Unter dem Heatspreader wurde mit maximal zwei mal 2.4 GHz gearbeitet. AMD benannte ihre erste DualCore-DIE mit dem Codenamen Toledo (E6) und fügte der Produktbezeichnung das Kürzel X2 hinzu, das für die beiden Kerne stand. Die ersten beiden Modelle waren der Athlon 64 X2 4800+ sowie der 4400+. In Sachen Geschwindigkeit war der Prozessor Intels DualCore-Variante um Welten überlegen. Unter anderem liegt das daran, dass AMD die beiden Cores über den schnellen Hypertransport-Kanal verbindet. Daher sind die Leistungseinbrüche bei Single-Thread-Anwendungen gegenüber Intels Pentium D geringer, als bei einer gleichgetakteten Single-Core-Variante. In unseren DualCore-Benchmarks mit vier Programmen beeindruckte der X2 mit einer Mehrleistung von 24% gegenüber Intels Rechenknecht. In Spielen konnte er dem Pentium D 840 sogar mit bis zu 47% Geschwindigkeitsvorteil davonziehen.
Durch das Stepping-Update auf E6 konnte AMD ein weiteres Feature anbieten: SSE3, das schon lange vorher von Intels Prescott-CPUs bekannt war. Erstaunlicherweise konnte der Athlon 64 von SSE3 nicht so stark profitieren wie Intels. Wir vermuten, das dies an den Befehlen MMONITOR und MWAIT liegt, die für Thread-Kommunikation zuständig sind. Da der X2 kein Hyperthreading besitzt, fehlen ihm diese Befehle. Die Verlustleistung ist hier mit 110 Watt um 15 % niedriger als die von Intels Pentium D.
Die DualCore-CPUs gibt es auch mit den Modellnummern 4600+, 4200+ und 3800+ mit nur 512 kB L2-Cache. Diese wird direkt mit einem kleineren Cache hergestellt, womit die Fläche gegenüber der Toledo-Version mit 199 mm² auf 147 mm² reduziert wurde. AMD nennt diese Core Manchester (E4). Aufgrund der verhältnismäßig kleinen DIE-Fläche kommt die Manchester-CPU mit lediglich 89 Watt Verlustleistung aus. Obwohl die Core ein anderes Stepping E4 erhalten hat, haben sie die Features hier nicht geändert und entsprechen denen der Toledo-Core.

Einen Monat nach der Vorstellung der DualCore-Technologie werden von AMD neue Single-Core-CPUs angeboten. Unter dem Codenamen San Diego (E4) erhält hier nun auch SSE3 den Einzug. Diese Core ist mit dem Stepping E4 völlig identisch mit einer Hälfte der Toledo-Core. In diesem Zuge setzt sich AMD mit dem Athlon 64 FX-57, welcher mit 2.8 GHz taktet, mit einem noch nie da gewesen Abstand gegenüber aktuellen Intel-CPUs ab. Bei einigen Spielen kann der FX-57 mit bis zu 31% mehr Rechenleistung an Intels Topmodell Pentium Extreme Edition 840 vorbeiziehen. Dabei ist er sogar noch 10% günstiger zu haben als der Konkurrenzprozessor von Intel. Mit der San Diego-Core sind ebenfalls die CPUs Athlon 64 FX-55, 4000+ und 3700+verfügbar.

Schneller als Intel: Der FX-57 zieht vorbei.
Im Juli konnten sich auch Anwender aus dem günstigeren CPU-Segment auf SSE3 freuen. Die Venice-Core, welche es als E3- und E6-Stepping gibt, wird als 3800+und 3500+, 3200+ und 3000+ angeboten. Diese CPUs arbeiten jedoch mit einem L2-Cache von nur 512 kB. Dank der 90 nm-Technik können mit diesen CPUs sehr leise und dennoch leistungsstarke Rechner gebaut werden.
Socket 939: AMD Athlon 64, FX und Sempron
Board: Asus A8N-SLI Premium (Nvidia nForce 4 SLI)
RAM: Dual DDR400 (PC3200)
Für die Athlon 64 und FX CPUs kam das Asus A8N-SLI Premium mit dem NForce 4 SLI Chipsatz von Nvidia zum Einsatz.
Artikel-Links:
Athlon 64 FX-53, 3800+ und 3500+ Athlon 64 FX-55 und 4000+ Athlon 64 X2 4800+, 4600+, 4400+ und 4200+ Athlon 64 X2 3800+
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