bq Aquaris 4.5 Ubuntu Edition: Alternative zu Android und iOS?

Viel Platz im Datenspeicher, durchwachsene Kamera

Ubuntu für schwache Hardware gut geeignet

An die Hardware-Leistung des Mediatek MT6582 können prinzipiell keine großen Ansprüche gestellt werden. Der Prozessor verfügt über vier CPU-Kerne, die mit einer Taktgeschwindigkeit von 1,3 GHz zu Werke gehen und dabei von einem ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher unterstützt werden. Auch die im Chip integrierter Grafikeinheit - eine Mali 400 - hat ihre großen Zeiten längst hinter sich, auch wenn sie in diesem Fall mit zwei Grafikkernen aufwartet.

Allerdings kann Ubuntu Touch mit dem schmalen Leistungsspektrum deutlich besser umgehen als Android, bei dem es bei vergleichbaren Smartphones schon beim Wechsel zwischen den einzelnen Bildschirmen zu erheblichen Rucklern kommt. Davon ist zwar auch das Aquaris E4.5 nicht ganz frei, doch macht das Betriebssystem einen deutlich flüssigeren Eindruck.

Dass dieser Eindruck nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist zeigt ein Blick auf den Vergleich der Benchmarkergebnisse - auch wenn zur Bewertung lediglich die üblichen Browserbenchmarks zur Verfügung stehen. In diesen schneidet das Ubuntu-Smartphone allerdings durchweg besser ab. An manchen Stellen sind die Differenzen erheblich. Weil bei Ubuntu in starkem Maße auf Apps gesetzt wird, die auf webtechnologien basieren, dürfte an dieser Stelle auch der Grad der Optimierung etwas höher sein.


bq Aquaris E4.5 Ubuntu Edition
Archos Platinum 52
Futuremark Peacekeeper:571 Punkte
579 Punkte
Google Octane 2.0:2325 Punkte2134 Punkte
Rightware Browsermark 2.1:-
870 Punkte
Sunspider 1.0.2:1594,4 ms
1849,7 ms
Webxprt 2015:
39 Punkte
-

Vom acht Gigabyte großen Speicher bleibt nicht viel übrig

Etwas enttäuschend ist die Größe des verfügbaren Speichers: Das Aquaris E4.5 bringt standardmäßig einen acht Gigabyte großen Flash-Speicher mit, von dem allerdings nicht einmal mehr fünf Gigabyte als zur Verfügung stehend angezeigt werden. Tatsächlich sind es jedoch nur noch 3,89 Gigabyte, auf denen der Nutzer eigene Daten unterbringen kann - da kann dieser schon fast froh darüber sein, dass das Angebot an Apps klein und die Verlockung, den Speicher mit Anwendungen zu überfrachten, gering ist.

Zu Gute halten muss man Canonical überdies, dass die Installation bereits die wesentlichen Anwendungen für den Alltag mitbringt. Immerhin bringt das Smartphone einen Einschub für maximal 32 Gigabyte große SDHC-Speicherkarten mit.

Akkulaufzeit: Kein Langläufer

Eines der wesentlichen Argumente für oder gegen ein Smartphone ist der Umgang mit den vorhandenen Energiereserven, der letztlich vom Zusammenspiel von Hard- und Software bestimmt wird - und an dieser Stelle kann sich die Verbindung aus bq-Smartphone und Ubuntu Touch keiner großen Taten rühmen.

Nach einer Stunde im Browser wird noch ein Füllstand von 82 Prozent angezeigt. Beim Videodauertest wird eine Abspielzeit von lediglich vier Stunden und 27 Minuten erreicht. Auch wenn gerade der letzte Wert etwas relativiert werden muss, weil das Display mit voller Helligkeit betrieben wurde, kann das Smartphone den vergleichsweise hohen Energiebedarf nicht übertünchen. Dies dürfte nicht zuletzt an dem Mediatek-SoC liegen, das schon in frühreren Tests mit einem recht hohen Energiebedarf angesichts der gebotenen schmalen Leistung aufgefallen ist.

Kamera: Vorne hui, hinten pfui

Bei der Fotofunktion gibt es zwischen einem Android- und einem Ubuntu-Smartphone, das im Einsteigerbereich angesiedelt ist, keine großen Qualitätsunterschiede. In dem Aquaris E4.5 steckt eine Hauptkamera mit einer Auflösung von acht Megapixeln - und das ist heutzutage schon zahlenmäßig nicht mehr viel. Auch wenn die schiere Pixelanzahl kein Qualitätskriterium ist, ist auch die reelle Leistung des Sensors kein Aushängeschild, denn schon in der Standardauflösung gehen farblich ähnliche Details in einem einheitlichen Brei unter.

Dass bei Ubuntu Touch OS noch nicht alles so funktioniert, wie es soll, wird einmal mehr bei der Videofunktion deutlich, die eigentlich über einen Zoom verfügt bzw. den Regler für die Größeneinstellung auf dem Display anzeigt - dieser reagiert auf Eingaben jedoch nicht. Ein echter Beinbruch ist das aber nicht. Denn ähnlich wie die Fotos ist auch die Qualität der Bewegtbildaufnahmen nicht sonderlich groß.

Dies beginnt schon damit, dass die Kamera Schwierigkeiten mit der automatischen Scharfstellung hat, wenn Bilder aus einem Schwung heraus aufgenommen werden. Es wird versucht, die Kontraste künstlich zu erhöhen, indem dunkle Farbbereiche übermäßig hervorgehoben werden - tatsächlich aber verschwimmen feine Konturen in den Aufnahmen. Insgesamt entspricht die Leistung aber dem, was man in dieser Leistungsklasse erwarten kann - ob mit oder ohne Ubuntu.

bq Aquaris E4.5 Ubuntu Edition

Die Aufnahmen mit dem Frontsensor können im Gegensatz zur Hauptkamera durchaus überzeugen, was nicht zuletzt an der vergleichsweise hohen Auflösung von fünf Megapixeln liegt. Die Bilder haben eine ordentliche, wenn auch nicht überragende Schärfe und kräftige Farben. Dies gilt selbst bei mäßigen Lichtverhältnissen, etwa in Innenräumen.

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1 Kommentar
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  • samserious
    Hoffentlich mausert sich UbuntuOS und insbesondere dessen Angebot an Apps noch etwas. Aber was den angeblichen Google-Kontozwang anbelangt, klar gilt der für Endverbrauchergeräte ab werk. Aber wer CustomROMs ohne GApps flasht, der braucht natürlich keinerlei Konten (auch wenn die das Umziehen von eienr Rom zur anderen erheblich vereinfachen). Zu einer Sache möchte ich noch etwas loswerden:
    "[...] beliebte Apps wie WhatsApp Messenger fehlen[..]". Als ob sich WhatsApp für OpenSource-Software und deren Nutzer interessieren würde.

    Spotify ist da ja mit Linux etwas entgegenkommender, Messenger wie Telegram ohnehin, aber WhatsApp ist für mich der Inbegriff für Mainstream-SocialMedia-Verblödung überhaupt. Ein Messenger, der nichtmal Dateien schicken kann, aber Schnellfunktionen für Selfies hat -.-
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