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Fusion-Vorteil Nummer eins: On-Die Video Decoding dank UVD3

Mini-Fusion mit ASRock und MSI: AMDs Brazos ist da
Von , Chris Angelini

Mit seinen bescheidenen 80 Stream Processors wird die Grafikleistung nie das Kaufargument Nummer eins sein. Spannender ist da schon AMDs Video-Decoder-Einheit UVD 3, die es ermöglicht, selbst Videos mit hoher Bitrate widerzugeben, ohne die Bobcat-Kerne übermäßig zu beanspruchen.

Wie zuvor bereits erwähnt entspricht der UVD-3-Block der Zacate-APU nicht komplett der, die in anderen Radeon-HD-6000-Modellen steckt. So fehlt dieser Variante die Beschleunigung für Multi View Coding (MVC), womit sie mit 3D-Blu-rays nicht umgehen kann. Für die meisten dürfte das kein K.O.-Kriterium sein, weil Blu-rays mit 3D bislang noch nicht weit verbreitet sind. Das liegt nicht zuletzt an den schweren, teuren und klobigen Brillen, die zudem noch auf Batterien angewiesen sind. Sollte sich das Format allerdings dieses Jahr stärker durchsetzen, könnte das Fehlen von MVC stärker wiegen.

Dafür bringt die Zacate-APU MPEG-2-Decoding auf der VLD-Ebene (variabel-length decoding) in Hardware mit. An sich ist MPEG-2 als Codec relativ einfach zu dekodieren. Deshalb hat sich wohl auch noch nie jemand Gedanken darüber gemacht, dass AMD nicht die gesamte Pipeline in Hardware beschleunigt, sondern nur iDCT und Motion Compensation. Selbst die vergleichsweise schwache Brazos-Plattform hätte keine Schwierigkeiten mit dem Codec gehabt. Da ihre GPU nun aber eine erweiterte Decoder-Lösung für MPEG-2 bekommt, wird ein größerer Teil der Arbeit in dedizierter Hardware ausgeführt, die effizienter funktioniert. Somit können die Bobcat-Kerne so lange wie möglich im Schlafzustand bleiben, was die Batterielaufzeit verlängert. Das ist natürlich eher für Mobilgeräte interessant, die auf Brazos aufbauen.

Natürlich wollten wir auch überprüfen, dass AMDs dedizierte Hardware-Encoder in der Praxis auch wirklich ihrer Aufgabe nachkommen. Also spielten wir auf unserer Testplattform mit einer aktuellen und kürzlich optimierten Version von CyberLinks PowerDVD 10 den James-Bond-Streifen Ein Quantum Trost (Quantum of Solace) mit AVC-Kodierung und The Book of Eli mit VC-1-Codec ab. Hier die CPU-Auslastung:

Celeron SU2300, H.264Celeron SU2300, H.264Athlon II X2, H.264Athlon II X2, H.264E-350, H.264E-350, H.264

Celeron SU2300, VC-1Celeron SU2300, VC-1Athlon II X2, VC-1Athlon II X2, VC-1E-350, VC-1E-350, VC-1

Obwohl die CPU-Last bei Athlon II und Celeron am geringsten ausfallen, darf man dabei auch die Hardware nicht vergessen: Das Athlon-II-System nutzt AMDs 880G-Chipsatz mit UVD2-Decoder-Engine und eine Desktop-CPU mit 2,8 GHz, während dem Celeron-System Nvidias ION-Grafiklösung zur Seite steht, die ihrerseits über eine PureVideo-Decoder der dritten Generation verfügt.

So gesehen ist es schon sehr beeindruckend, dass AMDs E-350 bei der H.264-Wiedergabe die CPU nur zu ungefähr 20 Prozent belastet und selbst VC-1-Videos nur etwa 30 Prozent Prozessorlast verursachen. Diese Werte beinhalten sogar noch das Dekodieren des Audio-Signals, was ebenfalls die CPU übernimmt. Würde man die Bitstream-Ausgabe von Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio über den HDMI-Ausgang nutzen, hätten die beiden Bobcat-Kerne noch weniger zu tun.

Wir hatten die Gelegenheit mit Louis Chen zu Sprechen, der Director of Business Development bei Cyberlink ist. Er zeigte uns die Performance-Werte, die sein Team gesammelt hatte. Uns selbst stand leider weder von der Zacate-APU noch der langsamer getakteten Ontario-Version eine Einkern-Variante zur Verfügung, doch laut Cyberlink sollte selbst ein C-30 (Ontario, 1,2 GHz, Single-Core) mit einem der in Hardware beschleunigten Codecs für die Wiedergabe von Blu-rays taugen. Dabei liegt die CPU-Last bei H.264-Videos möglicherweise bei über 70%, aber die nötige Performance ist vorhanden.

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