Blackberry Leap: Business-Smartphone zum Mittelklassepreis

Im Testlabor

Benchmark-Ergebnisse

Blackberry war noch nie dafür bekannt, auf die aktuellsten Versionen mobiler Prozessoren zu setzen. Die verwendeten, von Qualcomm stammenden Chips gelten bei Herstellern von Android-Smartphones meist schon als überholt. Das die "alten" SoCs noch lange nicht zwingend zum alten Eisen gehören, zeigt Blackberry beim Leap.

Im Inneren des Smartphones steckt ein Qualcomm Snapdragon S4 Plus (MSM8960), der im bereits ersten Quartal 2012 vorgestellt wurde. Er wartet mit zwei CPU-Kernen auf, die auf der Krait-Architektur und damit auf dem 32 Bit breiten ARMv7-Befehlssatz basieren. Die beiden Kerne der in einer Strukturbreite von 28 nm gefertigten Chips takten mit einer Geschwindigkeit von 1,5 GHz. Als GPU wird in dem SoC eine mittlerweile ebenso betagte Adreno 225 integriert. Der Arbeitsspeicher umfasst eine Größe von zwei Gigabyte, ist 500 MHz schnell und entspricht dem DDR2-Standard.

Leistungstechnisch ist das SoC - wenn man nicht auf mobiles Gaming schielt, was bei Blackberry-Nutzern an sich nicht im Fokus stehen dürfte, weil das Angebot an fordernden Titeln für die Plattform eher begrenzt ist - jedoch nach wie vor nicht so schwachbrüstig, wie mancher Leser jetzt vielleicht vermuten würde. Die Krait-Kerne haben ihre Leistungsfähigkeit immerhin bis zuletzt im Snapdragon 805 unter Beweis gestellt, auch wenn die dort verwendete Core-Version nicht nur mit deutlich höheren Taktfrequenzen aufwartete, sondern auch mit einer Optimierung der Architektur bedacht wurde.

Im Alltag lässt sich jedoch kein Leistungsdefizit des Blackberry Leap feststellen. Blackberry hat das hauseigene BB 10.3 sehr gut auf den Prozessor hin optimiert, sodass im Test keine Ruckler oder sonstige Aussetzer feststellbar waren. Die Ladezeiten komplexerer Anwendungen ziehen sich jedoch schon merklich in die Länge, bei dem schon recht anspruchsvollen Rennspiel GT Racing 2 von Gamesloft kommt es auch im Spiel immer wieder zu kleinen Rucklern.


Blackberry Leap
Nokia Lumia 830
(Windows Phone 8.1/ IE)
Acer Liquid Jade Z Plus
Futuremark Peacekeeper:-
296 Punkte
498 Punkte
Google Octane 2.0:1395 Punkte
1259 Punkte3330 Punkte
Rightware Browsermark 2.1:626 Punkte
619 Punkte791 Punkte
Sunspider 1.0.2:1318,4 ms
1242,7 ms
1269,1 ms
Webxprt 2013:
115 Punkte135 Punkte183 Punkte

Kamera

Bei der Hauptkamera setzt Blackberry auf einen Sensor mit nur acht Megapixel Auflösung, was angesicht der geballten Menge an Smartphones mit 13-MP-Kameras (und besser) fast schon schwachbrüstig wirkt.

Doch der Hersteller demonstriert hier, dass die schiere Pixelanzahl selbst noch kein Qualitätskriterium darstellt: Die Aufnahmen des Leaps gefallen mit einer sehr guten, natürlichen Farbdarstellung und brauchbaren Kontrasten, wenn man davon absieht, dass dunkle Stellen im Bild - etwa Schatten - zu dunkel werden. Die digitalen Artefakte halten sich in der Standardgröße in Grenzen. Auch in Situationen mit weniger gutem Umgebungslicht - etwa in schlecht ausgeleuchteten Innenräumen - macht die Hauptkamera nicht die schlechteste Arbeit. Sie neigt dann zwar stärker zur Unschärfe, digitale Artefakte gibt es jedoch weiterhin kaum.

Die Videofunktion bestätigt die an sich gute Bildqualität des Leap-Fotosensors hinsichtlich der natürlichen Farben. Echte Filmfreude will dennoch nicht aufkommen. Zum einen ist die Schärfe der Bewegtbilder nicht unbedingt ein Ruhmesblatt für die Smartphone-Kamera, zum anderen springt der Zoom recht drastisch durch die einzelnen Vergrößerungsstufen.

Blackberry Leap Testvideo

Auch die Leistung des mit zwei Megapixeln aulösenden Frontsensors kann nur bedingt überzeugen. Die Bildschärfe geht grundsätzlich noch in Ordnung, auch wenn die Detailschwächen deutlich sichtbar sind. Vor allem aber fehlt es hinsichtlich der Lichtempfindlichkeit etwas an Leistung. Selfies sehen also nur dann passabel aus, wenn die Ausleuchtung stimmt.

Akkulaufzeit

Einer der wesentliche Nachteil des etwas in die Jahre gekommenen Qualcomm-SoCs ist der deutlich schlechtere Umgang mit den mitgeführten Energiereserven. Dem wirkt der Hersteller schon mit einem vergleichsweise fetten 2800-mAh-Akku entgegen, sodass das Smartphone nach einer Stunde im Browser noch eine energetische Restmenge von 85 Prozent aufweist - ein passabler Wert.

Beim Spielen sieht es zwar schon etwas anders aus, doch die Restmenge von 74 Prozent nach einer Stunde auf den Rennstrecken von GT Racing 2 geht auch noch in Ordnung. Dazu passt auch die Leistung im Videodauertest: Bei der Wiedergabe eines Full-HD-Testfilms im MX Player wurde eine Laufzeit von fünf Stunden und 39 Minuten erreicht. Das ist zwar kein Highlight, geht aber noch als brauchbar durch

Hier zeigt sich einmal mehr der Vorteil des Blackberry-Betriebssystem, das auf eine deutlich kleinere Anzahl von Prozessoren optimiert werden muss als etwa Android, sodass trotz des in die Jahre gekommenen Chips brauchbare Laufzeiten erreicht werden. Zumal sich an dieser Stelle auch zeigt, dass der Energieverbrauch neuer Prozessoren nicht bedeutend gesunken ist, weil die zusätzlichen Möglichkeiten eher in eine Erhöhung der Leistung als eine Reduzierung des Stromverbrauchs gesteckt wurden.

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