Avermedia Live Gamer Portable 2 im Kurztest

Mit dem Live Gamer Portable 2 macht AVerMedia genau da weiter, wo man mit dem Vorgänger aufgehört hat: Streamen und Aufnehmen ohne PC - einfach und smart gelöst. Wir haben uns den mobilen Wunderkasten einmal näher angeschaut.

Avermedia Live Gamer Portable 2: Der mobile Wunderkasten

Der Live Gamer Portable 2 - oder kurz LGP2 - ist ein mobiles Streaming- und Capture-Device aus dem Hause Avermedia, das derzeit mit knapp über 170 Eurozu Buche schlägt.

Avermedia hat sich im Capturing-/Streaming-Bereich bereits einen guten Namen gemacht. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten, die sich nur durch die maximale Framerate und die Auflösung unterscheiden, hat der LGP2 - wie der Name schon vermuten lässt - einen riesigen Vorteil: Er ist mobil und kommt sowohl beim Streamen als auch beim Aufzeichnen ohne PC aus.

Dafür setzt er beim PC-Free-Modus auf eine extra zu erwerbende microSDHC-Class-10-Speicherkarte. Schließt man den LGP2 an den PC an, kann er auch als Kartenlesegerät verwendet werden.

Speziell für diejenigen, die abseits des heimischen (Gaming-)PC-Setups etwas mit der Welt teilen oder für den Eigenbedarf festhalten wollen, ist Avermedias mobiler Helfer besonders interessant.

Egal ob PC, Heimkonsole oder beispielsweise die neue NES Mini: Alles, was einen HDMI-Anschluss hat, kann aufgezeichnet oder direkt zu Twitch oder Youtube gestreamt werden. Aber Vorsicht: Der LGP2 unterstützt kein(e) Ansicht/Aufzeichnung/Streaming von HDCP-geschützten Signalen.

Interessant ist noch die Möglichkeit, sowohl das eigene Headset als auch den Gruppenchat mit abgreifen und aufzeichnen zu können.

Design

Der Live Gamer Porable 2 ist hochwertig verarbeitet und präsentiert sich in der von Avermedia gewohnten matt-schwarzen Optik mit roten Akzenten. Mit Abmessungen von 14,7 x 5,7 x 4,7 cm und einem Gewicht von 185,5 g passt er bequem in jeden Rucksack, macht aber auch auf dem heimischen Fernsehtisch eine elegante Figur. 

Auf der Vorderseite findet man neben zwei 3,5-mm-Klinke-4-Pol-Steckern für Controller- und Headset-Sound auch einen Lautstärkeregler und einen Schalter, um zwischen PC-Modus, PC-Free-Modus und Storage-Modus zu wechseln. Auf der Rückseite sind die HDMI-Anschlüsse (In/Out), ein Micro-USB-2.0-Port und ein Steckplatz für die microSD-Speicherkarte lokalisiert.

Elegant löst Avermedia die Verarbeitung des wichtigsten Knopfes auf dem Gerät. Mittig frontal auf der Spitze des grob dreieckigen Prismas sitzt ein großer, beleuchteter Knopf, der via Farbe mitteilt, ob das Gerät betriebsbereit ist oder ob beispielsweise ein Problem mit HDCP vorliegt. Leuchtet der Knopf blau, ist der LGP2 startbereit. Rot deutet auf ein Problem hin - simpel und funktionell.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist bis auf die fehlende microSD-Speicherkarte für PC-Free Capturing alles enthaklten, was gebraucht wird, um direkt loslegen zu können. Neben dem Gerät selbst finden wir hier je ein HDMI-, USB- und 3,5-mm-Audiokabel sowie eine kurze Anleitung. Die Software lädt man sich wie üblich direkt von der Hersteller-Webseite herunter.

Tipp: Wer ein Headset mit zwei Klinkensteckern nutzt, sollte sich noch einen Adapter besorgen, der beide Stecker vereint.

Unter der Haube

Der Live Gamer Portable 2 schafft eine maximale Auflösung von 1080p bei 60 Frames pro Sekunde im MP4-Format. Bei Bedarf kann man ihn stufenweise bis auf 480i reduzieren. Der große Vorteil im Vergleich mit dem Vorgänger ist neben dem PC-Free-Aspekt eben die Möglichkeit, in Full-HD mit 60 Frames aufzunehmen und zu streamen. Sowohl beim Streaming als auch beim Aufzeichnen auf unsere SD-Karte erzielten wir eine sehr gute Qualität.

Als besonderes Extra fungiert die simple Einbinden des Gruppenchats bei der PC-Free-Variante: Verbindet man auf der einen Seite den Controller-Audioeingang des LGP2 durch das beigelegte Audiokabel mit der Controller-Audiobuchse des Gamepads (z.B. PS4 / Xbox One) und auf der anderen das Headset mit dem Headset-Audioeingang des LGP2 kann man nicht nur sich selbst, sondern auch den gesamten Gruppenchat festhalten oder ins Internet übertragen. Das ist speziell bei Multiplayer-Titeln wichtig, da der Stream sonst immer nur die halbe Unterhaltung zu hören bekommt.

Systemvoraussetzungen

Betriebssystem:Windows 10, Windows 8.1, Windows 7
CPU:Intel Core i5-3330 oder darüber (Core i7 empfohlen)
GPU:Nvidia GeForce GTX 650 / AMD Radeon R7 250X oder besser
RAM:4 GByte RAM
Zusätzlich:
- Standalone-Grafikkarte (s.o.)
- USB-2.0-Port
- microSDHC-Class-10-Speicherkarte für die Aufzeichnung ohne PC

RECentral 3

Um Einstellungen rund um das Capturing und Streaming kümmert sich die kostenlose, Avermedia-eigene Software RECentral 3. Hier können wir beispielsweise die eigene Webcam einbinden, Bildschirmtexte erstellen oder die Firmware des LGP2 aktualisieren. Wer für das Streaming am PC lieber auf Szene-Lieblinge wie OBS oder XSplit zurückgreifen möchte, kann dies problemlos tun.

Fazit

Avermedias Live Gamer Portable 2 ist für mich der beste Allrounder im externen Capturing-/Streaming-Markt. Denn für jemanden, der nicht nur an einem Ort aufzeichnen möchte, ist der kleine Kasten ein wahrer Segen.

Schick und zweckmäßig tut er genau das, was er tun soll. Dabei macht das Gerät stets eine gute Figur und findet auch in den kleinsten Reisetaschen Platz. Dass man ihn nebenbei noch als Cardreader zweckentfremden kann, ist ein netter Bonus.

Minuspunkte fährt der LGP2 wegen der fehlenden USB-3.0-Unterstützung ein. Auch UHD-Capturing wäre mit Sicherheit für den einen oder anderen Auflösungsfanatiker wünschenswert gewesen. Doch letztlich ist dies Kritik auf hohem Niveau.

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5 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Faboan
    Wie verhält sich das zum Vorgänger?
    Lohnt sich der wechsel?
    Ist REC 3 auch mit dem Vorgänger nutzbar?

    Ich muss mal recherchieren.
    Rein von der Faktenlage wäre ein Umstieg aus meiner Sicht nicht nötig.
    Da hätten die schon 1080@60+fps oder eben UHD draufpacken müssen.

    Evtl. fällt das Audiokanäle bündeln per Virtual Audio Cable ja nun weg.
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  • derGhostrider
    Ohje, dafür gibt es einen Markt???
    Unglaublich. Einfach nur unglaublich...
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  • Faboan
    Eine Niesche, aber warum nicht?
    Ist halt Capturing Hardware die mit Features kommt die dir Shadowplay nicht bieten kann, dein System durch die Tatsache, dass aufgenommen wird 0 zusätzlich belastet und man kann sämtliche HDMI-Quellen sogar ohne PC abgreifen.
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  • Derfnam
    Stells dir wie nen teuren Egoshooter vor @ Ghostrider. Ohne Stab.
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  • derGhostrider
    @Derfnam: äääääääh.... WATT?
    Ach, einen Selbstaufnahmestab? ;) Naja, da bin ich auch immer wieder verblüfft. Das Gadget für die, die keine Freunde haben. ;)
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