Archos Helium 50 im Einzeltest: Mittelklasse einmal wörtlich genommen

SoC mit ordentlicher Leistung, schwacher Akku

Qualcomms Snapdragon 400 mit deutlich mehr Leistung als vergleichbare Mediatek-SoCs

Hersteller aus der zweiten Reihe setzen bei ihren Smartphones zumeist auf günstige SoCs von Chip-Fabrikanten wie Mediatek oder Rockchip - und das ist bei den meisten . Dies ist bei Archos oftmals nicht anders. Doch das Helium 50 soll Nutzer mit gehobeneren Ansprüchen locken und so steckt im Gehäuse mit dem Qualcomm Snapdragon 400 auch ein etwas höherwertiger Prozessor. Die vier mit 1,2 GHz getakteten Cortex-A7-Kerne können auf einen 1 GB großen Arbeitsspeicher zugreifen, überdies wartet das SoC mit einer Adreno-305-GPU auf, sodass auch vor anspruchsvolleren Spielen nicht zurückgeschreckt werden muss.

Im Vergleich zu einem direkten Konkurrenten, dem Mediatek MT6582, zeichnet sich der Snapdragon 400 vor allem durch seine deutlich leistungsfähigere GPUs aus. Die Adreno 305 schreckt selbst vor dem sehr anspruchsvollen GFXBench Manhattan nicht zurück, wenngleich die mögliche Bildrate auf einem niedrigen Niveau verbleibt.

Benchmarks:
Archos Helium 50
Wiko Rainbow
Yezz Andy A6M
AnTuTu v4:
17.478 Punkte17.030 Punkte16.851 Punkte
Futuremark 3DMark Ice Storm v1.2 Unlimited:4.495 Punkte2.878 Punkte2.879 Punkte
GFXBench Manhattan
3,9 fps
-
-
GFXBench 1080p Manhattan Offscreen1,9 fps-
-
GFXBench 3.0 T-Rex:10,5 fps6,6 fps8,5 fps
GFXBench  3.0 T-Rex 1080p Offscreen:5,7 fps3,8 fps 3,8 fps

Im Browser nivellieren sich die Leistungen des Qualcomm-SoC im Vergleich zu den in dieser Klasse oftmals anzutreffenden Mediatek-Prozessoren. Zwar erreicht das Archos Helium 50 in dem HTML5-Benchmark von Rightware sowie in Googles Octane, der die JavaScript-Kompetenzen einer Maschine bewertet, eine deutlich höhere Punktzahl. In Futuremarks-HTML5-Testlauf liegen die Leistungen jedoch auf dem gleichen Niveau, das auch mit Smartphones mit Mediateks MT6582-SoC erreicht wird, wie etwa mit den zuletzt getesteten Yezz Andy A6M oder dem Wiko Rainbow. Im Sunspider-Benchmark sind sie sogar etwas schneller.

Browser-Benchmarks:
Archos Helium 50
Wiko RainbowYezz Andy A6M
Futuremark Peacekeeper:587 Punkte
592 Punkte609 Punkte
Google Octane 2.0:1.916 Punkte
1522 Punkte1502 Punkte
Rightware Browsermark 2.1:905 Punkte
693 Punkte686 Punkte
Sunspider 1.0.2:1447,0 ms
1356,1 ms
1366,3 ms

Ein Grund für die höheren Punktwerte in den Hardware-Benchmarks des Qualcomm-Prozessor im Vergleich zu den Mediatek-Pendants findet sich in der besseren Speicheranbindung, die nicht zuletzt in Antutus Testlauf direkt in die Bewertung mit einfließt, aber natürlich auch in den anderen Benchmarks für bessere Ergebnisse sorgt. Gerade im Sequential-Modus zeichnet sich das Helium 50 aus und leistet beim Schreiben von Daten eine mehr als doppelt so hohe Geschwindigkeit. Auch in der Random-Write-Messung des Androbench 3 bewerkstelligt das Archos-Smartphone eine um rund ein Drittel höhere Geschwindigkeit.

Speicher-Geschwindigkeiten (AndroBench 3):
Archos Helium 50
Wiko Rainbow
Yezz Andy A6M
Sequential Read:
80,1 MByte/s49,75 MByte/s 49,21 MByte/s
Sequential Write:
15,71 MByte/s7,29 MByte/s7,35 MByte/s
Random Read:
2660,45 IOPS2893,5 IOPS3070,69 IOPS
Random Write:
279,18 IOPS159,83 IOPS175,61 IOPS

Schwacher Akku

Weniger beeindrucken kann das Archos Helium 50 mit seinen Akku-Laufzeiten. Schon im Akku-Benchmark des Antutu Testers zeigt sich, dass das SoC alles andere als ein Kostverächter ist, wenn die CPU gefordert wird. Denn ein Ergebnis von 350 Punkten ist schlichtweg mager.

Leider findet es in der Praxis seine Entsprechung: Muss der Prozessor über eine Stunde lang die Browser-Benchmarks ausführen, gibt die Füllstandsanzeige des Akkus einen Wert von nur noch 73 Prozent aus. Wenn das Smartphone zum Spielen verwendet wird, steigt der Energiebedarf entsprechend. Nach einer Stunde auf den Rennstrecken von Asphalt beträgt die energetische Restmenge laut Anzeige noch 63 Prozent.

Dabei können die mäßigen Laufzeiten nicht mit einem fehlgelaufenen Benchmark oder einer ungenauen Akku-Anzeige erklärt werden, denn auch der Testfilm Sita Sings The Blues wurde in HD-Qualität gerade einmal vier Stunden und 23 Minuten am Stück wiedergegeben, bevor sich das Smartphone abschaltete.

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