Asus ZenFone Selfie: Mit der Zweiten knipst man besser

Im Testlabor

Bisher hatten wir noch recht wenige Smartphones mit dem Qualcomm Snapdragon 615 im Test. Die beiden prominentesten Vertreter sind das Samsung Galaxy A7 und das LG G4s. Diese beiden ziehen wir daher auch als Vergleichsgeräte heran. Beiden hat das Asus ZenFone Selfie den mit 3 GByte größten Arbeitsspeicher voraus. Ob sich das in den Benchmark-Ergebnissen niederschlägt, wird sich zeigen.

Synthetische Benchmarks

Zunächst bewerten wir die Systemleistung mit gängigen Test-Apps. Dabei platziert sich das Asus ZenFone Selfie zwischen den beiden Konkurrenten. Mit 684 (single core) und 2740 Punkten (multi core) beim Geekbench 3 erreicht das Asus Smartphone ein ordentliches Ergebnis. Das Samsung Galaxy A7 schneidet aber deutlich besser ab (941/3200). Das LG G4s (621/2318) kommt indes nicht an das Selfie-Phone heran.

Der AnTuTu v5 zeichnet ein ähnliches Bild. Auch dieser Test sieht das Galaxy A7 (48580) klar vor dem Asus ZenFone (37840), das wiederum das LG G4s (30806) deutlich distanziert. Auch wenn die Grafikeinheit gefordert wird, spielt das Samsung-Smartphone in einer höheren Liga, das ZenFone Selfie ordnet sich mit 7689 Punkten beim 3DMark 2013 Ice Storm Unlimited wieder zwischen Galaxy A7 (8933) und G4s (7315) ein.

Beim GFXBench kann sich das Asus-Gerät indes keinen Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten von LG erarbeiten. Beide erreichen offscreen 14 fps beim T-Rex-Test und 5,5 fps beim Manhattan-Benchmark. Das Samsung Galaxy A7 (18/12 fps) zieht hier erneut klar davon.

  Asus ZenFone Selfie Samsung Galaxy A7 LG G4s
Geekbench 3 single/multicore684/2740941/3200621/2318
AnTuTu v5378404858030806
3DMark - Ice Storm Unlimited768989337315
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Offscreen)14 fps18 fps14 fps
GFXBenchmark 2.7 (T-Rex HD, Fixed Timestep, Onscreen)14 fps19 fps14 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Offscreen)5,6 fps12 fps5,5 fps
GFXBenchmark 3.0 (Manhattan, Onscreen)5,5 fps14 fps5,8 fps

Browser- und Storage-Benchmarks

Bei den Browser-Tests kann das Asus ZenFone Selfie den bis jetzt positiven Eindruck nicht ganz bestätigen. Unter den Vergleichsgeräten schneidet es bei den entsprechenden Benchmarks klar am schlechtesten ab. Dabei sind die Ergebnisse für sich betrachtet gar nicht so übel. Nur holen Samsung und LG einfach mehr aus der technischen Basis heraus als Asus.

Beim Google Octane v2 kommt das Asus ZenFone Selfie auf 2255 Punkte, der Browsermark 2 spuckt einen Score von 1038 Punkten aus. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy A7 erreicht 6510 bzw. 2047 Punkte. Der Javascript-Test Sunspider stuft das Testgerät mit 2123 Millisekunden sehr schwach ein. Das ist aber auch der einzige größere Ausreißer nach unten. Die weiteren Resultate, 761 Punkte beim Peacekeeper und 246 beim WebXPRT 2013, gehen wiederum in Ordnung.

Das gilt auch für die Performance des internen Speichers, auch wenn wir da schon deutlich Schnelleres gesehen haben. Dennoch fallen die sequenziellen Schreib- und Leseraten mit 106 bzw. 134 MB/s adäquat aus. Im Random-Betrieb bricht die Leistung allerdings stark ein. Dabei stehen nur noch 9,3 MB/s lesend und 5,6 MB/s schreibend zu Buche.

  Asus ZenFone Selfie Samsung Galaxy A7 LG G4s
AndroBench 3 (sequential read/write)134/106 MB/s203/46,6 MB/s137/39 MB/s
AndroBench 3 (random read/write 4K)9,3/5,6 MB/s18,4/3,1 MB/s13/3 MB/s
Google Octane v2225565103436
Browsermark 2.1103820471516
SunSpider 1.0.22123678934
Peacekeeper761879913
WebXPRT 2013246415DNF
WebXPRT 2015DNF-56

Display

Sehr viel gibt es zum Display nicht zu sagen. Full HD und IPS – das sind mittlerweile die klassischen Eckdaten in der gehobenen Mittelklasse. Subjektiv zeigt das Asus ZenFone Selfie auch ein gutes Bild mit satten Farben und stabilen Blickwinkeln. Die Messwerte lassen allerdings noch Raum nach oben erkennen. Mit einer Leuchtdichte von maximal 389 cd/m2 zählt das ZenFone nicht zu den Hellsten seiner Art, der Schwarzwert von 0,4 cd/m2 ist ebenfalls nicht der Hit.

Dennoch ergibt sich ein ordentlicher Kontrast von 973:1. Auch mit bloßem Auge ist die im Auslieferungszustand zu kühle Farbtemperatur erkennbar. Das lässt sich jedoch mit einer App namens Asus Splendid weitgehend beheben. Unterm Strich geht die Display-Leistung in Ordnung, besonders hervortun kann sich das ZenFone Selfie allerdings in dieser Disziplin nicht.

Kameras

Besondere Bedeutung kommt beim Asus Selfie-Smartphone der Frontkamera mit ihrer hohen Auflösung von 13 Megapixeln zu. Eines vorweg: Auch diese Optik kann nicht zaubern, hat vor allem bei Zwielicht die von Smartphones bekannten Schwierigkeiten mit früh einsetzendem Rauschen. Aber durch die hohe Auflösung und die recht große Blendenöffnung sorgt die Kamera bei ordentlichem Licht für ansehnliche Bilder.

Der Schärfegrad ist rund ums Zentrum hoch, die Farben kräftig und leuchtend. Unter den Selfie-Cams zählt die des Asus ZenFone Selfie sicherlich zu den Besten. Die Hauptkamera macht qualitativ ähnlich gute Bilder, dank der noch größeren Offenblende landet zudem etwas mehr Licht auf dem Sensor. Mit richtig guten Kamera-Smartphones, etwa vom Schlage eines LG G4, kann das Asus Selfie-Phone aber am Ende doch nicht mithalten. Das gilt auch für die Qualität der Videoaufnahmen. Die ist zwar grundsätzlich in Ordnung, die Farben wirken allerdings etwas fahl. Zudem ist ein leichter Rotstich auszumachen.

Selfie mit der Frontkamera #1Selfie mit der Frontkamera #1

Selfie mit der Frontkamera #2Selfie mit der Frontkamera #2

Selfie mit der Frontkamera #3Selfie mit der Frontkamera #3

DrinnenDrinnen

Draußen #1Draußen #1

Draußen #2Draußen #2

Videoaufnahmefunktion des Asus ZenFone Selfie

Akkulaufzeit

In einem großen Smartphone ist Platz für einen großen Akku. Beim Asus ZenFone Selfie stellt die Li-Polymer-Batterie satte 3000 mAh bereit. Das sorgt für eine anständige Akkulaufzeit. In unserem WLAN-Surftest bei 160 cd/m2 Helligkeit hält das 5,5-Zoll-Gerät fast neun Stunden durch. Und mit seinem wechselbaren Akku ist es auch für längere Sitzungen fernab des Stromnetzes bestens gerüstet.

Fazit: Dem Selfie-Trend gefolgt

Ein Manko vieler Smartphones der Mittelklasse ist deren nur mäßige Kameraausstattung. Damit räumt das Asus ZenFone Selfie zumindest teilweise auf. Zwar ist die Hauptkamera kein technisches Highlight. Die Aufnahmen können dennoch weitgehend überzeugen. Den Ausschlag gibt aber die Front-Kamera. 13 Megapixel Auflösung und eine ordentliche Bildqualität, das findet man selbst im Selfie-Zeitalter nur recht selten. Erst recht nicht in der Preisklasse um 300 Euro.

Hinzu kommt, dass das ZenFone eine überdurchschnittliche Ausstattung mitbringt, vor allem beim Speicherausbau. Allerdings kann es den 3 GByte großen Arbeitsspeicher nicht in einen Performance-Vorteil gegenüber ähnlich ausgestatteten Smartphones ummünzen. Im Gegenteil: Gerade die Browser-Performance liegt eher auf dem Niveau der unteren Mittelklasse. Für den Alltagsgebrauch reicht die Leistung aber immer noch aus. Nicht ganz zum hohen Zen-Anspruch will die Haptik des Gerätes passen, das obendrein sehr schnell verschmutzt.

Wer viel Wert auf ordentliche Selfies legt, kauft sich entweder ein Top-Smartphone mit Top-Kameras zu Top-Preisen. Oder er schaut etwas mehr aufs Budget und versucht sein Glück mit dem Asus ZenFone Selfie. Dann bekommt er zwar nicht das ultraschicke, ultraflache und ultraschnelle Design-Smartphone. Dafür aber einen zuverlässigen Begleiter mit guten inneren Werten und einer starken Selfie-Kamera. Über den ein oder anderen kleinen Makel muss man dann zwar hinwegsehen. Aber welches technische Gerät ist schon perfekt?

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