Ramp Up in Rekordzeit
Vom ersten Spatenstich 1997 bis zur Fertigstellung der Anlage 1998 vergingen keine 18 Monate. Bereits im Frühjahr 1999 wurden die ersten Prozessorsamples (K6-III) gefertigt. Das alleine war eine sehr gute Leistung, doch auch die bisherige Ausbeute liegt laut Angaben von Dr. Hans Deppe, Geschäftsführer der AMD Sachsen Manufacturing GmbH, teilweise über der des Schwesterwerks Fab 25 in Austin, Texas. Dieses Ergebnis sucht in der Halbleiterindustrie seinesgleichen.
Drei Faktoren erklären die beachtlichen Fortschritte bei der Optimierung des Herstellungsprozesses. Zum einen besteht seit 1998 eine Technologie-Allianz zwischen AMD und Motorola, von der beide Partner profitieren. In Austin leistete man gemeinsam einiges an Vorarbeit bei der Entwicklung der Kupfertechnologie, die sich in Dresden nun deutlich bezahlt macht. Zum anderen verfügt das Werk über die derzeit modernsten Maschinen und Geräte zur Fertigung von Mikroprozessoren. Zu guter Letzt sind es die Dresdner Mitarbeiter, denen Robert Stead und Jim Doran ihren Dank aussprachen. Die Zusammenarbeit der meist hochqualifizierten Mitarbeiter scheint also prächtig zu funktionieren.
Fab 25 und Fab 30: Zwei ungleiche Brüder
In Austin, Texas, befindet sich das zweite Werk von AMD, in dem seit Jahren K6-2-, K6-III- und Athlon-Prozessoren hergestellt werden. Vor wenigen Monaten hat man in diesem Werk den Herstellungsprozess von 0,25 auf 0,18 Mikrometer umgestellt und kann dort mittlerweile alle aktuellen Athlon-Modelle herstellen. Eine Umrüstung zur Kupfertechnologie ist dort jedoch nicht geplant, da der Aufwand hierfür zu groß ist.
Das texanische Werk produziert seit längerem mit einer Auslastung von 100%. Nach unseren Angaben entspricht das über 5000 Waverstarts pro Woche, wobei man natürlich nicht preisgibt, wieviele Prozessoren sich aus einem einzelnen Waver gewinnen lassen. In Dresden beginnt man jede Woche mit der Produktion von derzeit etwa 1000-1500 Wavern, was einer Auslastung von 25% entspricht. Man ist zuversichtlich, dass man die Produktionsleistung bis Ende 2000 auf 50% erhöhen kann. Ein hohes Ziel, aber in Anbetracht der bisher erbrachten Leistungen stehen die Chancen gut, dass man es plangemäß schafft.