bq Aquaris 4.5 Ubuntu Edition: Alternative zu Android und iOS?

Mit dem vergleichsweise einfachen und günstigen Smartphone Aquaris E4.5 versucht bq Nutzer von Ubuntu Touch OS zu überzeugen, der mobilen Variante des beliebten Linux-Derivats Ubuntu.

Derzeit ist der Smartphone-Markt an Langeweile kaum noch zu überbieten: Selbst Modelle großer Hersteller wie HTC, LG oder Sony muten neben der Masse an iPhones und Samsung-Galaxy-Geräten fast schon wie Exoten an - und neben Googles Android und Apples iOS fristen alle anderen mobilen Betriebssysteme ein klägliches Nischendasein. Nicht einmal Microsoft konnte bisher die Dominanz der beiden Plattformen wirklich brechen.

Dementsprechend schwer haben es neue Anbieter. Zu dieser Kategorie zählt auch der spanische Hersteller bq, der seit letztem Jahr auch hierzulande Fuß zu fassen versucht und dabei zunächst auf die Preis-Leistungs-Karte setzte. Einen echten Marketing-Coup landete bq jedoch mit der Ankündigung des ersten Smartphones, das Ubuntu als Betriebssystem nutzt, und das anfänglich nur in einzelnen, jedoch stets ausverküften Schüben unters Volk gebracht wurde. Mittlerweile hat sich die Anfangseuphorie gelegt und das Ubuntu-bq kann frei gekauft werden. Doch besteht es auch im Alltag?

Ubuntu: Clevere Verkaufsstrategie für schlichte Hardware?

Fest steht, dass die technische Basis des Ubuntu-Smartphones nicht als Erklärung für den Erfolg des Geräts ausreicht. Denn das Aquarius 4.5 (hier unser Test des Aquarius E5 FHD) ist auch in einer Version mit Android als Betriebssystem erhältlich und reiht sich in der unteren Mittelklasse ein. Dieses Paket bietet kaum genügend Attraktivität für Enthusiasten, denn die technische Ausstattung haut anspruchsvolle User nicht gerade aus den Socken.

Schon das eher kleine 4,5-zöllige Display mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln begeistert nicht wirklich. Die daraus resultierende Pixeldichte von 245 ppi ist ein deutlicher Indikator, dass bei der Schärfe Abstriche gemacht werden müssen: Feine Details geraten unscharf, bei Rundungen treten die typischen Treppcheneffekte auf. Allerdings ist an dem Bildschirm längst nicht alles schlecht: Die durchschnittliche Leuchtdichte liegt bei 407 cd/m², wobei wir den Maximalwert mit 421 cd/m² und den Minimalwert mit 381 cd/m² gemessen haben.

Beim Prozessor vertraut der Hersteller auf ein SoC aus dem Hause Mediatek, das vier mit 1,3 GHz getaktete CPU-Kerne besitzt und dem ein Gigabyte RAM zur Seite steht; der Datenspeicher ist acht Gigabyte groß. Mit einer Auflösung von acht Megapixeln ist die Hauptkamera des Smartphones ebenfalls kein Ausbund an Leistungsfähigkeit. Für Videotelefonie und Selfies steht eine Frontkamera mit einer Auflösung von fünf Megapixeln bereit.

Abstriche müssen auch bei den Möglichkeiten zur Datenübertragung gemacht werden. In WLAN-Netzen funkt das bq-Smartphone auf Basis der n-Spezifikation, unterwegs werden Daten lediglich in 3G-Netzen übertragen. Auf den schnellen LTE-Standard muss man verzichten.

Klobige Kiste aus schwarzem Kunststoff

Das Ganze steckt in einem recht klobigen Gehäuse mit Abmessungen von 13,7 x 6,7 x 0,9 cm und vergleichsweise fetten Displayrändern, das mit seinen recht scharfen Kanten nur deshalb nicht gänzlich unangenehm in der Hand liegt, weil das Gewicht mit 123 g vergleichsweise niedrig ist. Und trotz des recht niedrigen Kampfgewichts sorgt der viele Kunststoff, aus dem die Außenschale besteht, für eine gute Stabilität - das Smartphone verwindet sich auch unter Druck kaum.

Die Begeisterung über die Fähigkeiten als Mediaplayer halten sich in Grenzen - und das nicht nur aufgrund des mäßig auflösenden Blidschirms. Zwar stecken im unteren Rand gleich zwei Boxen, doch deren Möglichkeiten sind limitiert.

Technische Daten

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1 Kommentar
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  • samserious
    Hoffentlich mausert sich UbuntuOS und insbesondere dessen Angebot an Apps noch etwas. Aber was den angeblichen Google-Kontozwang anbelangt, klar gilt der für Endverbrauchergeräte ab werk. Aber wer CustomROMs ohne GApps flasht, der braucht natürlich keinerlei Konten (auch wenn die das Umziehen von eienr Rom zur anderen erheblich vereinfachen). Zu einer Sache möchte ich noch etwas loswerden:
    "[...] beliebte Apps wie WhatsApp Messenger fehlen[..]". Als ob sich WhatsApp für OpenSource-Software und deren Nutzer interessieren würde.

    Spotify ist da ja mit Linux etwas entgegenkommender, Messenger wie Telegram ohnehin, aber WhatsApp ist für mich der Inbegriff für Mainstream-SocialMedia-Verblödung überhaupt. Ein Messenger, der nichtmal Dateien schicken kann, aber Schnellfunktionen für Selfies hat -.-
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