Apple iPhone 6s mit 3D Touch: Kleiner, aber genauso gut

Im Testlabor und Fazit

Das iPhone 6s Plus hat bereits gezeigt, dass Apple mit dem A9-Chip wieder ein großer Wurf gelungen ist. Zwar musste sich der Zweikerner in reinen CPU-Tests den starken Vierkernern von Qualcomm und Samsung geschlagen geben, aber die Single-Core-Leistung ist aktuell mit Abstand die höchste im Smartphone-Bereich - und die GPU steht mit ihrer Power allein auf weiter Flur da.

Da das iPhone 6s identisch ausgestattet ist, rechnen wir mit nahezu identischen Ergebnissen. Lediglich die kleinere Auflösung des Displays sollte bei grafiklastigen Tests zu noch besseren Resultaten führen. Als Vergleichsgeräte ziehen wir wieder das Samsung Galaxy S6Samsung Galaxy S6 Edge und das OnePlus 2 heran. Alle drei sind zwar deutlich größer als das iPhone 6s. Doch aktuell gibt es keine Smartphones im Bereich unter fünf Zoll, die in dieser Leistungsklasse mitspielen können. Das brandneue Sony Xperia Z5 Compact werden wir erst in Kürze testen.

Synthetische Benchmarks

Bei den Systemtests liegen die Ergebnisse des iPhone 6s fast exakt auf dem Niveau des großen Bruders. Auch das kleine iPhone zeigt eine beeindruckende Single-Core-Leistung mit 2538 Punkten im Geekbench 3. Beim Einsatz aller Rechenkerne hat das iPhone (4420) aufgrund seiner Dual-Core-Architektur aber das Nachsehen gegenüber dem Galaxy S6 Edge (5316) und dem OnePlus 2 (4608).

Das bestätigt auch der AnTuTu v5 - zumindest teilweise. Denn mit 59.090 Punkten zieht das iPhone 6s schon knapp am OnePlus vorbei. Das S6 Edge bleibt mit satten 72.483 Punkten aber weiterhin die unangefochtene Referenz in dieser Disziplin.

Bei den grafiklastigeren Tests wendet sich dann das Blatt endgültig zu Gunsten des Apple iPhone 6s: 28.424 Punkte beim 3D Mark 2013 Ice Storm Unlimited markieren den bisherigen Top-Wert in diesem Test. Beim GFX Benchmark hat das kleine iPhone ebenfalls keine Konkurrenz zu fürchten - außer aus dem eigenen Haus. 40 fps beim Manhattan-Test offscreen und deren 56 in der Onscreen-Wertung sind ebenfalls bis dato unerreicht.

  Apple iPhone 6s Samsung Galaxy S6Samsung Galaxy S6 EdgeOnePlus 2
Geekbench 3 single/multicore2538/44201146/50731488/53161210/4608
AnTuTu v559.09060.80472.48358.931
3DMark - Ice Storm Unlimited28.42422.00222.34322.386
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Offscreen)80 fps46 fps56 fps47 fps
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Onscreen)59 fps30 fps39 fps47 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Offscreen)40 fps22 fps26 fps
23 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Onscreen)56 fps16 fps16 fps23 fps

Browser- und Storage-Benchmarks

Unerreicht sind die jeweils aktuellen Generationen der iPhones schon seit Jahren, wenn es um die Browser-Performance geht. Das hat sich mit dem Apple iPhone 6s nicht geändert. Im Gegenteil: Was Apple hier abliefert, ist mehr als beachtlich. Mit 16.188 Punkten übertrifft das iPhone 6s den Fabelwert des großen Bruders beim Google Octane v2 sogar noch ein wenig. Wobei der Unterschied von etwa einem Prozent getrost der Messtoleranz zugeschoben werden kann. Das gilt auch für die übrigen Ergebnisse der Browser-Tests, die allesamt extrem gut ausfallen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Sunspider: 224 Millisekunden; Peacekeeper: 4624 Punkte; WebXPRT 2015: 188 Punkte.

Zur Beurteilung der Leistung des internen Speichers ziehen wir bei iOS-Geräten den Passmark Performance Test heran. Dessen Ergebnisse sind zwar nicht mit dem AndroBench Test vergleichbar, den wir bei Android-Geräten verwenden. Da uns aber auch ein Testwert des Samsung Galaxy S6 Edge vorliegt, können wir zumindest Rückschlüsse ziehen. Das iPhone 6s erreicht in der Disk-Wertung des Passmarks 116.130 Punkte. Das S6 Edge kommt hierbei lediglich auf 69.000 Punkte – und ist dennoch das beste Android-Smartphone in diesem Test. Apple verbaut in seinen neuen iPhones also einen äußerst schnellen Flash-Speicher. Es handelt sich um NVMe-Chips, die kürzere Latenzen und eine bessere Effizienz versprechen als die eMMC-Variante.

  Apple iPhone 6s Samsung Galaxy S6Samsung Galaxy S6 EdgeOnePlus 2
AndroBench 3 (sequential read/write) -319/139,9 MByte/s317/138 MByte/s233/127 MByte/s
AndroBench 3 (random read/write 4K) -80,8/19,9 MByte/s79,9/20 MByte/s22/14 MByte/s
Google Octane v216.188851892597928
Browsermark 2.1DNF247227212182
SunSpider 1.0.2224544541751
Peacekeeper4624129213291486
WebXPRT 2013932599652DNF
WebXPRT 2015188-
-
82

Display

Von den technischen Daten her hat Apple beim Display keinerlei Veränderungen vorgenommen. Und doch hat der Test des iPhone 6s Plus gezeigt, dass die aktuelle Generation des IPS-Panels für bessere Messwerte gut ist. Nicht anders verhält es sich beim iPhone 6s - auch hier liegen alle Ergebnisse über denen des Vorgängers.

Mit 558 cd/m² leuchtet es heller (iPhone 6: 525 cd/m²), der Schwarzwert ist mit 0,38 cd/m² deutlich niedriger (iPhone 6: 0,59 cd/m²), und der Kontrast fällt mit 1468:1 ungleich höher aus (iPhone 6: 890:1). Damit liegt das Display des iPhone 6s tatsächlich auf einem High-End-würdigen Niveau, was man der Vorgängergeneration nicht attestieren konnte. Die guten Messwerte spiegeln sich im täglichen Einsatz wider, hinzu kommen eine gelungene Farbwiedergabe und eine sehr hohe Blickwinkelstabilität.

Kameras

Beim Thema Kameras gibt es einen kleinen Unterschied zwischen dem Apple iPhone 6s und dem iPhone 6s Plus: Das kleine iPhone besitzt lediglich einen elektronischen Bildstabilisator, das große hingegen einen optischen. Letzterer führt zu einer "echten" Verbesserung, ersterer rechnet entsprechende Unschärfen indes nur aus dem Bild heraus, was nicht ohne Informationsverlust einhergeht.

An der Bildqualität bei hellem Umgebungslicht ändert das freilich nichts. Auch beim iPhone 6s machen sich die zusätzlichen vier Millionen Megapixel an der Hauptkamera in Form eines höheren Detailgrads bemerkbar. Eine sichtbare Verbesserung der Bildqualität lässt sich allerdings im Vergleich zum Vorgänger erst bei starker Vergrößerung erkennen. Unter schwachen Lichtbedingungen zählt das iPhones 6s nicht mehr zu den Besten. Das können andere - etwa das LG G4 oder Samsung Galaxy S6 / Samsung Galaxy S6 Edge - deutlich besser.

Die Frontkamera des iPhone 6s macht ihre Sache erheblich besser als die des Vorgängers. Ihre Domäne bleibt aber die Videotelefonie. Videos sind überhaupt ein großes Thema der neuen iPhone-Generation. Die Hauptkamera beherrscht jetzt UHD, zeichnet in Zeitlupe oder im Zeitraffer auf und erlaubt auch, während einer Videoaufnahme Fotos zu schießen. Die Qualität der Videos fällt hoch aus.

Selfie mit der FrontkameraSelfie mit der Frontkamera

DrinnenDrinnen

Draußen #1Draußen #1

Videoaufnahmefunktion des Apple iPhone 6s

Akkulaufzeit

Trotz der leicht größeren Abmessungen des Apple iPhone 6s im Vergleich zum Vorgänger bleibt für den Akku weniger Platz. Schuld daran trägt vor allem die Taptic Engine, die entsprechend Raum für sich beansprucht. So hat der Li-Ionen-Akku nur mehr 1715 mAh elektrische Arbeit im Gepäck, ein Minus von immerhin 95 mAh. Dennoch verspricht Apple, dass die Akkulaufzeit nicht beeinträchtigt wird ... was wir nur bestätigen können: Mit gut elf Stunden hält das neue iPhone beim Surfen im WLAN mit 160 cd/m²2 sogar weitaus länger durch als sein Vorgänger (7:22 Std.).

Fazit: Kleiner, aber sicher nicht schlechter

Schon beim iPhone 6s Plus haben wir resümiert, dass Apple seiner neuen Smartphone-Generation ruhig einen höheren Versionssprung hätte gönnen können als das lapidare "s" im Namen. Denn die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger fallen in vielerlei Hinsicht sehr deutlich aus.

Der neue A9-Chip bringt eine sehr hohe Leistung, vor allem die GPU ist aktuell nicht zu schlagen. Die Kommunikationsmodule wurden sinnvoll aufgewertet, mit Bluetooth 4.2 zielt Apple auf die immer beliebteren Wearables ab.

Auch die Kameras haben ein Update erfahren, das sich allerdings nicht sehr in der Bildqualität niederschlägt. Selfie-Freunde werden sich aber über die stark aufgewertete Frontkamera und den Display-Blitz freuen.

Und dann sind da natürlich 3D Touch und "Hey Siri"... Apple führt seine Strategie der intuitiven Bedienung ganz stringent fort - Siri greift immer tiefer ins System ein, wobei manche Neuerungen noch Optimierungsbedarf zeigen.

Zu guter Letzt hat Apple auch Dinge verbessert, die sich augenscheinlich gar nicht geändert haben: So besteht das Gehäuse jetzt aus robusteren Materialien und das Display zeigt sich ebenfalls spürbar verbessert. Das größte Plus des iPhone 6s ohne Plus dürfte aber sein, dass es genauso gut ist wie sein großer Bruder - und das kann aktuell kein Smartphone im Sub-5-Zoll-Bereich von sich behaupten.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
1 Kommentar
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Restlessmind
    Sorry, aber 12 Megapixel sind nicht 50% mehr als 8 Megapixel. 16 Megapixel wären 50% Zuwachs an Auflösung, 32 Megapixel dann die doppelte Auflösung (100 Prozent).
    Auflösung berechnet sich im Quadrat.
    0