iFixit zerlegt Macbook Pro: Produziert Apple nur noch "professionelle" Wegwerf-Ware?

Proprietäre Schrauben, auf dem Motherboard verlötete Bauteile, die bisher meist austauschbar waren, und der überreichliche Einsatz von Klebstoffen sind die Hauptgründe, weshalb iFixit nach der Demontage des neuen Apple Macbook Pro nicht gerade Erfreuliches berichten kann.

Einen von zehn Punkten gab es, nachdem die Profis des "Zerlegungsspezialisten von aktueller Elektronik" das Macbook Pro mit Touch Bar auseinander genommen hatten - und der eine Punkt ist fast schon Kosmetik. Denn ihn gab es dafür, dass das Trackpad ohne weitere Schwierigkeiten ausgetauscht werden kann.

Aber ansonsten? "What a mess" ist einer der ersten Kommentare auf der Webseite von iFixit, auf der der Zerlegevorgang protokolliiert wurde. An die Pentalobe-Schrauben, die jetzt in noch größerem Umfang zum Einsatz kommen, hat man sich ja schon gewöhnt.

Wenn sie denn zum Einsatz kommen: Denn nachdem schon länger CPUs und GPUs bei Notebooks in der Regel fest auf dem Motherboard sitzen, ist nun auch die SSD inicht mehr austauschbar. Auch der Arbeitsspeicher ist fest mit der Platine verlötet. Aufrüsten oder austauschen? Fehlanzeige.

In weiten Teilen wird der Reparaturversuch zudem von Klebstoff torpediert. Der Akku? Großzügig mit Klebstoff ins Gehäuse eingebettet. Und auch die Touch Bar ist mit dem Deckel der Basis verklebt, und bei dem Versuch, die Leiste auf konventionellem Weg zu entfernen (Wärmekissen), wurde sie beim Aushebeln zerstört.

Das Urteil von iFixit? Irreparabel. Oder eben teuer, wenn ausschließlich Apple selbst daran gehen und gleich – ähnlich wie in Fernsehern – nur Komponentengruppen austauschen kann. Wenn sie es können.

Persönliche Meinung? Als freiberuflicher Redakteur bin ich vor einigen Jahren in Sachen Haupt-Arbeitsrechner vom Notebook wieder zum modularen Desktop zurück gewechselt – eben weil ich beim Ausfall einer Komponente nicht gleich zum Austausch des gesamten Gerätes gezwungen sein wollte. Und als "mobiler Ersatz" reicht mir so etwas wie ein "Power-Netbook" ohne weiteres aus.

Klar: Fotoprofis brauchen zum Bearbeiten Power, und traditionell ist Apple die Marke der Wahl im Grafikgeschäft, weil es Zeiten gab, in denen die Windows-Welt in Sachen Grafik hinterher hinkte. Das ist Vergangenheit – vielleicht sollte es das in einigen anderen Fällen auch sein?

Oder rechnet/kalkuliert Apple damit, dass seine Geräte spätestens nach einigen Jahren oder gar Monaten so defekt und/oder veraltet sind, dass (gut beschäftigte und damit gut verdienende) Profis sich auf jeden Fall etwas Neues kaufen müssen, können und wollen? Wird Apple also zur teuren Einweg-Wegwerf-Marke? Was für ein Image-Wechsel ...

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2 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • fran035
    Wer das kauft ist selber Schuld!
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  • alterSack66
    Das mit der SSD und dem Ram ist ärgerlich. Vor allem wenn man die Aufpreise für Ram bei Apple ansieht. Und eine SSD wird auch mal voll oder defekt.
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