bq Aquaris 4.5 Ubuntu Edition: Alternative zu Android und iOS?

Fazit: Testballon Ubuntu-Smartphone

Der große Reiz an dem bq Aquaris E4.5 ist definitiv das Betriebssystem, denn das Smartphone selbst ist nicht die Wucht. Zwar kann das gut verarbeitete, allerdings etwas kantige Gehäuse überzeugen und auch das Display ist - abgesehen von der eher mäßigen Auflösung - so schlecht nicht, doch unterm Strich ist es ein eher schlichtes Gerät mit begrenztem Speicher, lahmem Prozessor und einer nur mäßigen Kamera. Es eignet sich am ehesten für Sparfüchse, die kein großes Geld investieren wollen. Die Android-Version wird für deutlich unter 140 Euro angeboten.


Ubuntu Touch OS hinterlässt jedoch einen positiven Eindruck, der schon damit beginnt, dass das Betriebssystem einem eigenen Konzept folgt und nicht die Bedienung eines der großen Konkurrenzsystems nachahmt - einen Vorwurf, den sich etwa die Entwickler von Mozillas Firefox OS gefallen lassen müssen. Dabei wurde die Eigenständigkeit nicht nur um ihrer selbst willen ersonnen, sondern ist gut durchdacht. Zwar vermisst der Android- oder iOS-geprägte Nutzer den klassichen Home-Button, um auf den Startbildschirm zu gelangen, doch das ist in erster Linie eine Gewöhnungsfrage.

Allerdings ist die Alltagstauglichkeit (noch) eingeschränkt - und das liegt nicht nur daran, dass das Smartphone-Ubuntu an mancher Stelle noch nicht ganz so ausgereift daherkommt wie die mobilen Betriebssysteme von Apple, Google oder Microsoft. Vielmehr ist es das sehr begrenzte App-Angebot, das viele Nutzer stören dürfte, denn selbst Standarddienste sind nicht unbedingt verfügbar.

Doch Nutzer, die sich für ein zweites Smartphone interessieren oder sich aus den Klauen von Apple und Google befreien wollen, die versuchen, hohe Mauern um ihr Ökosystem zu errichten und - zumindest im letzten Fall - auch nicht davor zurückschrecken, die Daten auf eigenen Servern auszuwerten, bekommen mit Ubuntu Touch OS eine veritable Alternative.

Fazit

Wer experimentierfreudig ist, die Nase von gängelnden Betriebssystemanbietern voll hat und sich an schlichter Hardware nicht stört, der kann durchaus einen Blick auf das bq Aquarius E4.5 Ubuntu Edition werfen. Es ist - vor allem wegen des mangelnden App-Supports - ganz sicher noch nichts für jedermann, aber allemal eine erste Alternative zu den etablierten Branchengröße.

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1 Kommentar
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  • samserious
    Hoffentlich mausert sich UbuntuOS und insbesondere dessen Angebot an Apps noch etwas. Aber was den angeblichen Google-Kontozwang anbelangt, klar gilt der für Endverbrauchergeräte ab werk. Aber wer CustomROMs ohne GApps flasht, der braucht natürlich keinerlei Konten (auch wenn die das Umziehen von eienr Rom zur anderen erheblich vereinfachen). Zu einer Sache möchte ich noch etwas loswerden:
    "[...] beliebte Apps wie WhatsApp Messenger fehlen[..]". Als ob sich WhatsApp für OpenSource-Software und deren Nutzer interessieren würde.

    Spotify ist da ja mit Linux etwas entgegenkommender, Messenger wie Telegram ohnehin, aber WhatsApp ist für mich der Inbegriff für Mainstream-SocialMedia-Verblödung überhaupt. Ein Messenger, der nichtmal Dateien schicken kann, aber Schnellfunktionen für Selfies hat -.-
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