Fazit: Im Eigenbau ermöglichen, was die Hersteller versäumt haben
Die durchgeführten Modifikationen sind in 30 Minuten erledigt und mit minimalem Kostenaufwand zu bewerkstelligen. Gleichzeitig ist das Risiko gering, sofern man nicht mit zwei linken Händen ans Werk geht. Das Ergebnis ist ein Prozessor, der nach der Änderung vom BIOS als Athlon XP-M oder gar als unbekannt bezeichnet wird - aber in jedem Fall wie erwartet seinen Dienst tut.
Der Funktionsumfang hat sich indes deutlich erweitert: Mit Hilfe von CrystalCPUID lässt sich der Multiplikator im laufenden Betrieb innerhalb aller dem Prozessor möglichen Werte frei wählen. Spätestens beim ersten Versuch stellt sich dann auch heraus, ob dies von der verwendeten Hauptplatine unterstützt wird. Wenn nicht, stürzt das System kommentarlos ab und es bleibt noch die Option, im BIOS einen möglichst niedrigen Multiplikator, FSB-Takt und CPU-Kernspannung zu wählen.
Wenn die Operation jedoch gelingt, kann der Multiplikator im Betrieb anhand der Bedürfnisse variiert werden: Voller Takt während der Arbeit am System, minimaler Takt in der Nacht, während der Rechner weiterhin die gewünschten Dienste und Downloads durchführen soll. Passend dazu lässt sich der Prozessorlüfter entsprechend regeln - wir haben mögliche Modelle vorgestellt.
Einzige Einschränkung ist die CPU-Kernspannung, die nicht unter Windows variiert werden kann - AMD hält das passende Utility aus Sicherheitsgründen unter Verschluss, denn bei erheblicher Überspannung und gleichzeitiger unzureichender Kühlung würde die CPU schnell Schaden nehmen. Ein Kompromiss aus Minimal- und Maximaltakt muss also gefunden werden.
Gezeigt hat sich außerdem, dass sich ein Pentium 4 nur unter hohem Aufwand passiv betreiben lässt, wenn man denn auch volle Leistung von ihm abverlangen will. Grund dafür ist der fixe Multiplikator, auf den der Anwender seit etlichen Jahren keinen Zugriff mehr hat. Die Möglichkeit der Multiplikatoränderung gibt es auch weiterhin nur bei AMD, denn die Athlon-64-Modelle für Sockel 754 und Sockel 939 beherrschen dies. Für die Zukunft ist solch ein Feature jedoch in doppelter Hinsicht wünschenswert, da es letztlich positiv auf die Stromrechnung wirkt und auch den möglichen Einsatzzweck der Prozessoren vergrößert. Genau hier liegt das Problem, denn Mobile-Prozessoren sind in der Regel teurer - und wer beschneidet sich schon gerne den eigenen Markt?
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