Blackberry Priv: Business-Telefon mit echter Tastatur und Android

Kamera & Fazit

Blackberry hat auch hinsichtlich der Kamera verstanden, welche Erwartungen an ein Premium-Gerät mit Android-Betriebssystem gestellt werden: Der Hersteller setzt auf eine leistungsstarke Hauptkamera, die Bilder mit 18 Megapixeln auflöst. Die Optik wird von Schneider-Kreuzach geliefert und punktet mit einer sehr guten Bildqualität - die Aufnahmen gefallen mit einer natürlichen Farbwiedergabe sowie hohen Kontrasten.

Selbst der Zoom kann ohne zu Zögern verwendet werden und liefert selbst bei maximaler Vergrößerung noch recht gute Ergebnisse, auch wenn  die Detailschärfe erwartungsgemäß deutlich nachlässt.

Übrigens kann die Kamera des Blackberrys selbst bei Nachtaufnahmen durchaus noch passable Ergebnisse liefern:

Auch die Videofunktion gibt sich modern: Bewegtbilder können mit einer Auflösung von bis zu 4K aufgezeichnet werden, wobei dann die Möglichkeiten der Vergrößerung eingeschränkt werden. Gleiches gilt, wenn die Full-HD-Videos mit einer Bildrate von 60 fps aufgenommen werden sollen. Erst wenn die Rate auf 30 Bilder in der Sekunde sinkt, kann in vollem Umfang gezoomt werden. Allerdings wird sich der geneigte Hobbyfilmer an den kleinen Hüpfern stören.

Blackberry Priv Testvideo

Bei der Frontkamera spart sich der Hersteller die Liebe zum Detail. Die hier gebotene Auflösung von zwei Megapixeln reicht zwar locker aus, um auch Videotelefonate in Full-HD-Qualität zu führen, der Aufnahme von Eigenporträts wird allerdings keine große Bedeutung beigemessen: Selfies sind schnell überbelichtet und lassen sowohl Kontraste als auch Detailschärfe vermissen.

Blackberry kann Android

Blackberry gehört zu den Pionieren unter den Smartphone-Herstellern und lässt beim Priv keinen Zweifel am dabei gewonnenen Erfahrungsschatz aufkommen, auch wenn auf dem Smartphone erstmals Android und nicht wie bisher Blackberry OS als Betriebssystem installiert wurde.

Auf der Google-Plattform scheint sich der Hersteller jedoch sofort wohlzufühlen. Der Verzicht auf eine umfassende Anpassung der Oberfläche ist sicherlich Geschmackssache, aber eigentlich muss die in der Standardversion angebotene Oberfläche auch nicht mit einem Überbau versehen werden (der zudem nicht immer gelingt oder oft genug wenig bringt, wie die Erfahrung zeigt). Viel wichtiger dürfte den Blackberry-Nutzern eine stimmige Integration der Blackberry-Dienste sein - und die ist nach unserer subjektiven Einschätzung gelungen.

Zudem überzeugt das Smartphone nicht nur mit seiner Software, sondern ebenso als Gerät selbst. Die Verarbeitung ist insgesamt gelungen - und das gilt nicht zuletzt für die Tastatur und den leichtgängigen, aber doch gut haltenden Slider-Mechanismus.

Auch die technische Ausstattung ist alles in allem stimmig: Der Qualcomm Snapdragon 808 ist zwar nicht der allerschnellste im Sortiment des Hersteller, bietet aber genügend Leistungsreserven, um alle alltäglichen Aufgaben flüssig und schnell abzuarbeiten. Die Speicherausstattung ist ordentlich - nicht zuletzt, weil der Hersteller verspricht, dass bis zu zwei Terabyte große microSD-Karten funktionieren. Auch die Kamera macht eine sehr gute Arbeit.

Führt man sich allerdings den vergleichsweise hohen Preis von aktuell rund 715 Euro beim günstigsten Online-Händler vor Augen, dann hätte gerade der Festspeicher größer ausfallen dürfen. Der Grund für das kleinere Qualcomm-SoC dürfte indes in der recht hohen Temperaturentwicklung begründet sein - schon der 808 sorgt dafür, dass das Priv ein schöner Taschenwärmer ist.

Fazit: Teuer erkaufte Tasten

Die Tastatur dürfte nicht nur altmodischen Smartphone-Nutzern gefallen, die mit ihren Erinnerungen in guten alten Zeiten schwelgen, sondern bietet so manchem Vielschreiber einen echten Mehrwert - zumal die Umsetzung wirklich gut gelungen ist. Dafür muss allerdings verdammt tief in die Tasche gegriffen werden. Ein LG G4 mit einer ähnlichen Hardware-Zusammenstellung ist beispielsweise schon für weniger als 390 Euro zu haben. Die physischen Tasten werden also teuer erkauft.

Interessierten Nutzern sei etwas Geduld nahegelegt: Angeblich soll der Preis in den Wochen und Monaten nach dem MWC deutlich sinken. Ob er allerdings tatsächlich auf 400 Euro runtergeht, wie manch Spekulant in Aussicht stellte, bleibt aber abzuwarten - wirt sind skeptisch.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
5 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    schönes teil - so schön, daß ich von meiner persönlichen 300 € Schmerzgrenze abweichen würde - aber auch blackberry kann die maximal auf 500 € erhöhen *g*
    0
  • matthias wellendorf
    Ja der Preis treibt echt die Tränen in die Augen. Gerüchte von einem Nachlass nach dem MWC haben sich bisher leider noch nicht bewahrheitet.
    0
  • RESTless
    Ich bin bisher sehr zufrieden, einzig die DTEK-App ist ne Enttäuschung, ich kann mir ansehen wie Whatsapp meine Kontakte alle zwei Minuten liest, jedoch nichts dagegen tun. Na gut und Qi hätte man ruhig in alle Versionen einbauen können bei dem Preis, Europa ist wieder aussen vor. Aber die Berechtigungen reicht dann das 6.0 Update nach.
    0
  • Tesetilaro
    vorschlag, deinstallier WA -.-
    0
  • bombinho
    Fail, schade, der Priv haette mich wirklich interessiert. Aber die Kombo aus OLED-Bildschirm und fest verbautem Akku macht zwar Sinn, weil der Bildschirm am Lebensende des Akkus mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls mit viel Glueck noch ueber 50% seiner Leuchtstaerke oder in diesem Fall Leuchtschwaeche hat.

    Aber einen Wegwerf-Blackberry fuer den Preis?

    Ich hoffe immer noch, dass Blackberry es schafft, ein vernuenftiges Telefon mit LCD und Wechselakku auf die Beine zu stellen, ob OS10 oder Android ist mir fast egal. Ich brauche ohnehin ein Androidgeraet fuer mobile Kartenzahlung.

    Die Fertigungs- und Designqualitaet bis zum Z10 war unglaublich, was meine alten Blackberrys alles klaglos mitgemacht haben im Vergleich zu Androidtelephonen ist erstaunlich. Wenn ich da an das wasserdichte Z3 denke, welches einen Riss in der Displayecke alleine vom Transport in der Hosentasche bekam... Sony haelt es offensichlich nicht fuer noetig, die Raender des Displays zu fixieren oder ich hatte ein Montagsmodell. Das Z10 (in der selben Tasche) ist nach wie vor in 1a Zustand.

    Wie ist die Qualitaet des Priv im Vergleich zu den Mitbewerbern?
    0