Apple iPhone 6s Plus mit 3D Touch: Rundum-Update - auch preislich

Im Testlabor und Fazit

Wenn Apple neue Smartphones auf den Markt bringt (vor allem mit einem brandneuen SoC), dann wackeln die bisherigen Leistungsrekorde vielfach. Der A9 dürfte auch wieder für so manche Höchstleistung gut sein. Keine Frage, dass sich das Apple iPhone 6s Plus nur waschechten Flaggschiffen stellen muss, allen voran die S6-Modelle von Samsung. Aber auch ein OnePlus 2 besitzt ein enorm leistungsfähiges SoC, sodass wir es auch als Vergleichsmodell heranziehen.

Synthetische Benchmarks

Dass der A9-Chip nur zwei Rechenkerne besitzt, wird bereits beim Geekbench 3 deutlich. Im Single-Core-Test lässt das Apple iPhone 6s Plus der versammelten Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. 2533 Punkte markieren den bis dato absoluten Bestwert. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S6 Edge erreicht "nur" 1488 Punkte ... um dann mit seinem starken 4er Cluster direkt wieder zurückzuschlagen: Mit 5316 Punkten hält es auch das neue iPhone (4608) deutlich auf Distanz.

Auch beim AnTuTu v5 muss sich das 6s Plus mit 58.854 Punkten klar hinter dem S6 Edge einordnen, dessen Score von 72.483 nach wie vor unerreicht ist. Das iPhone 6s Plus agiert bei diesem Test auf dem Niveau des OnePlus 2, das mit einem Snapdragon 810 ausgestattet ist. Seinem Vorgänger zeigt das aktuelle iPhone zwar klar die Grenzen auf, die kolportierten 70 Prozent Mehrleistung können wir aber nicht ganz bestätigen.

Den "verlorenen" Boden holt die GPU aber locker wieder auf: 27.802 Punkte beim 3DMark 2013 Ice Storm Unlimited liegen weit über den bisher besten Ergebnissen von Samsung S6 Edge und OnePlus 2, die jeweils auf rund 22.000 Punkte kommen. Noch gravierender ist der Unterschied zwischen iPhone 6s Plus und dem Rest der Welt beim GFXBenchmark: Der T-Rex-Test (on-/offscreen: 59/79 fps) unterfordert die PowerVR GT7600 regelrecht. Und auch beim Manhattan-Benchmark zeigt das iPhone (on-/offscreen: 38 fps) der Konkurrenz, wo es langgeht.

  Apple iPhone 6s Plus OnePlus 2 Samsung Galaxy S6 Edge
Geekbench 3 single/multicore2533/44111210/46081488/5316
AnTuTu v558.85458.93172.483
3DMark - Ice Storm Unlimited27.80222.38622.343
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Offscreen)79 fps47 fps56 fps
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Onscreen)59 fps47 fps39 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Offscreen)38 fps23 fps26 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Onscreen)38 fps23 fps16 fps

Browser- und Storage-Benchmarks

Schon seit Jahren zeigt Apple mit seinem mobilen Safari-Browser, wie man richtig flott durchs Web braust. iOS 9 soll hier weitere Verbesserungen bringen und auch der neue A9-Chip wird sicher auch seinen Teil dazu beitragen, dass das iPhone diese Domäne auch in der jüngsten Generation nicht aus der Hand gibt. Ganz im Gegenteil: Bei manchen Ergebnissen mussten wir uns erst einmal die Augen reiben ob der extrem hohen Werte.

Als erstes Smartphone überhaupt übertrifft das Apple iPhone 6s Plus die 16.000er Marke beim Google Octane v2. Wer jetzt denkt, die starke Konkurrenz läge halt knapp unter 16.000 Punkten, der irrt gewaltig. Der ärgste Verfolger, das Galaxy S6 Edge von Samsung, kommt auf 9259 Punkte. Beim Javascript-Test Sunspider setzt das iPhone seine Galavorstellung nahtlos fort: Das Ergebnis von 222 Millisekunden ist ebenso bis dato unerreicht wie die Resultate in allen anderen Browser-Benchmarks. Der Peacekeeper kommt auf überragende 4582 Punkte, die beiden WebXPRT-Tests absolviert das iPhone 6s Plus ebenfalls mit Bestwerten von 914 (Version 2013) und 189 (Version 2015) Punkten. Im Bereich Web-Performance muss das neue iPhone wohl so schnell keine ernsthafte Konkurrenz fürchten. Auch der Vorgänger zählt hier immer noch zu den Top-Geräten.

Da der AndroBench, mit dem wir die Performance des internen Speichers bei Android-Smartphones beurteilen, für iOS-Geräte nicht existiert, weichen wir hier auf den Passmark Performance Test aus. Die Werte sind zwar nicht vergleichbar, geben aber dennoch Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des verbauten NVMe-Speichers. Unser 128-GByte-Modell erzielt in der Disk-Wertung einen Score von satten 112.101. Das für seinen ultraschnellen Flash-Speicher bekannte Samsung S6 Edge liegt bei knapp 69.000 Punkten. Apple dürfte aktuell also die schnellsten Speicherchips in seinen Smartphones verbaut haben.

  Apple iPhone 6s Plus OnePlus 2 Samsung Galaxy S6 Edge
AndroBench 3 (sequential read/write)-233/127 MByte/s317/138 MByte/s
AndroBench 3 (random read/write 4K)-22/14 MByte/s79,9/20 MByte/s
Google Octane v216.00179289259
Browsermark 2.1DNF21822721
SunSpider 1.0.2222751541
Peacekeeper458214861329
WebXPRT 2013914DNF652
WebXPRT 201518982-

Display

Wirft man einen Blick auf die Modellvergleichsseite von Apple, könnte dieses Kapitel sehr knapp ausfallen: Alles wie gehabt. Stimmt aber nicht. Zwar gleichen sich die technischen Display-Daten vom iPhone 6 Plus und seinem hier getesteten Nachfolger wie ein Haar dem anderen. Die Messwerte deuten dennoch auf eine Verbesserung bei der aktuellen Generation hin.

So ermitteln wir etwa eine maximale Leuchtkraft von 566 cd/m² und einen Schwarzwert von 0,44 cd/m². Beide Werte sind besser als noch beim iPhone 6 Plus. Vor allem der resultierende Kontrast von 1286:1 passt jetzt besser zum hohen Anspruch des iPhones als der des Vorgängers (873:1). Nichts geändert hat sich indes an der tadellosen Darstellungsqualität und der nahezu perfekten Blickwinkelstabilität. Damit zählt das Display des aktuellen großen iPhones wieder zu den besten seiner Art – was beim Vorgänger nicht ganz der Fall war.

Kameras

An der Kameratechnik hat Apple nach eigener Aussage ordentlich gefeilt. Immerhin bringt das iPhone 6s Plus vorne wie hinten mit jetzt fünf bzw. 12 Megapixeln deutlich höher auflösende Sensoren mit als Generation 6. Dass Auflösung nicht alles ist, dürfte mittlerweile aber jeder wissen, denn mehr Pixel bei gleicher Sensorgröße bedeutet weniger Licht für jedes einzelne Pixel. So kommt es auch, dass die Bildqualität der Hauptkamera nicht wirklich besser ausfällt als beim Vorgänger.

Unter guten Lichtbedingungen liefert auch das iPhone 6s Plus tolle Fotos mit lebendigen Farben und guter Durchzeichnung. Zudem fällt der Schärfegrad bei starker Vergrößerung etwas besser aus. Das Low-Light-Verhalten hat indes seit dem 6er etwas nachgelassen. Deutlich verbessert zeigt sich hingegen die Frontkamera, die dank ihrer um den Faktor 4 vergrößerten Auflösung einfach mehr Bildinformationen speichert. Als FaceTime-Kamera macht sie eine sehr gute Figur.

Dass das Display als Blitz fungieren kann, ist eine nette Spielerei und bringt in der einen oder anderen Situation auch kleine Vorteile. Die Hauptkamera zeichnet jetzt auch 4K-Videos auf. Die Qualität der Bewegtbilder ist hoch – auch im Vergleich zu echten Kameraspezialisten wie dem Samsung Galaxy S6 (Edge) oder dem LG G4. Diese beiden Geräte sind bei der Qualität der Fotos aber nach wie vor die Referenz.

Selfie mit der FrontkameraSelfie mit der Frontkamera

DrinnenDrinnen

Draußen #1Draußen #1

Draußen #2Draußen #2

Videoaufnahmefunktion des Apple iPhone 6s Plus

Akkulaufzeit

3D Touch und die Taptic Engine brauchen Platz - und das geht zu Lasten des Akkus. Dessen Kapazität ist von 2915 mAh beim iPhone 6 Plus auf jetzt 2750 mAh geschrumpft. Apple verspricht dennoch eine Laufzeit auf dem Niveau des Vorgängers. Möglich machen sollen das der neue A9-Chip und iOS 9. Und Apple hat nicht zu viel versprochen: Beim Surfen im Web über eine WLAN-Verbindung und gedimmter Helligkeit (160 cd/m²) hält das iPhone 6s Plus 12:31 Stunden durch – ein sehr gutes Ergebnis, das zudem minimal über dem des Vorgängers liegt.

Fazit: iPhone 6.5 hätte besser gepasst

In den vergangenen Jahren gab es über die S-Modelle der Apple iPhones oft nicht allzu viel zu berichten. Mehr Leistung, klar; vielleicht auch mehr Megapixel – das war es aber meist auch schon. Bei der Generation 6s sieht die Sache ganz anders aus. Hier hat der Hersteller derart viele Veränderungen vorgenommen, dass der Zusatz "s" im Namen den neuen Modellen eigentlich gar nicht gerecht wird.

Zugegeben, optisch sieht das iPhone 6s Plus seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Darüber hinaus gibt es aber nicht mehr viele Gemeinsamkeiten. Apple setzt auf robustere Gehäusematerialien, beschleunigt die Kommunikationsmodule, wertet die Kameras auf und sorgt mit dem neuen A9-Chip für einen beeindruckenden Leistungszuwachs. Sogar das Display ist besser als beim Vorgänger, darüber hat Apple selbst bei der Keynote kein Wort verloren.

Und dann noch 3D Touch. Die neue Bedienlogik hebt das iPhone 6s Plus deutlich von all seinen Vorgängern ab. Allein deswegen wäre schon ein etwas größerer Versionssprung gerechtfertigt gewesen, zumal man sich schnell an die Drückgesten gewöhnt. Eine Preiserhöhung gibt es quasi noch kostenlos obendrauf. Schade.

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • SgtLauch
    Schönes Teil jedoch Apple typisch sehr "günstig"

    warte schon lange auf den Nachfolger meies Sony Xperia Z Ultra :(
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  • SgtLauch
    Zitat:
    Schönes Teil jedoch Apple typisch sehr "günstig"

    warte schon lange auf den Nachfolger meines Sony Xperia Z Ultra :(
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  • Anonymous
    nette hardware, nettes os (wem's gefällt), aber die preise sind mittlerweile einfach nur noch lachhaft. tausend euro und mehr für ein ding das insgesamt weniger speicher hat als mein moto e + 128gb sd karte. wie gesagt: wem's gefällt.
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