How-To: Synchronisation und Backup von NAS-Gerät zu NAS-Gerät
Datensicherung nicht vergessen
Auch wenn die Zwei-Wege-Synchronisation zwischen unseren beiden NAS-Geräten nun einwandfrei funktioniert, bleibt noch ein Punkt, den es zu beachten gilt: Die Datensicherung. Eine Synchronisation und damit Verfügbarbeit der Daten auf mehreren Geräten ist zwar schön, schützt aber dennoch nicht vor ungewollten Datenverlusten - sei es durch versehentliches Löschen, durch einen Virus oder gar höhere Gewalt wie Blitzschlag, Überschwemmung oder Ähnliches.
Um es nochmal deutlicher zu formulieren: Eine Synchronisation von Daten über mehrere Geräte hinweg ist gut für den laufenden (Arbeits-)Betrieb geeignet. Hier werden allerdings ständig Daten verändert. Die bei einer Datensicherung erfassten Daten werden dagegen nicht mehr verändert. Doch welche Optionen bieten uns die NAS-Geräte für diese Aufgabe?
Backup mit rsync
Wir haben eingangs von rsync gesprochen und erwähnt, dass die NAS-Geräte von Qnap, Synology und Thecus rsync von Haus aus unterstützen. Damit besteht schon mal die Möglichkeit, eine Datensicherung über das Netzwerk von einem NAS-Gerät auf einem anderen NAS-Gerät anzulegen. Alle Hersteller bieten hierfür bereits in die Firmware integrierte Oberflächen an, mit denen ein Backup auf einfache Weise angelegt werden kann.
Beispielhaft spielen wir diesen Vorgang anhand unserer Synology DS1513+ durch. Voraussetzung ist, dass auf dem Zielgerät der rsync-Dienst gestartet ist und auf diesen über das Netzwerk zugegriffen werden kann.
Um eine neue Backup-Aufgabe anzulgen, bemühen wir auf unserer zu sichernden DiskStation wiederum das "Startmenü" und wählen hier den Eintrag "Datensicherung- und Wiederherstellung" aus. Im sich öffnenden Fenster wählen wir den Reiter "Datensicherung" und klicken auf "Erstellen -> Datensicherungsaufgabe". Ein Dialogfenster öffnet sich und bietet uns an, einen Namen für die Sicherungsaufgabe und - im nächsten Schritt - mehrere Backup-Optionen zu vergeben.
Ist das Ziel der Sicherung ein weiteres NAS-Gerät von Synology, wählen wir hier die Option "Netzwerksicherung (Synology Server)". Ist das Zielgerät von Qnap, Thecus oder einem anderen NAS-Hersteller und unterstützt ebenfalls rsync, wählen wir "Netzwerksicherung - (rsync-kompatibler Server)". Wir haben uns für unser Beispiel für die zweite Option entschieden und geben im folgenden Schritt nun IP-Adresse sowie Benutzername und Passwort des Zielservers an. Ist dies geschehen, können wir unter "Backup-Modul" das übergeordnete Zielverzeichnis auf dem entfernten NAS-Gerät auswählen.
Die weiteren Optionen zur Verschlüsselung und so weiter sollten selbsterklärend sein und können ganz nach eigenem Gusto eingestellt werden. Hat man hier seine Optionen gewählt, bleibt im nächsten Schritt nur noch zu bestimmen, welche Daten auf den Zielserver übertragen werden sollen.
Im vorletzten Schritt kann sinnvollerweise noch ein Zeitplan erstellt werden und im letzten Schritt folgt nochmals eine Zusammenfassung der Datensicherungsaufgabe.
Backup auf externen Datenträger
Auf die gleiche Weise lässt sich auch ein Backup auf einem externen Datenträger erstellen, was wohl die am häufigsten genutzte Variante darstellen dürfte. Auch bei dieser Option hat man die Möglichkeit, die Datensicherung zeitgesteuert ablaufen zu lassen und einzelne Ordner auszuwählen, die in der Datensicherung enthalten sein sollen. Der größte Vorteil bei der Datensicherung auf ein externes Laufwerk dürfte sein, dass hier die Übertragungsraten bei der Datensicherung - vor allem bei neueren NAS-Geräten mit USB-3.0-Anschluss - höher sind als beim Transfer über ein herkömmliches Gigabit-Ethernet-Netzwerk.
Backup in die Cloud
Eine weitere Datensicherungsoption, die die NAS-Geräte von Qnap, Synology und Thecus vorweisen, ist das Backup direkt vom NAS zu einem Cloudspeicher-Anbieter. Der von allen genannten Herstellern unterstützte Dienstleister ist Amazon. Das Unternehmen ist mit seinen Amazon Web Services (AWS) seit Jahren sehr erfolgreich am Markt aktiv und bietet hier diverse Produkte an.
Zur Datensicherung bei AWS dürfte wohl am häufigsten der kostenpflichtige Dienst S3 genutzt werden. Bei Synology wird die Datensicherungsaufgabe in die Cloud auf die gleiche Weise angelegt wie im Kapitel "Backup mit rsync" beschrieben. Bei der Auswahl des Zielservers muss hier allerdings Amazon S3 ausgewählt werden. Die weiteren Einstellungen erfolgen ebenfalls über den bekannten Einrichtungsassistenten.
Ein weiterer für das Backup von Daten geeigneter Amazon-Service ist Glacier. Der Unterschied zu Amazon S3 sind zum einen die Kosten, die bei Glacier niedriger sind. Zudem wurde Glacier für Archivdaten konzipiert, währen auf bei Amazon S3 abgelegte Daten zu jeder Zeit zugegriffen werden kann. Die Bereitstellung von Daten bei Glacier muss angefordert werden, was auch mal zwei bis drei Stunden dauern kann, bis der Zugriff auf die gesicherten Daten erfolgen kann.
Über zusätzliche Module können noch weitere Cloud-Storage-Dienste wie zum Beispiel HiDrive von Strato nachgerüstet werden. Für welchen Anbieter man sich hier entscheidet und ob man überhaupt seine Datensicherung in der Cloud ablegen möchte, bleibt jedem selber überlassen. Genügend alternative Optionen stehen jedenfalls zur Verfügung.
Fazit
Wer Daten zwischen verschiedenen NAS-Systemen synchronisieren will, die im gleichen Netzwerk stehen oder per Internet miteinander verbunden sind, ist mit BitTorrent Sync hervorragend bedient. Kombiniert man dies noch mit rsync zur Datensicherung, kann man sich mit wenig Aufwand solide, sauber funktionierende und Hersteller-unabhängige Synchronisierungs- und Backup-Lösung einrichten, für die letztlich nur die Arbeitszeit fällig wird.