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Ist Performance die einzige Variable?

Mini-Fusion mit ASRock und MSI: AMDs Brazos ist da
Von , Chris Angelini

Einer unserer Kontakt bei Intel sagte uns einmal: „Unter uns - Videos, die mit CUDA konvertiert worden sind, sehen einfach besch...eiden aus.“ Klar, was will man von einem Intel-Mitarbeiter auch anderes erwarten, als dass er sich abfällig über die Konkurrenz äußert. Solche Sprüche hören wir täglich, und es ist ja auch verständlich, dass man die Welt irgendwann durch die grüne/blaue/rote Brille sieht, wenn man für eine Firma arbeitet. Und auf unserer Seite entwickelt man recht schnell einen „Filter“ für solche Sprüche und nimmt nicht alles gleich für bare Münze.

Nach unserem Sandy-Bridge-Artikel fragten einige Leser nach, wie es denn bei all der Geschwindigkeit um die Bildqualität bestellt sei. Um das zu überprüften, organisierten wir uns noch ein paar weitere HD-Video-Clips und wandelten sie mit der auch für Fusion angepassten Version von CyberLinks Media Espresso um.

Der Vergleich ist im Prinzip ein wirklich sehr einfacher. Wir nutzen erneut unsere vier Plattformen, also ASRocks E350M1 mit AMDs E-350-APU, das 880GTX-A-E mit Athlon II X2 240e, das IONITX-P-E mit Intels Celeron SU2300 und das IOITX-L-E mit Intels Atom-CPU. Die von den beiden Boards mit Nvidias ION-Chipsatz ausgegebenen Dateien sollten praktisch identisch sein, sobald wir beide Teile der Hardwarebeschleunigung aktivieren, also Encode und Decode. Obwohl heute eigentlich AMDs E-350 im Mittelpunkt steht, vergleichen wir an dieser Stelle den CUDA-Output mit dem per Software-Encoding  erzielten Ergebnis sowie zwei AMD-Plattformen, die in Hardware dekodieren und in Software komprimieren.

Wer alle Bilder in Originalgröße (720p) öffnet und zwischen ihnen hin und her wechselt, wird feststellen, dass die Qualitätsunterschiede beim Kodier-Durchlauf im Software-Modus nur minimal ausfallen – und dabei reden wir hier noch von einem Standbild. Effektiv sind die drei Dateien also gleich gut.

Dasselbe gilt auch, wenn die drei Boards Hardware-Decoding nutzen. Offenbar ist das, was vom Hardware-Decoder ausgespuckt und dann von der CPU weiter bearbeitet, wird praktisch identisch. Wer jetzt einen Quervergleich machen möchte, kann das Bild mit Hardware-Decoding mit dem Ergebnis des reinen Software-Durchlaufs auf derselben Plattform vergleichen. Egal ob die CPU oder eine GPU das Video dekodiert, das Endergebnis bleibt auf derselben Plattform praktisch identisch.

Und dann ließen wir die CUDA-Kerne der ION-Grafik auf das Video los. Kein schönes Bild, im wahrsten Sinne. Das gezeigte Beispiel ist noch nicht mal das „beste“ aus dem zweieinhalb Minuten langen Trailer. Doch schaut man sich diesen Screenshot in der Originalgröße an und vergleicht ihn mit den anderen, kann man die Unterschiede gar nicht übersehen.

Noch deutlicher wird der Qualitätsunterschied, wenn man sich diese drei Clips nebeneinander anschaut. Deshalb haben wir sie bei MediaFire gesammelt zum Download bereitgestellt. Die Clips zeigen das Ergebnis mit CUDA, dann die ION-Plattform komplett ohne Hardware-Beschleunigung (also im Software-Modus) und zuletzt AMDs E-350 mit Video-Decoding in Hardware. Am besten schaut man sich die drei Clips direkt hintereinander an. Am größten fallen die Unterschiede in Szenen mit viel Bewegung aus. Am besten lässt sich der Effekt wohl als Blockbildung und Verpixeln beschreiben.

Fazit

Wir sind der Meinung, dass es nie gerechtfertigt ist, Die Geschwindigkeit auf Kosten der Qualität zu erhöhen.

Das ist aber ein Thema, das einen eigenen Artikel verdient, und der ist schon in Arbeit. Dort werden wir sowohl die Geschwindigkeit als auch die Qualität der Transcoder-Lösungen von Sandy Bridge, AMDs dedizierten Grafikkarten und Nvidias Grafikkarten vergleichen, die allesamt volle Hardwarebeschleunigung genießen. Da es mehrere Anwendungen gibt, welche die drei zugrunde liegenden APIs CUDA, APP/Stream und Quick Sync nutzen können, können wir dort auch noch weitere Faktoren wie die Implementierung innerhalb der Software berücksichtigen.

Im Kontext eines HTPC-tauglichen Nettops würden wir jedenfalls lieber auf CUDA-beschleunigte Konvertierung der ION-Plattform verzichten und dafür eine höhere Bildqualität wählen. Damit verliert ION aber einen der größten Vorteile, den sie gegenüber AMDs E-350-APU genießt. Wir hoffen jedenfalls, dass die OpenCL-Encoder, die im Laufe des Jahres für Llano und Co. erscheinen sollen, keine faulen Kompromisse bei der Qualität eingehen.

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