Apple reicht Patentantrag für verformbaren Bildschirm ein

Apple hat einen Patenteintrag eingereicht, bei dem ein OLED-Bildschirm beschrieben ist, das flexibel verformbar ist und dem Nutzer den Eindruck geben soll, als könne er echte, dreidimensional Knöpfe oder bestimmte Teile einer Oberfläche drücken. Möglich werden soll dies durch Vibration und Deformation. Bisher wurde zwar noch keine vergleichbare Technologie im Rahmen einer Fachmesse o.ä. demonstriert, aber eine Vielzahl von Gerüchten im Vorfeld der Präsentation des dritten iPads spekulierten auf ein entsprechendes Display, das zusammen mit Senseg, einem der wichtigsten Akteure bei dieser Technologie, entwickelt werden sollte.

In jedem Fall bleibt sich Apple mit diesem Patent treu, denn einmal mehr steht der Bildschirm im Vordergrund. Schon mehrfach hat sich der Hersteller mit Hilfe des Bildschirms als Innovator im Mobile-Bereich in Szene gesetzt und beispielsweise das erste Smartphone-Display mit einer Pixeldichte von mehr als 300 ppi oder das Retina-Display bei Tablets eingeführt. Und wäre Sharps IGZO-Technologie, die den Energiebedarf von Bildschirmen um 90% senken soll, rechtzeitig serienreif gewesen, wäre auch diese dem iPad zu Gute gekommen. Vermutlich ist dies auch der Grund, warum Apple eine Milliarde Dollar in Sharp investiert.

Jenseits der technischen Beschreibung ist das Patent vor allem deshalb interessant, weil es mehrere Technologien miteinander verknüpft, die in nächster Zukunft marktreif werden.

So geht das Gerücht herum, das Samsung noch in diesem Jahr ein Smartphone auf den Markt bringen könnte, das mit einem biegsamen OLED-Display ausgestattet ist. Apple hat bisher zwar noch keine OLEDs hergestellt, allerdings häuft der Hersteller fleißig Patente rundum diese Technologie an – in den konzerneigenen Entwicklungsabteilungen bleibt man also am Ball.

Entwicklungen in eine solche Richtung unterstreichen zudem die Bedeutung der Partnerschaft mit Samsung, denn die Koreaner sind derzeit die einzigen, die biegsame OLEDs in größeren Mengen herstellen können. Trotz aller Differenzen, hinsichtlich Produktähnlichkeiten und Patenstreitigkeiten, die nach wie vor die Gerichte dieser Welt beschäftigen, bleiben die beiden Hersteller auf einer technologischen Ebene doch eng miteinander verbunden.

Vorstellbar ist in diesem Zusammenhang, dass Samsung nicht zuletzt wegen dieser wichtigen Beziehung zu Apple versucht seine Android-Abhängigkeit zu verringern, denn bei vielen der juristisch ausgetragenen Patentstreitigkeiten handelt es sich letztlich um einen Stellvertreterkrieg, bei dem Apple u.a. versuchen die Attraktivität von Android zu schmälern, indem bestimmte Technologien – wie eine seitliche Wisch-Bewegung zur Entsperrung des Smartphones – für sich reklamiert werden.

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5 Kommentare
    Dein Kommentar
  • GottIstTot
    Hihihi... Apple hat 'nen Furz gelassen, weitersagen.

    Klicks auf die Webseite generieren, Geld machen. Wiederholen für mehr Geld.
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  • Birnenmann3
    Es kommt mir vor die philosophische Diskussion darüber ob der Communicator aus Stark Trek nicht das Handy um Jahrzehnte vorweg genommen hat und die Rechte daher nachweislich bei den Science-Fiction Autoren der Serie liegen.

    Interessant wäre zu wissen wie weit man sich in den technischen Belangen wirklich festlegen muß um ein Patent erteilt zu bekommen, denn manigfaltige Beschreibungen wie mir der Durchflug durch ein Wurmloch gelingt fördert meine Fantasie sicherlich zu Tage, könnte ich dann darauf auch ein Patent anmelden?
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  • guestman
    Also hoffentlich bekommen die das Patent nicht, die Idee hatte ich auch schon vor etwa 4 Jahren, als ich mich das erste mal für Touchscreens interessiert habe. Noch eine Idee die ich mal hatte: ein zusammenklappbarer Rahmen der die Inhalte in der Mitte holographisch darstellen kann. Für Benutzereingabe würde ein Kinect-Gerät (oder so ähnlich) dienen. Zählt dieser Beitrag als prior art?
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