Apple iPhone 7: Mehr Evolution als Revolution

Im Testlabor und Fazit

Mit dem ersten Vierkerner in einem iPhone überhaupt schickt sich Apple an, die High-End-Konkurrenz in punkto Leistung erneut in die Schranken zu weisen. Als Vergleichsgeräte ziehen wir das OnePlus 3, das HTC 10 und das Samsung Galaxy S7 Edge heran. Auch der Vorgänger des aktuellen Testgerätes darf zeigen, ob er mit der Smartphone-Elite noch mithalten kann.

Synthetische Benchmarks

Das iPhone 7 Plus hat bereits gezeigt, dass Apple mit dem A10 Fusion wieder einmal ein großer Wurf gelungen ist. Der kleinere Bruder gleicht dem großen iPhone bei der technischen Basis fast wie ein Ei dem anderen. Lediglich der Arbeitsspeicher ist etwas kleiner - zwei statt drei Gigabyte. Wir werden sehen, wie sich das auswirkt.

Im Geekbench 4 kommt das iPhone 7 mit 3471 bzw. 5591 Punkten knapp an das Plus-Modell heran. Der Rückstand liegt aber unter einem Prozent, also im Bereich der Messtoleranz. Etwas größer, nämlich rund vier Prozent, ist die Lücke beim AnTuTu v6. Das Apple iPhone 7 kommt hierbei auf 182.354 Punkte.

Das reicht locker, um die versammelte High-End-Konkurrenz in den Schatten zu stellen. Der härteste Verfolger, das OnePlus 3, liegt immerhin schon gut 40.000 Punkte zurück. Das ein Jahr alte iPhone 6S agiert mit seinen rund 130.000 Punkten nach wie vor auf Augenhöhe mit den aktuellen Flaggschiffen von HTC und Samsung.

Beim 3DMark 2013 Ice Storm Unlimited sieht es ähnlich aus: Wieder ziehen die 7er-iPhones mit über 37.000 Punkten den Mitstreitern davon. Am nächsten dran ist erneut das OnePlus 3 mit gut 30.000 Punkten. Noch größer ist die Dominanz des neuen iPhones beim GFXBench 3.1: Offscreen kommt es auf 42 fps, das OnePlus 3 schafft 31. Das Samsung Galaxy S7 Edge muss sich mit 26 fps sogar dem iPhone 6S (28 fps) geschlagen geben.


Apple iPhone 7 HTC 10OnePlus 3Samsung Galaxy S7 Edge
Geekbench 3 single/multicore-2291/51062402/56542138/6500
Geekbench 4 single/multicore3471/5591-1750/4099-
AnTuTu v6182.354131.812141.995129.108
3DMark - Ice Storm Unlimited37.66626.96530.22126.479
3D Mark - Sling Shot ES 3.03384303834192304
3D Mark - Sling Shot ES 3.1-235226202143
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Offscreen)110 fps73 fps89 fps81 fps
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Onscreen)58 fps43 fps60 fps51 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Offscreen)61 fps39 fps47 fps38 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Onscreen)59 fps24 fps46 fps25 fps
GFXBenchmark 3.1 (offscreen)42 fps24 fps31 fps26 fps
GFXBenchmark 3.1 (onscreen)59 fps14 fps30 fps14 fps
GFXBenchmark 4.0 (offscreen)-18 fps18 fps15 fps
GFXBenchmark 4.0 (onscreen)-10 fps18 fps7,8 fps

Browser- und Storage-Benchmarks

Platzieren sich die Konkurrenten bei den CPU- und GPU-Tests zumindest noch in der Nähe des Apple iPhone 7, kommen sie bei den Browser-Tests vollends unter die Räder. Nur der große Bruder hält das kleine iPhone stets leicht auf Abstand. Dennoch sind alle Ergebnisse des iPhone 7 herausragend.

Ein paar Beispiele: Beim Google Octane v2 kommt es auf 25.211 Punkte, den SunSpider absolviert es in nur 194 ms, und beim WebXPRT überspringt das kleine 7er ebenso wie das große die 200er-Marke. Subjektiv gibt es keinen Zweifel an diesen exorbitant guten Ergebnissen. Man rast förmlich durchs Web.

Die einzige Testdisziplin, in der das Apple iPhone 7 das Plus-Modell schlägt, ist die Überprüfung des internen Speichers. Hier profitiert das kleine iPhone allerdings von der Speichergröße unseres Testgerätes. Apple verbaut in der 256-GByte-Variante offenbar leistungsstärkere Chips als im 128er-Modell. Mit dem Passmark-Test messen wir eine Leserate von über 860 MByte/s (iPhone 7 Plus 128 GByte: 801 MByte/s). Auch beim Schreiben ermitteln wir mit 326 MByte/s einen deutlich höheren Wert als beim großen Schwestermodell mit nur 128 GByte (225 MByte/s).


Apple iPhone 7 HTC 10OnePlus 3Samsung Galaxy S7 Edge
AndroBench 3 (sequential read/write)-276/117 MByte/s410/155 MByte/s479/143 MByte/s
AndroBench 3 (random read/write 4K)-30,5/15,6 MByte/s136,9/18,1 MByte/s86,1/15,7 MByte/s
Google Octane v225.2119343913312.800
Browsermark 2.1-2307-3225
Browsermark 3.0369
DNF-
SunSpider 1.0.2194674610322
Peacekeeper5996151011592209
WebXPRT 2013994568497-
WebXPRT 2015203119118172

Display

Apple hält zwar an der Diagonale von 4,7 Zoll und der Auflösung von 1334 x 750 Pixel fest, um ein besseres Display als beim Vorgänger soll es sich im Fall des iPhone 7 dennoch handeln. Und das bestätigen unsere Messungen: Das Display leuchtet mit jetzt mitr gemessenen 602 cd/m² rund 10 Prozent heller als das des Vorgängers. Die hohe Leuchtdichte erreicht das Apple Smartphone allerdings nur bei automatischer Helligkeitsregelung.

Ebenfalls leicht verbessert hat sich das Kontrastverhältnis, das beim 7er 1505:1 beträgt. Der minimal schlechtere Schwarzwert von 0,4 cd/m² liegt in der höheren Leuchtdichte begründet und ist daher kein Anlass zur Kritik. Überhaupt macht das Display eine sehr gute Figur: Farben werden kräftig, aber noch natürlich wiedergegeben. Die hohe Blickwinkelstabilität rundet die gelungene Vorstellung ab.

Kameras

Auch bei der Kamera hat sich seit dem Vorgänger wenig getan. Die Auflösung der Hauptkamera ist mit 12 MP unverändert, die Offenblende mit f/1.8 jetzt etwas größer. Das Teleobjektiv aus dem 7 Plus hat es allerdings nicht ins kleine 7er geschafft.

Selfie-Freunde wird die 7-MP-Optik an der Front freuen, denn sie macht ihre Sache gut: Solange das Licht reicht, sind die Aufnahmen farbenfroh und scharf. Die höhere Auflösung kommt auch Videochats zugute. Die Lichtstärke von f/2.2 ist aber im Vergleich zu den Top-Modellen von Samsung mit f/1.7 noch ausbaubar - bei mäßigem Licht macht sich das sofort bemerkbar.

Da schlägt sich die Hauptkamera besser, hält aber sonst keine sichtbaren Verbesserungen gegenüber der Kamera des Vorgängers bereit. Das Apple iPhone 7 sorgt zwar auch für sehr gute Fotos und Videoaufnahmen, vom Hocker reißt das kleine 7er aber heutzutage wohl keinen mehr.

\"Selfie" mit der FrontcamDrinnenDrinnen

 

Draußen #1Draußen #1Draußen #2Draußen #2

 

Videoaufnahmefunktion des Apple iPhone 7

Akkulaufzeit

Apple vergrößert den Akku gegenüber dem Vorgänger ein wenig und lässt damit auf längere Laufzeiten hoffen. Die Lithium-Ionen-Batterie fasst 1960 mAh und fällt damit im Vergleich zu anderen Top-Smartphones relativ klein aus. Doch offenbar arbeitet die Technik im Apple iPhone 7 sehr effizient, denn immerhin hält das Gerät beim WLAN-Surfen und einer Helligkeit von 160 cd/m² fast 12 Stunden durch. In der Sub-5-Zoll-Klasse steht es damit sehr gut da. Die größeren Mitstreiter wie das OnePlus 3 schaffen allerdings fast zwei Stunden mehr.

Fazit: Es fehlt das "Plus"

Jedes neue iPhone sorgt für neue Geschwindigkeitsrekorde und die eine oder andere Innovation. Ersteres trifft auch auf das Apple iPhone 7 wieder zu: Der A10-Fusion-Chip spielt in einer eigenen Liga und hat aktuell keine Konkurrenz zu fürchten.

Bei den Innovationen sieht es indes eher mau aus. Klar, das Gehäuse ist jetzt wasserdicht - aber das bieten Samsung und Sony schon seit Jahren. Und ja, der Home Button ist jetzt berührungssensitiv - ändern tut das jedoch kaum etwas. Dann war da noch das hellere und kontrastreichere Display mit dem größeren Farbraum. Das sieht man aber nur im direkten Vergleich, und selbst dann kaum. Die Kamera wurde auch verbessert – aber eben nur geringfügig. Der Speicher wurde beim gleichem Preis verdoppelt - super. Aber was, wenn ich schon genug Speicher habe? Dann muss vielleicht eine der neuen Farben der Kaufgrund sein...

Wie dem auch sei, das Apple iPhone 7 ist ein sehr gutes Smartphone mit herausragender Leistung, toller Verarbeitung und nahezu keiner Schwäche. Über den fehlenden Klinkenanschluss wird man in Kürze wahrscheinlich nur noch müde lächeln.

Der Schritt vom Apple iPhone 6S zum iPhone 7 ist nicht sonderlich groß. Sicher, das neue Apple Smartphone ist wieder deutlich flotter und besitzt jetzt ein wasserdichtes Gehäuse. Gegenüber seinem großen Bruder hat der Hersteller beim kleinen 7er allerdings auf die tolle Doppelkamera verzichtet - und die ist aus unserer Sicht die wichtigste Neuerung beim großen Flaggschiff. Dass das iPhone 7 weniger Arbeitsspeicher bekommen hat, spielt nur eine Nebenrolle.

Unterm Strich ist das neue kleine iPhone ein sehr gelungenes Gerät - einen Umstieg vom Vorgänger rechtfertigt es allerdings kaum.

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