Asus EeeBook X205TA im Test: Das Netbook feiert seine Auferstehung

Das EeeBook ist ein schlichter Flachrechner mit einem nicht wirklich kräftigen Prozessor, das sich dank eines geringen Gewichts und großen Akkus als günstige Reiseschreibmaschine eignet, die sich in der Tasche kaum bemerkbar macht.

Alles schon mal dagewesen

Das Netbook, das ab 2008 in Form des Eee PCs von Asus erstmalig die Welt erblickte, ist ein (kleiner) Meilenstein in der Computergeschichte - und das trotz seiner vergleichsweise schwachen Hardware-Basis, die aus einem schlichten Intel-Atom-Prozessor, dessen einzelner CPU-Kern zumeist mit 1,6 bis 1,8 GHz taktete, und einem Gigabyte RAM bestand. Der Grafikchip, damals oftmals ein Intel GMA 950, saß seinerzeit noch außerhalb des Prozessors.

Dennoch: Die kompakten Klapprechner, die meist mit einem 10,1 Zoll großen Display mit 1024 x 600 Pixel Auflösung bestückt waren und Windows XP als Betriebssystem nutzten, waren die ersten echten mobilen Alltagsbegleiter für den kleinen Geldbeutel. Klassische Mittelklasse-Notebooks mit Bildschirmgrößen zwischen 14 und 15,6 Zoll wogen zu diesem Zeitpunkt schnell über 2,5 kg und wurden dem Vielreisenden in der Tasche schnell zu einer Last. Zudem kosteten leistungsstarke Notebooks im 12-Zoll-Format meist über 1000 Euro - da waren die um die 350 Euro teuren Netbooks eine echte Kampfansage.

Doch seither hat sich im Bereich der Mobilgeräte eine ganze Menge getan: Smartphones stecken in so ziemlich jeder Hosentasche und auch ein Tablet ist bei vielen Anwendern ein Alltagsbegleiter. Zudem galten die neuen Flachrechner als schicker und die Netbooks verloren folgerichtig zusehends an Attraktivität.

Ein Grund dafür war nicht zuletzt Microsoft: Um von dem Netbook-Boom zu profitieren, gab die Softwareschmiede Windows XP als Starter-Version zu sehr günstigen Konditionen an die Hersteller ab; dies änderte sich jedoch mit dem endgültigen Aus des Betriebssystem-Klassikers. Windows 7 wurde teurer - und damit auch die Netbooks.

Neu ist was anderes

Schließlich war der Netbook-Hype endgültig verflogen, auch wenn das Angebot an günstigen Notebooks nicht versiegte. Bei vielen großen Herstellern finden sich nach wie vor günstige Notebooks im Angebot, die nicht selten über 11,6 Zoll große Bildschirme mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixel verfügen und einen günstigen AMD- oder Intel-Prozessor verbauen.

Insofern ist das Asus EeeBook X205 nichts Neues - wenn man von der Tatsache absieht, dass der Hersteller wie damals auf eine Kombination aus einem Intel-Atom-Prozessor und einem Windows-Betriebssystem setzt.

Doch gerade das ist eigentlich schon wieder das neue daran. Denn Asus zeigt mit der Neuauflage vor allem, dass der Bedarf an entsprechenden Notebooks nie verschwunden war, sondern lediglich Intel und Microsoft den Zahn der Zeit nicht erkannten. Erst seit diesem Jahr werden Betriebssystem und Prozessor wieder so günstig angeboten, dass Günstig-Geräte für die Hersteller wieder attraktiv werden.

Dementsprechend wird auf dem kompakten Asus-Notebook Windows 8.1 installiert, das allerdings nur Prozessoren mit einem 32 Bit breiten Befehlssatz unterstützt. Der Sinn dieser Übung erschließt sich allerdings nicht so ganz - denn eigentlich gibt es keine aktuellen Prozessoren mehr, die auf einer klassischen x86-Architektur basieren, aber nur einen 32-Bit-Befehlssatz mitbringen.

Selbst der Atom Z3735F, der im Asus EeeBook X205TA verbaut wird und als eines der leistungsschwächsten x86-SoCs gilt, ist ein 64-Bit-Prozessor.

Der Speicher ist knapp, die Ausstattung ist schmal

Nicht nur der Prozessor ist nicht der stärkste, auch darüber hinaus ist die Ausstattung nicht gerade umfangreich. Das beginnt schon beim Speicher: Im Testgerät steckt eine SSD mit einer Kapazität von gerade mal 32 Gigabyte. Davon stehen dem Nutzer noch 20,8 Gigabyte zur Verfügung - allerdings nur teilweise.

Denn das Betriebssystem und die von Asus installierten Systemdienste knapsen davon noch mal einen gehörigen Teil ab, sodass dem Nutzer letztlich kaum mehr als sieben Gigabyte für das Installieren eigener Programme und das Speichern von Daten zur Verfügung stehen. Die Möglichkeit eine microSD-Karte einsetzen zu können, ist an dieser Stelle nur ein schwacher Trost - und der in Aussicht gestellte Cloud-Speicher mit einem Volumen von 500 Gigabyte klingt schon fast wie Hohn.

Auch die USB-Schnittstellen sind knapp bemessen: An dem schlanken Gehäuse findet man gerade mal zwei USB-2.0-Anschlüsse. Wer es mit dem Arbeiten ernst nimmt, wird einen USB-Hub anschließen müssen. Immerhin können Peripheriegeräte auch drahtlos per Bluetooth 4.0 angebunden werden. Für den kabellosen Netzwerkverkehr steht WLAN (802.11 b/g/n) zur Verfügung, auf einen kabelgebundenen Netzwerkzugang muss verzichtet werden. Außerdem an Bord: Eine 0,9-MP-Kamera in der Front, die für Videotelefonie gedacht ist.

Softwareseitig liefert das kleine Notebook allerdings alles, was für den Start benötigt wird: Als Betriebssystem wird Windows 8.1 (Bing) installiert, das für derartige Rechnerformate mittlerweile kostenlos von Microsoft abgegeben wird. Mit der Kacheloberfläche sind Dienste wie Skype, Fotos usw. verbunden. Vorinstalliert ist außerdem Office 365, dessen Nutzung allerdings nur im ersten Jahr kostenlos ist.

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7 Kommentare
    Dein Kommentar
  • ToSuz
    Da wurde wohl doch ein wenig zu viel gespart für meinen Geschmack. 32GB Systemplatte ist doch schon arg begrenzt und 5h Akkulaufzeit? Da schwöre ich doch auf mein gebraucht gekauftes HP 12" Notebook von 2008, das hat mich nur die Hälfte gekostet und dessen Core2Duo ULV ist dem Atom wahrscheinlich immer noch ebenbürtig.
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  • quixx
    Mein Windows 8.1 (unbe"bing"t) hat mit Office pro 2007 und ein bisschen Kleinzeug im Moment 29GB. (0kByte documents)

    Viel Spaß mit 32 auf einer SSD!

    Wieso darf ein OS-Hersteller eine eigene Suchmaschine dazu aufdrängen? Genug bei den Kartellbehörden geschmiert?

    Quote:
    wird auf dem kompakten Asus-Notebook Windows 8.1 installiert, das allerdings nur Prozessoren mit einem 32 Bit breiten Befehlssatz unterstützt. Der Sinn dieser Übung erschließt sich allerdings nicht so ganz - denn


    Einfach mal die 32 und die 64Bit Version parallel installieren, dann erschließt sich der Sinn mit einem Schlag.

    Spoiler: 32Bit braucht weniger Platz und weniger Speicher, und die Nutzer habe noch nie etwas bemerkt, außer dass alte Programme unter 32Bit eher nochmal laufen.
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  • matthias wellendorf
    Vermutlich haben Google und Gabriel beim Essen beschlossen, dass ein Betriebssystem ohne Suchmaschine kein Betriebssystem mehr ist. Und damit sind den Kartellbehörden nun natürlich die Hände gebunden...

    Und 32 vs 64 Bit: Richtig ein 32-Bit-Betriebssystem ist platzsparend und spreicherfreundlich, aber: Speicherchips sind nichts was die Kuh fett macht. Und bei Asus Abnahmemengen dürfte der Preisunterschied zwischen 2 und 4 GB RAM sowie zur nächstgrößeren SSD fast im Cent-Bereich liegen.
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  • quixx
    47315 said:
    Vermutlich haben Google und Gabriel beim Essen beschlossen, dass ein Betriebssystem ohne Suchmaschine kein Betriebssystem mehr ist. Und damit sind den Kartellbehörden nun natürlich die Hände gebunden...


    Hoffentlich kann man das killen.

    47315 said:
    Und 32 vs 64 Bit: Richtig ein 32-Bit-Betriebssystem ist platzsparend und spreicherfreundlich, aber: Speicherchips sind nichts was die Kuh fett macht. Und bei Asus Abnahmemengen dürfte der Preisunterschied zwischen 2 und 4 GB RAM sowie zur nächstgrößeren SSD fast im Cent-Bereich liegen.


    Das täuscht Dich, die Preise sind zwar ständig in Abwärtsbewegung, aber ein Gigabyte auf Chip hat immer einen Preis, der vom Konkurrenten zur gleichen Zeit nicht einfach so ohne weiteres halbiert werden kann. Und wenn das so ist, so sind in dem Moment alle Weltmarktpreise halbiert.

    Asus kann viel kaufen, stimmt. Wie viel kann Kingston kaufen? Samsung?

    Die Frage ist: Wie viel können sie verkaufen. Und wenn eben Konkurrent Z die Preise auf "Überlebensbasis" an uns weitergibt, verkaufen die anderen nichts mehr.
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  • jean luc bizarre
    für 250€ echt ok aber nicht überragend. So ganz versteh ich die Hersteller dann aber nicht. Gerade im Bereich 300-400 Euro sollte eigentlich viel mehr möglich sein als im Moment angeboten wird. Atom ist für mich mittlerweile was für Tablets und Smartphones und ein Celeron N oder Pentium N werden auch nicht viel teurer sein.
    Das Acer V3-111 oder E3-111 sind ja schon ganz gute Ansätze, aber es fehlt einfach ein mSata- oder m2-Anschluss zum SSD selbst nachrüsten. Das Lenovo Ideapad Flex 14 gibts mit Kabini schon ab 250€, mit Pentium N ab 340€ und mit Beema ab 400 Öppen. Aber wie kann man denn in ein 14" noch 1366x768 verbauen. Jungs, 1600x900 kann doch nicht sooo schwer sein - und auch nicht so teuer.
    Da ist mir die Verarbeitung relativ Pumpe, mein alter EeePC 901 lebt immernoch und dient mir noch als zuverlässige Schreibmaschine. Die Spaltmaße und die Displaysteifigkeit waren nie großartig toll, dafür hab ich ihn versehentlich schon in hohen Bögen durch die Gegend geworfen. Spaltmaße und tolle Metalle sagen nichts über die Widerstandsfähigkeit aus sondern sind nur toll für die Optik. Und da kann meiner meinung nach gespart werden.
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  • alterSack66
    Hab noch ein 1000H rumliegen. Werd ich vielleicht mal mit Linux ausstatten. Mattes Display, gut verarbeitet. Und 160 GB Festplatte. Da ist das X205TA eher ein Witz dagegen.
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  • Crass Spektakel
    Erschreckenderweise ist mein uralter EEE 901 sogar besser ausgestattet, den habe ich nämlich für zusammen 60 Euro auf 2GB RAM und 4+32GB SSD aufgerüstet. Und weil er unter Ubuntu läuft habe ich wirklich 28GB nutzbaren Speicher auf dem Gerät und es bootet in vier Sekunden. Einziger Nachteil, mit GMA950 Grafik läuft nicht viel, aber immerhin, 40 Spiele in meinem Steam-Portfolio habe ich installiert, darunter Halflife, Duke, Galcon, Unwritten Books, Defcon...
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