Media-Tablets von Amazon, Dell, Huawei und LG im Vergleichstest

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Amazon Kindle HDX7

Dass das Kindle-Tablet nicht mehr zu den neuesten Modellen gehört, lässt sich nicht zuletzt bei der Kamera ausmachen. Es mag Zeiten gegeben haben, in denen die Hersteller entsprechender Media-Tablets eine rückwärtige Kamera zur Aufnahme von qualitativ hochwertigen Bildern als überflüssig angesehen und sie deshalb weggelassen haben. Wirklich zeitgemäß ist das jedoch nicht mehr.

Gerade wer das Tablet öfters unterwegs - beispielsweise als multimedialen Reisebegleiter für die ganze Familie - einsetzt, dürfte sich von Zeit zu Zeit über die fehlende Kamera ärgern. Dann steht nur noch der Frontsensor bereit, der eine Auflösung von lediglich 0,9 Megapixeln bewerkstelligt und weder mit guten Kontrasten und noch kräftigen Farben bei der Aufnahme eines schlichten Selfies begeistert.

Dell Venue 7

Auch wenn das Gehäuse nicht zu den teuersten gehört, man bei der Software auf eigene Entwicklungen verzichtet und mit Intel einen günstigen Prozessorlieferanten gefunden hat, soll das Venue 7 den Konkurrenten in Sachen Funktionalität in nichts nachstehen. Und so verbaut der Hersteller einen rückwärtigen 5-MP-Kamerasensor, der immerhin die zweithöchste Auflösung in diesem Vergleich leistet. Überdies soll der Flachrechner wohl als kompaktes Spionage-Tool eingesetzt werden, denn der Sensor leistet eine sechzehnfache Vergrößerung.

Die Bildqualität kann allerdings nicht vom Hocker reißen. Bei Standardgröße gefallen zwar die ganz ordentlichen Kontraste, doch schon bei guten Lichterverhältnissen treten Schwächen bei der Darstellung dunkler Stellen zum Vorschein. Insgesamt ist das Bild zu dunkel.

Der Sinn eines 16-fachen digitalen Zooms erschließt sich dem Anwender nicht wirklich. Die folgenden Bilder wurden mit ein-, zwei-, vier-, acht- und sechzehnfacher Vergrößerung aufgenommen und zeigen nicht nur, wie schlecht die Detaildarstellung bei maximaler Zoom-Stufe ausfällt, sondern werfen auch die Frage auf, ob derartige Vergrößerungsstufen bei einem Mobilgerät ohne echten optischen (Zoom-)Apparat wirklich sinnvoll sind.

Die Videoaufnahmen zeigen noch einmal deutlich, dass der Sensor der Rückeite nicht der lichtstärkste ist. Wenn die Sonne nicht mit allen Kräften beglückt, werden die Bewegtbilder schnell dunkel. Der Zoom arbeitet erfreulicherweise stufenlos, sorgt allerdings recht schnell dafür, dass die Schärfe vollends abhanden kommt.

Dell Venue 7

Obgleich das Venue 7 das günstigste Tablet im Test ist, gehört eine Frontkamera selbst verständlich zum Ausstattungsumfang. Der Sensor leistet eine Auflösung von einem Megapixel und sorgt bei Selfies und Videochats für einen scharfen Vordergund und brauchbare Kontraste.

Huawei Mediapad X1

Mit dem Mediapad X1 buhlt Huawei offenbar um Anerkennung. Auch wenn der Name längst noch nicht so klangvoll wie Apple oder Samsung ist, möchten die Chinesen zeigen, dass sie dennoch verstehen, wie ein 7-Zoll-Tablet heutzutage auszusehen hat. Und eines ihrer Argumente ist dabei die Kamera.

Denn in der Rückseite steckt nicht nur ein schlichter Sensor für Schnappschüsse, sondern ein Chip, der Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixeln auflösen kann und somit zu den besseren Vertretern seiner Klasse gehört. Und das nicht nur auf dem Papier: Der Sensor liefert bei Standardgröße Bilder mit ordentlichen Kontrasten und satten Farben ab. Die feinen Details sind jedoch schon unscharf.

Auch bei zweifacher Vergrößerung sind die Ergebnisse noch ordentlich, wenngleich die Unschärfe zunimmt. Gleichermaßen tritt das Bildrauschen deutlicher zu Tage. Die Effekte verstärken sich entsprechend bei vierfacher Vergrößerung. Unterm Strich gibt es allerdings nur wenige Tablets mit einer vergleichbar guten Kamera.

Die Videobilder des Mediapads sind durch kräftige Farben und Kontraste geprägt. Mit wachsender Vergrößerung verschwimmen die Konturen schnell, so dass die Erkennbarkeit von Details deutlich leidet, die in einer Überbetonung von hellen und dunklen Bildbereichen untergehen. Zudem bremst der ruckelige Zoom die Ambitionen von versierteren Filmemachern.

Huawei Mediapad x1

Huawei protzt nicht nur an der Rückseite mit Megapixeln, selbst in der Front steckt ein 5-MP-Sensor, der für detailreiche Videochats und ordentlich aufgelöste Selfies sorgen soll. Das X1 scheitert an dieser Aufgabe nicht. Der Vordergrund wird detailreich abgebildet, auch die Helligkeit kann überzeugen.

LG G Pad 7.0

Das Maß der Dinge ist die Kamera des G Pad 7.0 nicht. Vermutlich geht der Hersteller davon aus, dass der gewöhnlich Nutzer noch ein Smartphone mit sich führt und somit bei Bedarf bereits eine leistungsfähige Kamera in der Hand hält. Denn schon die Auflösung der Hauptkamera von drei Megapixeln verspricht keine allzu hohen Bildqualität.

Auch in der Praxis kann der Sensor auf der Rückseite nicht wirklich begeistern: Die Bilder werden schnell zu dunkel (was sich insbesondere bei Schnappschüssen in Innenräumen bemerkbar macht), und leiden schon in der Standardgröße an Unschärfen sowie nur geringen Kontrasten.

Schon bei einer zweifachen Vergrößerung sind die Bilder mit erheblichen digitalen Fehlern behaftet; Details dagegen gehen unter. Die maximale Auflösung des Zooms sollte gar nicht erst bemüht werden.

Dass das LG G Pad die schwächste rückwärtige Kamera unter den hier vertretenen Modellen hat, wird bei der Videofunktion schon formal deutlich. Während die Kameras bei Dell und Huawei in Full-HD-Qualität aufzeichnen, muss sich der geneigte Hobbyfilmer bei dem LG-Tablet mit einfachem HD zufrieden geben. Dabei wirken die Bewegtbilder bereits bei der Standardgröße unscharf; mit wachsendem Zoom, der sich in kleinen Sprüngen durch die einzelnen Stufen bewegt, werden die Bilder schnell pixelig.

LG G Pad 7.0

Auch der Frontsensor macht verhältnismäßig dunkle Aufnahmen, die recht kontrastarm sind. Das von Full-HD oder gar 4K verwöhnte Auge fühlt sich fast in die Anfangstage der Webvideos zurückversetzt, fürs Videotelefonieren ist die Qualität jedoch ausreichend hoch.

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