Eine Kostprobe gefällig ? Während sich die Taktrate fast vervierzigfacht hat - von 100 MHz im Jahre 1995 auf 3800 MHz heute - (ausgehend von Intel-Prozessoren) und die Zwischenspeicher (Caches) schneller geworden sind, hat sich beispielsweise die Bandbreite von 110 MB/s beim AMD K6-III/450 (1997) auf 6000 MB/s beim Athlon 64 erhöht. Ein Blick auf die verschiedenen Benchmarks offenbart : Bei 3D-Spielen stieg die Bildwiederholrate von 17.1 FPS basierend auf einem AMD Duron 650 auf sagenhafte 171.7 FPS beim AMD Athlon 64. Das ist eine Steigerung von 1000 Prozent - die vielen Features zur Detailtreue und Darstellung einmal außer Acht gelassen. Noch eklatanter fällt der Unterschied beim MPEG-2-Encoding eines 1 GB großen DV-Files aus : Während ein Intel Pentium 4 mit 3.8 GHz diese Aufgabe in zweieinhalb Minuten erledigt, benötigt ein betagter Intel Pentium 233 MMX von 1997 fast eine Stunde. Der größte Zuwachs ist beim Divx-Encoding (MPEG-4) zu beobachten : Das Transkodieren einer Kurzszene dauert mit dem Pentium 233 MMX fast 2 Stunden, während der aktuelle P4 mit 3.8 GHz diese Aufgabe in weniger als 2 Minuten erledigt. Unter dem Strich ist der P4 3.8 damit 65-mal so schnell wie die CPU aus dem Jahre 1997. Auch das Thema MP3-Encoding war 1995 eine Frage von Rechenpower : Ein Pentium 100 braucht für die 17 Minuten lange Audiosequenz rund 77 Minuten, die gleiche Arbeit verrichtet ein moderner AMD Athlon 64 FX-55 in eineinhalb Minuten.
Noch interessanter sieht es bei der Anzahl der Transistoren aus, die die Grundbausteine eines jeden Prozessors bilden. 1994 bestand der Pentium 100 noch aus 3.3 Millionen Transistoren, das heutige Topmodell, der Pentium 4 Extreme Edition, arbeitet hingegen mit 178 Millionen Transistoren. Wo vor knapp 11 Jahren noch ein einziger Transistor platziert wurde, tun dies heute nahezu 54 Stück. Aber auch die Themen Leistungsaufnahme und Verlustleistung haben sich drastisch geändert. Der aktuelle Intel Pentium 570 (mit 3.8 GHz), auch bekannt als das Mini-Heizkraftwerk - benötigt bei Volllast soviel Energie wie neun Intel Pentium 100-CPUs ! Das ist umso mehr beachtlich und gleichzeitig verwunderlich, da sich die Transistoren im gleichen Zeitraum auf ein Sechstel ihrer Fläche verkleinert haben. Die Folgen sind bekannt : Monströse schwergewichtige Kühler mit der Fläche von Raumheizungen und kräftige Netzteile jenseits der 400 Watt sorgen für die Systemstabilität. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Auf dem Motherboard sind mittlerweile Ströme von bis zu 100 Ampere in den Spezifikationen verankert. Der Kampf um noch höhere Leistungsdichten geht weiter.
Unser Vergleichstest der Prozessoren gliedert sich in zwei Teile : Zuerst werden sämtliche Prozessoren von AMD vorgestellt und in entsprechenden Benchmarkergebnissen spiegeln sich die Leistungen wider. Die Historie beginnt mit dem AMD K6-III/450, welcher 1996 vorgestellt wurde und auf dem Sockel 7 aufbaut. Das Ende der aktuellen Fahnenstange ist mit dem AMD Athlon 64 FX-55 erreicht, der mit einer Taktrate von 2600 MHz arbeitet. Im Vergleich zu Intel hat AMD das Thema Verlustleistung aktuell besser im Griff : Der Athlon 64 verbraucht dank Cool-and-Quiet bei "heruntergetakteten" 800 MHz nur ein Viertel der Leistung wie ein AMD K5-Prozessor mit 100 MHz - allerdings Volllast.
Doch nicht alles läuft mehr auf den betagten Plattformen : Das Starten des beliebten Ego-Shooters Doom 3 - mit nicht ganz klarem Inhalt - war auf unserer Sockel 7-Plattform nicht mehr möglich. Ein Duron 650 schaffte gerade einmal 14,9 Frames, wobei ein aktueller Athlon 64 mit über 90 Frames arbeitet - wohlgemerkt mit der gleichen Grafikkarte, einer aktuellen Nvidia GeForce 6800 GT.
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