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Beyerdynamic Custom One Pro im Test: Akustisches Chamäleon

Beyerdynamic Custom One Pro im Test: Akustisches Chamäleon
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Da wir für unserer PC-Audio-Tests sowieso etwas aufrüsten wollen, können wir nun gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wir testen den Beyerdynamic Custom One Pro an einem externen Kopfhörerverstärker von Asus und nutzen beide später als Referenz.

Nein, wir wollen hier und heute weder mit den einschlägigen Hifi-Magazinen und -Foren konkurrieren noch uns ansatzweise überhaupt anmaßen zu den Auserwählten zu gehören, die mit einem Glas edlen Rotweins in der Hand sogar heraushören wollen, dass das Kopfhörerkabel mit einem dicken Knoten verunstaltet wurde.

Stattdessen möchten wir trotz aller Bemühungen um eine möglichst naturgetreue Wiedergabe mit unserer Auswahl noch massenkompatibel bleiben und werden uns deshalb an der Obergrenze des finanziell Vertretbaren bewegen. Außerdem wagen wir den Spagat zwischen Mainstream, behutsamen Sounding und der Einsicht, dass man nicht alles haben kann, sich aber trotzdem vieles leisten kann (und sollte).

Im heutigen ersten Teil werden wir uns allerdings ausschließlich mit dem Beyerdynamic-Kopfhörer beschäftigen, da die externe "Soundkarte" von Asus einen Extra-Artikel wert ist und sich beides zusammen auch recht schlecht vermischen lässt. Die Fortsetzung folgt also noch - und zwar bald.

Mit dem Beyerdynamic Custom One Pro (im Folgenden: COP) haben wir uns bewusst einen Kopfhörer ausgesucht, der zwar als schickes Accessoire durchgehen kann, aber allen stylischen Klimmzügen zum Trotz dennoch recht gut klingt. Mit ca. 165 Euro Straßenpreis (229 Euro UVP) ist er zwar nicht billig, aber trotz allem noch bezahlbar. Auf den Sound selbst gehen wir später noch anhand eigener Messkurven und Eindrücke ein, wollen aber bereits voranstellen, dass die Auswahl nicht ganz zufällig erfolgte.

Auch wenn wir den Kopfhörer in seiner aus unserer Sicht neutralsten Einstellung nutzen - er lässt sich im Bassbereich mechanisch verstellen ("CUSTOM Sound Slider") und anpassen. Damit gelingt uns in späteren Tests zumindest auch das Simulieren des beliebten, tieftontriefenden Badewannen-Prinzips für so arg basslastige Schmalz-Shaker á la Beats & Co.

Der COP ist im Idealfall weitgehend neutral, besitzt eine ausgezeichnete Auflösung und erlaubt Gamern eine überdurchschnittlich gute Ortung. Es ist beleibe kein HiFi-Kopfhörer, aber gut genug, um fast alle relevanten Testobjekte für unsere reale Zielgruppe zu dominieren.

Da uns zu unseren Tests im Bereich PC-Audio sehr viel Feedback erreichte, wollen wir nun ein wenig Transparenz in unser Test-Setup bringen. Mit blumigen Begriffen aus der HiFi-Esotherik lässt es sich natürlich immer gediegen schwurbeln, wir halten uns allerdings zunächst erst einmal an die Fakten und akzeptieren auch die finanziellen Zwänge unserer Zielgruppe. Wir glauben jedenfalls, mit unserem Test-Setup einen einigermaßen soliden Kompromiss gefunden haben, den wir euch auf den folgenden Seiten auch im Detail näherbringen wollen.

Alle 21 Kommentare anzeigen.
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  • ybox720 , 11. Februar 2014 07:45
    Interessantes neues Gebiet. Neben mir Stehen da auch ein paar so Geräte, auf die ich nicht näher eingehen will. An Kopfhörern kann man jedenfalls sehr viel Freude haben.Was ich in dem Fall, im Zusammenhang mit dem Computer/Gaming Thema interessant fände, wäre ein Test von Kopfhörern, die mehrere Lautsprecher besitzen, um fürs Gaming wirklich perfekt zu sein (räumliche Abbildung). Da ihr auch immer auf die Neutralität der Audiowiedergabe eingeht, wäre das bei diesen Kopfhörern wirklich einmal interessant zu sehen, was in dieser Sparte möglich ist. Leider habe ich bisher in den meisten Fällen oft von schlechter Verarbeitung (was in dem Bereich vielleicht noch passieren kann) und schlechten Mikrofonen (für mich ein nogo bei einem Gaming Kopfhörer) gelesen.
  • Cydras , 11. Februar 2014 08:29
    Ich setze diese Kopfhörer mit einer Asus Xonar U7 ein. Man merkt im Gegensatz zu OnBoard-Sound echt einen krassen Unterschied.Meistens habe ich sie auf Stufe 3.
  • ybox720 , 11. Februar 2014 08:38
    @Cydras. Ist der Unterschied wirklich so riesig? Ich muss sagen, dass er so gigantisch bei mir jetzt nicht ist. Aber meine KH haben auch nur etwa 60 Ohm Impedanz. Vielleicht liegts auch daran, das Packt der Onboard Sond evtl. gerade noch so.
  • ganjoe , 11. Februar 2014 10:00
    Ich besitzte die höhrer seit über einem jahr - es sind die perfekten zugfahrkopfhöhrer. Zumindest wenn man einen rucksack zum verstauen hat da sie doch recht sperrig sind. die isolation ist großartig, auch durch den kunstlederbezug. zuhause ist das auch der nachteil, es sind halt keine offenen höhrer und sie haben keine "luftige bühne" und man wünscht sich velurbezug. schlechte soundkarten/player machen sich weniger durch fehlendes bass/höhen bemerkbar, eher durch unsaubere darstellung.ipad4/xonar essence -> perfektnote2/nokia n8/asrock pro3 serie -> gutterratec usb sound -> furchtbar
  • FormatC , 11. Februar 2014 12:30
    Meine persönliche und sehr private Vorliebe liegt bei halboffenen Systemen, da hat man die Vorteile beider Prinzipien - erbt aber leider auch einen Teil der Nachteile. :( 

    Die Niederohmigkeit der COP ist ein Kniefall vor den ganzen mobilen Devices, wirklich brauchen tut man es nicht. Ein guter KHV schafft durchaus bis zu 600 Ohm mit normalen Pegeln und ohne hörbare Fehlanpassung. Onboard? Nie wieder oder maximal für unterwegs mit ein paar kleinen Bluetooth-Tröten am Ausgang ;) 

    Es ist immer wieder grausam, wie viel Geld man bei guten Systemen lassen kann. Die Esotherik treibt da arge Blüten und ab ca. 400 Euro bezahlt man für jede noch so kleine Verbesserung schnell mal den Gegenwert eines sehr luxuriösen Abendessens.

    Wo zieht man dann verdammt noch mal die Grenze? Ich glaube, hier im Forum werden die meisten bei 150 Euro schon blass, obwohl das noch nicht mal für den Fußabtreter vor dem Tor zum HiFi-Esotherik-Tempel reichen dürfte. :D 
  • bluray , 11. Februar 2014 12:58
    "ungeschnittener Bass-Porno auf Stufe 4" - Ich schmeiss mich gerade so weg vor Lachen. Aber ganz im Ernst: Beyerdynamic hat echt verdammt gute Kopfhörer im Einsatz.So habe ich mir fürs Gaming am Kabel (wenn das Corsair Vengeance 2100 mal wieder nach Saft heult) das MMX 300 (welches mit 299 Euro sicher auch des Einen oder Anderen Budget sprengt) angeschafft. Als normales Ohrensofa fürs Musikhören über Verstärker besitze ich noch den DT990 (Beide in der Manufaktur erstellt), und muss sagen. Der Klang ist sowas von homogen, dass man den Hörer ungern absetzt. Wie wäre es, mal den MMX 300 dem COP gegenüberzustellen, was Frequenzgang betrifft. Würde mich durchaus interessieren, ob Beyerdynamic sich im eigenen Hause Konkurrenz schafft, denn wir sprechen hier von einer Preisdifferenz von 135 Euro.Aber alles in allem mal wieder ein genialer Test, ehrlich und direkt von FormatC!
  • FormatC , 11. Februar 2014 13:30
    Das MMX 300 Headset habe ich schon mal zur Probe gehört und fand den Bass etwas zu übertrieben. Das Teil hat nämlich eine wirklich brillante Mittenwiedergabe und eine verblüffend gute räumliche Auflösung. Leider muss man schon den EQ bemühen und etwas Bass herausnehmen, damit bei ernshaften Shootereinsätzen die Granteneinschläge nicht die wichtige Orientierung vermatschen. Den üblichen "Beyer-Peak" findet man auch nicht so ausgeprägt, so dass man eine warme und angenehme Wiedergabe erhält. Aber wie gesagt, too much bass. :) 
  • Tesetilaro , 11. Februar 2014 13:59
    ich will gar nicht wissen, was Leute wie Ihr mit nem tatsächlich noch vorhandenen Hörvermögen, von einem Headset wie meinem Tac 3 D Alpha haltet -.-

    Der witz ist, für meine vermanschten ohren reicht das vollkommen - oder ich hab einfach noch nix gutes gehört *g*
  • 3125b , 11. Februar 2014 14:12
    Hab den COP schon vor ner ganzen Weile bei Saturn gehört, er ist eben wegen seiner Vielseitigkeit einfach schlecht zu vergleichen. Auf zweiter oder dritter Stufe weiß er jedenfalls zu gefallen, auch wenn er wenig an meinen DT 880 erinnert. Für den aktuellen Preis ist der COP jedenfalls sehr empfehlenswert, zumal der ja nun auch sehr solide ist (wechselbares Kabel, 20 jahre Ersatzteilgarantie ect., da konnte man bei Beyer wirklich noch nie meckern). Auflösung ist überdurchschnittlich (je nach Einstellung) in seiner Klasse (mobile, also geschlossene niederohmige Systeme mit Bügel 150-200€), wobei der Durchschnitt auch stark von dem ganzen Modefilefanz (Beats und was es da nicht noch so alles gibt, außerdem Möchtegern-Hifi wie B&W und Bose ect.) beeinträchtigt wird. Was ich genrne mal testen würde, wenn es hier um geschlossene Hörer geht, wäre ja ein Audeze LCD-XC, der wohl beste geschlossene Hörer aktuell ... und den dann an ein durchschnittliches Smartphone gehängt ^^Das MMX300 ist ja nun ein DT 770 32 Ohm mit anderen Filtern und Mikro dran, (zu) viel Bass ist ja nun leider dem Zeitgeist geschuldet, wirklich neutral ist in dem Preissegment nich einfach, Shure SRH-1440 und die auf dem K701 basierenden Hörer dürften die offenen, der SoundMagic HP100 die geschlossenen Hörer bestens verteten, wenn man denn wirklich einen neutralen Hörer sucht.Ich merk´ schon, dass ich hier ins Schafeln gerate, schöner Test jedenfalls :) 
  • Tesetilaro , 11. Februar 2014 14:33
    ich versteh nur noch bahnhof... wie wäre es mal mit ein paar erklärung, z.B.: wie sich impedanzen auswirken...

    am besten halt schön zu lesen im Igor Stil...

    Ich meine daß eine gerade Kurve im Frequenzverlauf ein ausgegliches hörerlebnis ermöglicht hab ich ja noch gerafft...
  • Faboan , 11. Februar 2014 16:05
    interessantes teil,hab aber leider schon nen DT990pro mit dem ich sehr zufrieden bin.das teil wäre aber echt gut in kombination mit einem mikro.wie wärs auch noch was zu mikros zu machen?ich persönlich kenne schon ein dutzend leute die immernoch ne vernünftige kombination suchen weil die meisten (oder ja, fast alle) headsets auf dem markt irgendeinen makel haben.und seis der übertriebene "gaming" preis.
  • ybox720 , 11. Februar 2014 19:19
    Zitat :
    ich versteh nur noch bahnhof... wie wäre es mal mit ein paar erklärung, z.B.: wie sich impedanzen auswirken...

    am besten halt schön zu lesen im Igor Stil...

    Ich meine daß eine gerade Kurve im Frequenzverlauf ein ausgegliches hörerlebnis ermöglicht hab ich ja noch gerafft...


    In erster Linie macht ganz allgemein gesagt, die höhere Impedanz deinen Kopfhörer leiser. Somit braucht er mehr Leistung (Kopfhörerverstärker).
    Aber die höhere Impedanz bewirkt auch, dass der Kopfhörer genauer spielt. Er überschwingt nicht so sehr und schwingt weniger nach, da einfach mehr Leistung nötig ist, um eine Bewegung (Ton) zu erzeugen. Auch habe ich gelesen, dass in einem ungünstigen Fall, wenn die Ausgangsimpedanz des Verstärkers gleich der, des Kopfhörers ist, eine art Resonanz auftreten kann. Das wird allerdings nur eine bestimmte Frequenz betreffen, da die Impedanz über den Frequenzverlauf nicht 100% konstant ist.

    Eine gerade Frequenzkurve gibt ein neutrales Verhalten. Unser Ohr empfindet dies allerdings (vor allem bei leisen Lautstärken) nicht unbedingt als "toll". Desshalb wird auch oft diese "Badewanneneinstellung" gewählt, bei der die Tiefen und höhen leicht angehoben sind, und die Mitten sich etwas zurückhalten. An Verstärkern gibt es auch die "Loudness"-Taste, die vor allem fürs leise hören gedacht ist. Diese bewirkt auch eine solche Einstellung.
  • FormatC , 11. Februar 2014 19:45
    Das Ganze hat auch was mit den für die Aussteuerung nötigen Strömen zu tun. Je hochohmiger ein KH ist, um so höher muss auch die Spannung ausfallen, um die gleiche Ausgangsleistung zu erreichen, da der Stromfluss ja niedriger wird. Das setzt zwar eine aufwändigere Technik voraus, ist am Schluß aber auch leichter zu beherrschein.

    Da der KF ja am Ende eine Spule ist, besitzt er (also diese Spule) nicht nur einen definierten ohmschen Widerstand für einen Gleichstrom, sondern das frequenzabhängige Gegenstück in Form der sogenannten Impedanz, also den Wechselstromwiderstand. Dieser Wechselstromwiderstand schwankt mit unterschiedlichen Frequenzen und wird umso höher, je höher die Frequenz ist. Studio-KH gehen bis 600 Ohm, gute HiFi-KH haben meist 250 Ohm, nur das iPod-Geraffel hat 32 und darunter. Grund ist die niedrige Versorgungsspannung dieser Teile, so dass man gar nicht in der Lage ist, so hohe Ausgangsspannungen bereit zu stellen, damit Ausgangsleistungen von 100mW und mehr erreicht werden. Je höher die Impedanz, um so geringer die Fehler der Strecke zwischen KHV und KH.

  • 3125b , 11. Februar 2014 22:01
    Na, heute liegt man auch oft weit unter 100 Ohm bei guten KH, hängt aber halt auch immer sehr von der Konstruktion ab (Audezes Magnetostaten sind auch niederohmig, um mal eine andere Bauart zu erwähnen, ein Elektrostat, Stax ist dafür bekannt, hat wiederum einen riesigen Weiderstand). Shure hat z.B. keinen Hörer über 50 Ohm (um jetzt bei elektrodynamischen Treibern zu bleiben), aber leicht anzutreiben (an Mobilgeräten etwa, Verstärkermonster wie der iBasso DX50 mal ausgenommen) sind die nicht, da ist ein 250 Ohm Beyer empfindlicher. Die Ausgangsimpedanz spielt eher dann eine Rolle, wenn eine Frequenzweiche zum Einsatz kommt, also bei Multi-BA, dann "verbiegt" so ein günstiger Soundchip im Smartphone die Frequenzkurve gewaltig, das klingt fürchterlich. Für solche Hörer muss eine Ausgangsimpedanz von unter 1 Ohm, bestenfalls unter 0,5 Ohm her (ein kleiner KHV wie der Fiio E6 für ein paar Euro löst das Problem schon).
  • Tesetilaro , 12. Februar 2014 08:46
    oh weh... das muß ich noch 5-6 mal lesen und anschließend einige Schlüsselwörter noch mal bei wiki gegenchecken *g*

    Fazit für mich bleibt - sollte mein aktuelles headset aufgeben, dann ist eine eigenweiterbildung fällig um nicht vollkommen
    hilflos auf sämtliches Marketinggeschwurbel reinzufallen :p 
  • wull , 12. Februar 2014 14:03
    Sehr gut ist auch der AKG K 240 und deutlich guenstiger.
  • tadL , 16. Februar 2014 16:40
    Danke für den Test. Gut zu wissen was es auf dem Markt gibt falls die eigenen mal den Geist aufgeben.
  • FormatC , 16. Februar 2014 18:40
    Nach jetzt fast 3 Wochen im täglichen Einsatz ist mir kaum Negatives aufgefallen. Man muss geschlossene Systeme eben lieben, auch wenn es mir persönlich etwas luftiger eigentlich lieber ist. Womit wir wieder bei halboffenen Systemen angekommen wären. Ich werde mich mal umhören, vielleicht gibts ja noch Leckerbissen ohne Sauna :) 
  • 3125b , 17. Februar 2014 10:58
    Ohne Sauna ... dann müssen entweder andere Polster (gibts ja auch für den COP, die Velours von Beyer passen, sonst eben Hörer mit Echtleder) oder eine andere Bauform (In-Ears) her.
  • FormatC , 17. Februar 2014 12:34
    In-Ears hasse ich wie die Pest ;) 
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