauer. Echte Langläufer-Qualitäten zeigt aber nur das Mediapad X1. Wird über eine Stunde lang nur der Browser beschäftigt, weist die Füllstandsanzeige einen Energiestand von 88 Prozent aus und selbst beim Gaming bleibt der Wert mit 81 Prozent über der 80-Prozent-Marke.

Dass diese Werte nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt ein Blick auf den Videodauertest. Der Testfilm wurde mit Hilfe des MX Players 13 Stunden und 22 Minuten wiedergegeben. Da muss schon aufgepasst werden, dass der Urlaub nicht nur aus Filmen besteht.

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