Geheimtipp: Eigenbau-Headset aus Beyerdynamic DTX 350p und Mod-Mikro für 55 €

Es gibt kein richtig gutes Headset für nur knapp über 50 Euro, das eine gute Auflösung bei Spielen bietet und mit dem man auch gut Musik hören kann? Ab Werk nicht, das stimmt - aber wir zeigen, wie man mit wenigen Handgriffen selbst zum Ziel kommt.

Der Preis ist eine Ansage, das Ergebnis übrigens auch. So viel wollen und können wir schon einmal vorab spoilern. In unserem Grundlagenartikel Mythos Gaming-Headset: Reines Marketing-Blabla oder echter Vorteil beim Spielen? hatten wir ja bereits ausfühlich er- und geklärt, dass Dinge wie Sounding oder Surround mit mehreren Treibern mehr als nur kontraproduktiv für ein gutes Hörerlebnis sind und dieses geradezu zerstören können.

Was also lag näher, sich ein Paar ausgezeichnete und leichte Stereo-Kopfhörer zu schnappen, diese mit dem passenden Mikrofon zu versehen und sie dann mit einer ähnlichen Kombination aus dem gleichen Hause zu vergleichen, die allerdings schon fast viermal so viel kostet?

Gesagt, getan! Wir testen den Beyerdynamic DTX 350p zusammen mit dem äußerst günstigen Mikrofon Zalman ZM-MIC 1 und vergleichen am Schluss das Ganze mit einer deutlich teureren Kombination aus dem Beyerdynamic Custom One Pro und dem dazu passenden Custom Headset Gear.

Warum aber nun gerade der Beyerdynamic DRX 350p? Wir hatten diesen sehr leichten und portablen Kopfhörer eigentlich als eine Art bezahlbare Einstiegsdroge für den normalen PC-Audio-Bereich getestet, aber dann auch sehr schnell festgestellt, dass der recht warm abgestimmte Kopfhörer zwar nicht neutral ist, aber trotzdem jedes Badewannen-Sounding tunlichst vermeidet - er könnte der Jugend genauso gut gefallen wie einem kompromissbereiten Audio-Junkie.

Erstaunt hat uns zudem die sehr große Bühne für diesen sehr preiswerten Schallwandler und die auch beim Gaming wirklich erstaunlich hohe Auflösung sowie die sehr gute Ortung. So etwas schreit deshalb geradezu nach einem Bastelprojekt!

Packt man den knapp 49 Euro teuren DTX 350p aus, so sticht einem schon vor dem ersten Handauflegen die auf der Lasche des Kartons fett aufgedruckte Forderung ENJOY als ernstgemeinte Warnung ins Auge. Wer noch nie eine Berührung mit sauber klingender Audio-Peripherie hatte, dürfte von diesem Teil wirklich unheilbar angefixt werden. Nicht jeder wird schließlich gleich einen High-End Kopfhörer kaufen wollen oder können - aber als Probierpackung für mehr ist der DTX 350p schon eine echte Versuchung.

Neben dem zusammenklapbaren Kopfhörer gibt es als Zubehör übrigens noch eine kleine Kunstledertasche, in der wir später auch noch das Mikro verstauen können - mehr jedoch nicht. Aber man braucht auch nicht mehr, um erst einmal loslegen zu können. Nur noch schnell die Tabelle mit den wichtigsten technischen Eckdaten durchlesen und dann geht es auch schon los.

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12 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    sehr geil, vielen Dank, den Artikel lege ich mir für die vielen "suche neues headset" anfragen zurecht *g*
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  • FormatC
    Die kleinen Dinger sind echt gut. Hääte ich so gar nicht erwartet.
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  • 3125b
    Schöner Test. Ich war bisher kein Fan der billigen Beyerdynamic aus China (antiproportional zu den besseren Modellen aus heimischer Fertigung, also DT, T etc.), wie es aussieht fährt man damit aber doch nicht so schlecht ...
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  • FormatC
    Ja, ich kann nichts Gegenteilges berichten. :)
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  • kleinstblauwal
    In den Foren werden fast schon gebetsmühlenartig immer wieder die Superlux HD681 (mit verschiedenen Suffixen) empfohlen, die sogar noch günstiger sind. Hast du die schon mal probegehört, Igor? Ich würde beim längeren tragen doch eher Over Ear bequemer als on Ear empfinden.
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  • FormatC
    Die gehen einigermaßen, aber wer die empfiehlt, hat meist auch noch keine richtigen Kopfhörer gehabt. Für den Preis irgendwie ganz ok, aber berauschend sind die auch nicht. Jedoch besser, als der Gamer-Müll :D
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  • 3125b
    Die Superlux sind schon ganz nett für den Preis, gibt ja verschiedene. Wie dem auch sei, ich zum Beispiel habe es damals gleich richtig gemacht, und mir nen DT 880 gekauft (für nen Audeze oder so mit Elektronik hab ich ja leider kein Geld) - kann ich auch nur jedem empfehlen, der sich mal etwas umschauen will. Die 50€ für ein billigeres Setup kann man sich sparen, das ersetzt man sowieso nach ein paar Monaten durch vernünftiges Equipment.
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  • FormatC
    Der DT880 ist wirklich nett, es ist halt immer eine Frage des Geldes und der Prämissen/Vorlieben. Ich mag den T90 exterm gern, aber auch ein COP kann gut performen - liegt immer an Stimmung, Material und den Umständen. Billignudeln unter 100 Euro können durchaus auch Spaß machen (siehe Artikel), aber leider meist nur enttäuschen. Da muss man wirklich genau hingucken, was und wo man kauft.
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  • Iceheart
    Der Test an sich ist eine Offenbarung an all jene, die einen guten Klang respektive Kopfhörer zu schätzen wissen. Persönlich - man mag es mir verzeihen - stehe ich allerdings diesem Test in Sachen Klang naturgemäß etwas skeptisch gegenüber, sicherlich auch verständlich als MMX300-Besitzer. :-)
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  • FormatC
    Das MMX300 ist mir zu basslastig, aber wers mag - schönes Headset. :)
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  • EcouHD
    Ich hab mir ein DT 990 Pro geholt mit einem Antlion Mic gepaart mit einem Fiio E10k und bin vollkommen zufrieden, meine Freunde regen sich auf und bezeichnen mich als Hacker, weil ich sie einfach überall höre, selbst wenn sie extra Extras mitnehmen, die das verhindern:(
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  • FormatC
    Gaming-Headsets machen negative Skills. Isso :P
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