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Mini-Fusion mit ASRock und MSI: AMDs Brazos ist da

Mini-Fusion mit ASRock und MSI: AMDs Brazos ist da
Von , Chris Angelini

Für AMD ist Fusion die Zukunft. Die letztjährige Preview machte uns neugierig. Heute schauen wir uns finale Mainboards zweier Hersteller an. Was ist von der Plattform zu halten, und was taugen die Bobcat-Kerne und die integrierte GPU in der Praxis?

Fusion ist AMDs Strategie für die Zukunft. Wo man im Portfolio der Firma hinschaut, begegnet einem das Fusion Logo. Die Idee hat AMD auch schon lang genug ausgebrütet. Im Januar kam nun der erste Vertreter der neuen Garde auf den Markt, nämlich die Brazos Plattform mit den Fusion APUs C-30 bis E-350. Als Einsatzgebiet schwebt AMD alles vom stromsparenden und ausdauernden Netbook bis hin zum relativ leistungsfähigen Subnotebook oder Nettop vor. Und so schauen wir uns mit ASRocks E350M1 und MSIs E350IA-E45 heute zwei Desktop-Boards mit aufgelöteter E-350-APU an und machen uns ein erstes Bild von der Performance finaler Brazos-Hardware.

So viel vorneweg: Rein subjektiv fühlt sich AMDs Einstiegs-APU auf beiden Boards mit Windows 7 deutlich flüssiger an als jedes System mit Intels Atom-CPU, das wir bislang im Labor hatten. Aber das wirft die Frage auf, wo sich AMDs erste kleine Fusion-APU überhaupt einordnen lässt. Ist sie Ein Atom-Killer? Hat sie genug Rechenpower, um mit einer CPU für den Desktop mitzuhalten? Soll sie Intels Mobil-CPUs die Stirn bieten?

Möglicherweise gehört jeder dieser Punkte zum Aufgabenfeld der Brazos-Plattform. Daher wollen wir ein möglichst breites Spektrum an Vergleichswerten präsentieren um letztendlich eingrenzen zu können, wo die kompakte Plattform mit den etwas undefinierten Marktzielen am besten ins Bild passt.

Zweifelsohne hilft uns die TDP von 18 Watt, die AMD für die auf diesen beiden Boards verwendete E-350-APU (Accelerated Processing Unit) angibt, am ehesten bei der Einordnung, denn das fällt eindeutig in den Mobilbereich. Tatsächlich bestätigte AMD bei seinem Preview-Event vergangenes Jahr im Gespräch, dass die Modelle-APU E-350 und E-240 tatsächlich sowohl in Nettops als auch in besonders kleinen Notebooks zum Einsatz kommen sollen.

Die Mini-ITX-Boards von ASRock und MSI bieten sich tatsächlich für den Einsatz in Nettops ein – aber das gilt auch für diverse andere Plattformen. In diesem Segment findet man alles vom eher schwächlichen Dual-Core Atom-Prozessor mit einer TDP von 8 Watt bis hin zum Core i5 der gehobenen Mittelklasse – und entsprechend gehobenem Preis. Es liegt auf der Hand, dass die Brazos-Plattform irgendwo zwischen diesen beiden Extremen anzusiedeln ist.

Also muss man sich ein paar Fragen stellen, bevor man sich für eine der genannten Konfigurationen entscheiden kann. Zuerst gilt es zu klären, wie viel Performance man tatsächlich im Nettop-Format benötigt. Immerhin ist dieses Format ursprünglich dafür entworfen worden, um ein wenig im Internet zu surfen, Briefe und andere Texte zu schreiben und vielleicht das eine oder andere weniger anspruchsvolle Mainstream Spiel zu spielen. Wie viel möchte man ausgeben? Wie wichtig sind die Leistungsaufnahme und der damit verbundene Kühlaufwand?

AMDs Erstlings-Fusion

Das Herzstück der beiden Brazos-Boards ist AMDs E-350-APU. Sie misst 75 mm2 und beinhaltet zwei Kerne, die auf der neuen Bobcat-Architektur basieren, einen Single-Channel DDR3 Speichercontroller, zwei SIMD-Blöcke, eine UVD3 Video-Decoder-Einheit, zwei unabhängige Display-Ausgänge, vier PCI-Express-Lanes und das Unified Media Interface, das den E-350 mit dem restlichen Chipsatz verbindet.

Die APU wird von TSMC in einer Strukturgröße von 40 nm gefertigt und wird mit einer TDP von 18 Watt eingeordnet – so wie schon die Demo-Plattformen, die AMD letztes Jahr auf der IFA sowie dem IDF zeigte und schließlich auch im eigenen Hauptquartier vorführte.  

Jeder der beiden Bobcat-Kerne verfügt über je 32 KB Daten- und Instruktionscache sowie 512 KB L2-Cache. Sie laufen mit 1,6 GHz, sind 64-Bit-tauglich und bringen SSE, SSE2 und SSE3 mit. Wir wissen bereits, dass sie eine Out-of-Order-Architektur nutzen, wodurch sie bei gleichem Takt schneller als Intels Atom-CPUs sein sollten. Wie viel höher der Stromverbrauch aufgrund dieser architektonischen Entscheidung ausfallen wird, wissen wir allerdings noch nicht.

Wie steht es um die Grafik-Fähigkeiten der APU? Jede der beiden SIMD-Blöcke umfasst 40 Stream Prozessoren, also verfügt eine E-350-APU über insgesamt 80 SPs. Bei den SPs kommt noch AMDs VLIW5-Architektur zum Einsatz. Jeder SIMD-Block enthält also acht Thread Processors mit je fünf ALUs, und zusammen verfügen sie über acht Textureinheiten und vier ROPs. Damit ähnelt der Grafikkern der APU stark dem Cedar-Kern der Desktop-Familie.

Tatsächlich wäre so gesehen die Radeon HD 5450 die engste Verwandte der Zacate-GPU. Allerdings läuft die Desktop-Karte mit 650 MHz, während die Radeon HD 6310 genannte Grafikeinheit der APU mit 500 MHz getaktet ist. Die enge Verwandtschaft bedeutet natürlich auch, dass die Radeon HD 6310 DirectX 11 unterstützt. Bei einer so aufs Stromsparen ausgelegten Grafiklösung wie dieser sollte man aber nicht zu viel von der Performance erwarten.

Die eingebaute UVD3-Video-Decoder-Einheit dürfte sich in der Praxis als nützlicher erweisen, denn sie kann die Formate H.264, VC-1, MPEG-2 und nun auch DivX und Xvid als MPEG-4 Part 2 in Hardware dekodieren. Die einzige Funktion, die der HD 6310 im Vergleich zu anderen Radeons Der HD-6000-Familie fehlt, ist Hardware-Beschleunigung für Multi View Coding (MVC), also stereoskopische Inhalte wie beispielsweise 3D-Blu-rays. Für den Nettop ist das weniger wichtig, doch wer die E-350-APU als Basis für einen Heimkino-PC nutzen wollte, wird möglicherweise enttäuscht sein.

Die Zacate-APU ist nicht dafür ausgelegt, die schnellste Stromspar-CPU am Markt zu sein. Stattdessen musste sie nur schnell genug sein, um im Markt, den AMD ins Visier genommen hat, gut zu bestehen und dabei noch möglichst viel Batterielaufzeit zu ermöglichen. Bei einem stationären Gerät wie einem Nettop ist der Stromverbrauch hingegen bestenfalls sekundär. Stattdessen werden sich dort Kompromisse bei der Performance stärker zeigen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Speicheranbindung der APU, denn der eingebaute Controller besitzt nur einen einzigen 64 Bit breiten Kanal. Intels Sandy Bridge steht mehr als ausreichend Bandbreite zur Verfügung, denn sie kann auf zwei Speicherkanäle zugreifen, die bis zu DDR3-1333 unterstützen. Das ist auch gut so, denn immerhin wollen bis zu vier Kerne und eine Grafikeinheit mit Daten versorgt werden. Dasselbe gilt auch für AMDs APU, doch deren zwei Kerne und ihre GPU müssen mit einem einzelnen DDR3-1066-Kanal auskommen.

AMDs A50M Chipsatz

Wie bei Intels Sandy Bridge Architektur wandert auch bei AMDs Fusion-Design ein Großteil der Funktionen, die früher in einer klassischen Southbridge untergebracht gewesen wären, direkt in die Zacate-APU. Das erklärt auch, warum der A50M Fusion Controller Hub, der AMDs E-350M-APU zur Seite steht und früher auch unter dem Codenamen Hudson bekannt war, so klein ausfällt.

Die APU und den FCH verbindet ein PCIe-Link mit vier Lanes der ersten Generation. Der Controller Hub selbst enthält bis zu sechs SATA-6Gb/s-Ports, vier PCIe-Lanes der zweiten Generation, HD-Audio und bis zu 14 USB-2.0-Ports. Natürlich ist es jedem Boardhersteller selbst überlassen, welche Anschlüsse und Funktionen er auch umsetzt. Schauen wir und also zunächst zwei Modelle von ASRock und MSI an.

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Alle 19 Kommentare anzeigen.
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  • crazymath , 28. Februar 2011 09:44
    Danke für den Überblick. Und gut zu sehen, dass das Ding niemals für richtige Spieleatmosphäre sorgen wird (Bei den Netbooks mit mini-Auflösung könnte es aber grad so reichen).

    Zumindest im Desktopbereich ist der Einsatz dieser CPU mehr als fraglich. Im Büro sowieso undenkbar. Da würde ich vorher ein paar Watt Mehrverbrauch in Kauf nehmen und hätte dafür die deutlich höhere Leistung und Effizienz. Und mittels Spannung runtersetzen (Ok, würde ich nicht jedem zumuten, aber wer das Ding eh selber zusammenbaut, wird das auch hinbekommen) ist der Verbrauch eines AthlonII x2-x4, PentiumE, Core-i3 auch nicht mehr so hoch.

    Die Grafikkarte ist zwar ne nette Dreingabe...aber mehr auch nicht.

    Kurz: Ich bin nicht die Zielgruppe und werde es auch niemals sein:-)

    Wie sieht es eigentlich mit OC/Spannung senken/erhöhen aus? Gibt es da Möglichkeiten zum Einstellen? Wenn ja, wäre es nämlich interessant, wie die CPU skaliert, wenn man sie z.B. auf 2GHz stell. Bei AsRock und beim Atommüll war das ja schon möglich (2.1GHz oder so).

    Klar, einen riesigen Sprung wird es nicht geben, aber immerhin.
  • FormatC , 28. Februar 2011 10:24
    Das BIOS ist eine Krankheit. Interessanterweise skaliert die CPU mit dem Takt sogar "über". Ich hatte nur das MSI in der Hand - da es ein Vorserienbrett war, konnte ich leider an der Kühlung nichts aktiv ändern. Mit Druckluft aus meinem kleinen Tischkompressor hatte ich ihn aber auch locker über 2 GHz, das macht dann auch langsam Freude. Ich denke mal, bis 2.2 GHz wird das Teil mit einem brauchbaren Kühler durchaus laufen können. Durch den höheren Bustakt wird so einiges schneller ;) 
  • fffcmad , 28. Februar 2011 10:56
    Joa. Aber so wie es aussieht bricht dem Ding Single Channel und DDR3 1066 das Genick. Ich denke mal das das Teil wesentlich schneller sein koennt. Aber das haette wohl 1 Watt mehr gekostet :( 
  • FormatC , 28. Februar 2011 11:27
    DDR3 1066 oder 1600 ist doch Rille und übliches Marketinggeschwätz der Speicherhersteller. Das macht weniger aus, als gute Timings bzw. ein kleinerer Ausbau (4 statt 8) ;) 

  • toby8866 , 28. Februar 2011 11:36
    Super Artikel,

    vorallem die augenscheinlich nebensächliche dreingabe des Video-decoding, weil ich selebr auch mit einer 470gtx und media expresso decodiere und mir bei niedrieger bitrate das krasse blocking aufgefallen ist.

    Ich freu mich schon auf den Artikel und fände es schön wenn man evtl. auch Badaboom 2.0 mit vergleicht, wo ich glaube das dort die Qualtiät besser ist.

    mfg
  • fffcmad , 28. Februar 2011 12:35
    Besser Beides @ FormatC. DDR31066 ist mit 133MHz Bustakt doch schon recht lahm... VOn den Latenzen her duerfte ein BX440 das Ding breitkloppen, da der wenigstens Commandrate 1 faehrt ^^
  • Anonymous , 28. Februar 2011 13:20
    Was mich am meisten interssiert ist, ob die GPU 3D Blu-Ray Playback unterstützt!?
    In der Featureliste der ZBox mit Fusion ist es nicht aufgelistet.
    Die HD Audioformate werden ja unterstützt (anders wie beim ION).
    Weiß da jemand was?
  • fffcmad , 28. Februar 2011 14:23
    Ne, steht doch glaube ich im Text. Bin auch nur ruebergeflogen. Bin mir aber sicher gelesen zu haben, das 3D nicht unterstuetzt wird.
  • FormatC , 28. Februar 2011 15:37
    3D geht leider noch nicht. Definitiv. Steht aber im Artikel.
  • Anonymous , 28. Februar 2011 21:50
    @crazymath
    Meckern & meckern....Selber schon solch ein System ausprobiert?
    "Kurz: Ich bin nicht die Zielgruppe und werde es auch niemals sein:-)"
    Laut Aussage ja nicht.Warum schreibst Du denn überhaupt?

    @Tomshardware
    Ein 400 W NT? Geht`s noch?
    Für solch ein Board nimmt man ein 60W Pico PSU!

  • jake_b , 1. März 2011 05:24
    ... und wann kommen die netten Büchlein raus? Wirds das auch in Tablets geben?
  • blade_0815 , 1. März 2011 08:51
    wurde für die Leistungsaufnahme das MSI oder das Asrock benutzt?
    das MSI solte weniger verbrauchen.
    Für HTPC's ist der PCMark Vantage evtl. auch nicht das richtige Tool, besser ne Bluray laufen lassen. Im idle sollte eigtl der Fusion stromsparender sein:
    http://www.silentpcreview.com/article1167-page5.html
  • FormatC , 1. März 2011 10:35
    Das ASRock.
  • jake_b , 2. März 2011 04:42
    Warum sehe ich keinen Kommentare mehr?
  • jake_b , 2. März 2011 04:42
    Gerade was gepostet - sehe ich aber nicht!!!!
  • FormatC , 2. März 2011 06:23
    Cache? Mach mal Refresh und poste aus dem Forum heraus.
  • tpw , 3. März 2011 17:31
    Interessanter Artikel mit übersichtlichen Benches, aber für den Anwender ergibt sich z.B. folgende Frage: Würde die Leistung der APU in einem HTPC auch für eine DVB-S2-Karte (wie z.B. Hauppage HVR4400) ausreichen? Vielleicht weiß da jemand Rat?
  • fffcmad , 3. März 2011 17:38
    Wenns ums Dekodieren der durch die APU Unterstuetzten Formate geht, sollte das kein Problem sein. MPEG4 und MPEG2 ...
  • sixpack , 11. März 2011 09:32
    Dann hoffe ich mal das Zotac eine Version mit Notebook Netzteil raus bringt.Dann ist es schon bestellt.
noticed