In 22 nm gefertigt, soll der neue Atom mit einer Out-of-Order-Architektur und optimiertem Stromverbrauch bewaffnet die ARM-Konkurrenten in den Schatten stellen.
Die Atom-Pozessoren hatten es schon immer besonders schwer und wurden als stromsparende aber schnarchlahme Netbook-Prozessoren lange belächelt. Die ersten auf der Silverthorne-Prozessor-Architektur aufsetzenden Modelle mit ihren beinahe niedlichen Einkern-CPUs unterschritten zwar die 1-Watt-Marke; allerdings sorgte der ihm zur Seite gestellte Controller-Hub dafür, dass der Plattformverbrauch wieder auf etwa 5 Watt kletterte. Die leistungsstärkeren Varianten der Diamondville-Serie trieben den Stromverbrauch dann sogar noch höher. Auch das lag wieder an einer unglücklichen Verpaarung mit einem hungrigen Chipsatz, denn allein der damals nicht mehr taufrische 945GC verbrauchte schon etwa 22 W.
Dementsprechend selten fielen schmeichelhafte Erwähnungen des Prozessors aus. Vor allem die Saft- und Kraftlosigkeit von Intels Einsteiger-Prozessor sorgte immer wieder für negative Bewertungen, auch wenn bei einzelnen Entwicklungsschritt(ch)en Verbesserungen konstatiert wurden. Zumeist hieß es: Atom im Desktop: Lieber nicht. Und selbst heute, fünf Jahre nach Intels ersten Bemühungen mit den ARM-basierten SoCs mithalten zu können, fragt man sich in der Branche, ob der Hersteller jemals in der Lage sein wird, eine passable Leistung mit einem niedrigen Energieverbrauch zu kombinieren, um in den gerade so trendigen Smartphones und Tablets zu gefallen.
Doch dank systematischer Fortschritte sahen wir uns im vergangenen Jahr zu einer Neubewertung der Situation gezwungen, und einer unserer Kollegen bei Tom’s Hardware USA machte die damals mutige Vorhersage, Intel könne Qualcomm binnen drei Jahren überholen–und das obwohl der Hersteller zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen Partner für seine damaligen Smartphone SoCs hatte gewinnen können. Seine Analyse stützte er dabei auf die Erwartung, Intel würde 32-nm-Prozessoren mit In-Order-Architektur liefern, die in Sachen Performance konkurrenzfähig wären, sowie die von Intel damals kommunizierte Fertigungs-Roadmap. Außerdem schien absehbar, dass man auf eine Out-of-Order-Architektur umstellen würde.
Vor kurzem hat Intel nun weitere Details zur kommenden Atom-Generation bekannt gegeben, von der bislang praktisch nur der Codename durchgesickert war: Silvermont. Kann die neue CPU tatsächlich alles halten, was Intel verspricht, wird die Chipschmiede tatsächlich einen SoC im Programm haben, der mit der ARM-Konkurrenz mithalten kann. Dann würde man bei Messungen wie in unserem Analyseartikel ARM gegen x86: Warum der Intel Atom das Effizienzrennen gewinnt nicht mehr nur im Nachkommastellenbereich punkten müssen, um den Effizienzvorteil aufzuzeigen – er läge auf der Hand.
Wer die Entwicklung der Atom-Familie der letzten fünf Jahre verfolgt hat, der weiß dass Intel die grundlegende Mikroarchitektur seitdem kaum modifiziert hat. Zwar wurden die Strukturbreite, in der die Prozessoren gefertigt wurden, von 45 nm auf 32 nm reduziert, die einzelnen Kerne – unter dem Codenamen Saltwell geführt – basierten jedoch weiterhin auf dem ursprünglichen Bonnell-Design. Damit blieb nicht nur die Befehlsausführung nach dem In-Order-Prinzip bestehen, sondern auch der Ansatz, dass ein möglichst niedriger Stromverbrauch wichtiger als eine steigende Performance ist.
Mit Silvermont ändert sich das, denn das neue Design verfügt über eine deutlich komplexere Engine, die Befehle Out-Of-Order umsetzen kann. Zusammen mit einer weiteren Reduzierung der Strukturbreite auf nun 22 nm hat Intel einen signifikanten Fortschritt erzielt, der diesmal allerdings kaum fünf erneute Jahre des Stillstands einleiten wird. Der Hersteller hat erhebliche Kräfte mobilisiert um die Entwicklung seiner “Light-Architektur” voranzutreiben und verspricht nun jährliche Aktualisierungen. Der nächste Schritt soll Airmont werden, der in einem 14-nm-Prozess gefertigt wird und so nicht zuletzt Intels Fertigungskompetenzen unterstreicht, die mit den 22-nm-Chips schon jetzt deutlich vor der Konkurrenz liegt.
Der Hersteller unterteilt dabei die einzelnen Veränderungen in drei große Kategorien: Maßnahmen, die zur Steigerung der Leistungsfähigkeit geführt haben, Veränderungen, mit denen ein geringerer Stromverbrauch erreicht worden ist und schließlich die Optimierungen im Fertigungsprozess.

Performance haben die zwar auch mit den z.B. A15-Kernen, aber die haben auch überproportional Durst... .
Wie schon erwähnt, es liegt an den Partnern, endlich tolle Endprodukte zu generieren.
Man liest so häufig in den Foren: "jetzt noch x86, und das wäre DAS Tablet/Smartphone"
Man sollte gerade auch auf Software-Seite x86 Architektur nicht unterschätzen.
Android hat zwar schon heftig gewildert, aber eben "nur" bei den "Apps".
Mit x86 habe ich auf einmal massenweise "richtige" Programme zur Verfügung...
Ich bin mal gespannt
Die Win RT Abspeckversion nutzt nichts, und Win8 ist beliebt wie Blei im Joghurt. Win8 braucht mehr Hardware Einsatz als Android. Heist mehr Akku = weniger Mobil, teurer.
Atom kommt so aus der Nische nicht raus.
Die Win RT Abspeckversion nutzt nichts, und Win8 ist beliebt wie Blei im Joghurt. Win8 braucht mehr Hardware Einsatz als Android. Heist mehr Akku = weniger Mobil, teurer.
Atom kommt so aus der Nische nicht raus.
Android läuft bereits auf Intel x86 - und WIE... schnell und äußerst effizient - Intel hat bereits mit Medfield gezeigt, wie man teilweise die aktuelle ARM Multicore Konkurrenz bzgl. Speed/Effizienz "zerlegt" - mit lediglich einem physikalischen Kern.
Intel wartet nur auf den richtigen Moment (womöglich ein Flag-ship SoC/Device? - mit Sicherheit Data/Voice LTE) um mit der "wirklichen" Vermarktung ihrer SoC's zu starten und dem 0815 Dodel zu verdeutlichen: "Ja, wir haben zwar nur die Hälfte der Kerne der Konkurrenz, unsere Geräte sind dennoch schneller und verbrauchen weniger Strom"...
Obgleich die SoC's von Intel teurer sind, nun liegt's hauptsächlich am Fehlen der Vermarktung (bzw. strategischem Abwarten) und dem aktuellen "Ich hab mehr Kerne als du (aber meine Apps starten trotzdem nicht schneller und leider ist mein Akku auch schneller leer)" Trend.
Virtual 1EUR bet: http://www.tomshardware.com/reviews/medfield-krait-smartphone-mobile-soc,3117.html - keine Utopie.