Asus Zenfone 2: Mittelklasse-Phablet mit reichlich Dampf

Kamera & Fazit

Bei der Kameratechnik bietet Asus keine größeren Überraschungen - wenn man davon absieht, dass die Auslöse- und Verarbeitungsgeschwindigkeit recht hoch sind, sodass die aufeinander folgende Aufnahmen sehr schnell möglich sind.

Die Hauptkamera knipst Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixeln - wie der Großteil der Konkurrenten auch. Die Bilder gefallen hinsichtlich der Farben und Kontraste, werden allerdings schon bei mäßigen Lichtverhältnissen vergleichsweise dunkel. Tendenziell neigen die Fotos zur Unschärfe, was sich vor allem bei der Nutzung des Zooms zeigt.

Die Videofunktion verhält sich hinsichtlich der Bildqualität äquivalent zur Hauptkamera und tendiert schon bei mäßigen Lichtverhältnissen zu recht dunklen Aufnahmen. Darüber hinaus gefällt die Leistung jedoch, zumal sich die üblichen Sprünge zwischen den einzelnen Vergrößerungsstufen in Grenzen halten. Allerdings marschiert der Zoom recht schnell vor und zurück.

Testvideo Asus Zenfone 2

Das erste, was beim Aufnehmen von Selfies auffällt, ist der Countdown, der vor dem Auslösen auf dem Bildschirm heruntergezählt wird: Der Nutzer hat vier Sekunden Zeit, um das Smartphone nach dem Auslösen ruhig zu halten und die Mundwinkel in die gewünschte Stellung zu bringen.

Beim Umgang mit Licht verhält sich die Frontkamera ähnlich wie die auf der Rückseite: Sind die Bedingungen nicht mehr ganz optimal, werden die Selfies schnell recht dunkel. Die Bildqualität ist jedoch ordentlich; Eigenporträts zeichnen sich durch brauchbare Farben und eine hohe Detailschärfe aus.

Fazit: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Das Asus Zenfone 2 ist ein typischer Vertreter der Mittelklasse: Die Verarbeitung und der Bildschirm liegen auf dem Niveau, das von einem Smartphone zwischen 300 und 400 Euro erwartet werden kann, und die Speicherausstattung ist mit einem 32 Gigabyte Fest- und vier Gigabyte Arbeitsspeicher großzügig.

Das Alleinstellungsmerkmal ist der hinter dem Display verbaute Prozessor: Das Intel-SoC kann zwar nicht mit den Leistungen mithalten, die von High-End-SoCs wie etwa dem Snapdragon 810 geboten werden, allerdings ist die Performance deutlich höher als die eines Qualcomm Snapdragon 615, der aktuell fast standardmäßig in der Mittelklasse anzutreffen ist.

Damit ist das Zenfone 2 ein weiterer Kandidat, wenn nach einem nicht zu teuren Smartphone mit großem Bildschirm gesucht wird. Das wiederum vergrößert die Qual der Wahl, denn es gilt die eigenen Priortäten genau abzuwägen: Wer großen Wert auf die Kamera legt, wird vermutlich mit einem Motorola Moto X Play glücklicher, und Huaweis Honor 7 bietet eine hochwertigere Außenschale.

Auch der Blick in die Oberklasse kann sich lohnen: Das LG G Flex 2 wird bereits zu Preisen von knapp unter 250 Euro angeboten und für das LG G4 werden derzeit rund 430 Euro fällig - und das sind am Ende auch nur 50 Euro mehr als das, was Asus als UVP für sein neues Phablet verlangt.

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5 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Topas_
    Einer der Kritikpunkte existiert schlicht nicht: Das Zenfone 2 HAT DEFINITIV eine Schnellladefunktion. In 45 min von 0 auf 70% wenn ich mich nicht täusche.

    Interessant finde ich auch, dass beim Thema Alleinstellungsmerkmale komplett unterschlagen wurde, dass es eines der ganz wenigen Smartphones der oberen Mittelklasse ist, welche Dual-Sim inkl LTE auf allen in Deutschland üblichen Freqenzen bieten.
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  • matthias wellendorf
    Manchmal ist es gut den Beipackzettel zu lesen. Die Schnelladefunktion hat beim Testgerät offenbar gehakt, das Beladen ging stets sehr langsam von statten.
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  • mareike
    Schnellladefunktion kann scheinbar das Gerät (3580), aber nicht immer die beigelegten Ladeadapter. Die Performance gerade der Gpu ist leider nur Durchschnitt, nichts mit Dampf...
    Die Kamera ist nur mittelprächtig, da fehlt auch der Laser zum schnellen scharfstellen, aber die integrierte Kamerasoftware ist sehr umfangreich und hat einen echten Mehrwert.

    Edit war da.
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  • Kosi
    Mit nem Intel drauf kann man doch möglicherweise ein Dualboot-OS (Droid&Win10) drauf "hacken", das wäre doch mal ein Alleinstellungsmerkmal (ein Gerät weniger nötig als "echtes" Dev-Target, aber andererseits, man soll ja mit dem unteren Ende testen...)
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  • matthias wellendorf
    Das wäre tatsächlich spannend. Microsoft bietet ja schon für ein Xiaomi-Smartphone eine ROM an mit der Windows 10 an Stelle von Android installiert wird. Und die neuen Intel-Chips haben eine Zertifizierung für Windows Phone (10) erhalten, zuvor hat Microsoft ja nur Qualcomm-SoCs unterstützt...
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