bq Aquaris X5: Langlebigkeit vs. schiere Leistung und Feature-Wahn

Gehäuse, Display und Ton

Solide muss nicht hässlich sein

Die Grundlage jedes guten Smartphones ist die Außenschale: Kann sie hinsichtlich ihrer Haptik und Verarbeitung überzeugen, hat ein Hersteller schon die Hälfte gewonnen - vor allem dann, wenn er nicht mit einem großen Namen punkten kann. Dies scheint bq verstanden zu haben.

Die Außenschale bewegt sich mit einer Grundfläche von 14,4 x 7,1 Zentimetern auf Klassendurchschnitt, die Bauhöhe ist mit 0,75 Zentimetern angenehm flach. Mit einem Kampfgewicht von 148 Gramm ist das Aquaris X5 zwar keine leichte Erscheinung mehr, wirkt in der Hand aber auch noch nicht wie die Reinkarnation eines Backsteins und schmeichelt an dieser Stelle überdies mit seinen abgerundeten Ecken.

Die Verarbeitung ist rundum gelungen: Der Metallrahmen, der Ober- und Unterseite umfasst, gibt viel Halt, sodass Verwindungen nicht auszumachen sind. Die auf der rechten Seite platzierten Tasten sind für Rechtshänder gut erreichbar und gefallen ebenfalls mit Blick auf die Umsetzung: Sie ragen nicht zu weit aus der Gehäuseseite heraus und sparen sich unschönes Klappern.

Optisch ist das Smartphone schlicht gehalten und orientiert sich mit dem nach außen gewölbten Seiten am aktuellen Gestaltungstrend. Auch die Anordnung des Lautsprechers und Gestaltung der Öffnung in der unteren Stirnseite des Rahmens erinnert stark an die Umsetzung beim aktuellen iPhone 6 oder Samsungs Galaxy S6.

Allem Anschein nach sagen sich die Spanier, dass man bei der Optik nicht viel falsch machen kann, wenn man sich erfolgreiche Konzepte der Konkurrenz zum Vorbild nimmt - und ganz falsch liegen sie damit nicht.

Display: Starke Farben und Kontraste, kräftige Reflexion

Full-HD-Displays sind in der Mittelklasse längst nichts ungewöhnliches mehr und selbst bei Smartphones unter 250 Euro gelegentlich anzutreffen. Der Mehrwert ist an dieser Stelle allerdings fraglich. Auch wenn die Kosten für die Panels offensichtlich immer günstiger werden, ist ihr Einsatz bei Smartphones der Fünf-Zoll-Klasse zumindest im mittleren und unteren Leistungsbereich doch nur mäßig sinnvoll.

Denn mit 294 ppi ist die Pixeldichte auch beim HD-Display des Aquaris X5 immer noch hoch genug, dass Schriften und Symbole gestochen scharf auf dem Bildschirm angezeigt werden. Lediglich Nutzer, die die Anschaffung einer VR-Brille erwägen, werden mit dem Panel an Grenzen stoßen: Bei Brillen, die das Display des Smartphones verwenden, ist eine Auflösung von wenigsten 1080p - eigentlich mehr - empfehlenswert.

bq setzt bei seinem IPS-Panel eher auf andere Werte. So legt der Hersteller Wert darauf, dass die Quantum+-Technologie zum Einsatz kommt, die für eine verbesserte Farbwiedergabe und für eine 85-prozentige Abdeckung des NTSC-Farbraums sorgen sol. Die Farben wirken tatsächlich angenehm kräftig und auch die Kontraste können überzeugen. Eine höhere Auflösung vermissen wir hier nicht.

Allerdings könnte die Hintergrundbeleuchtung noch etwas leistungsstärker sein: Mit einer durchschnittlichen Leuchtdichte von 338 cd/m² ist das Panel zwar nicht dunkel, doch echte Sonnenanbeter dürften sich etwas mehr wünschen, zumal das bq-Display recht stark reflektiert.

Beim Telefonieren wie bei der Medienwiedergabe brauchbar

Der auffällig inszenierte Lautsprecher in der unteren Stirnseite sorgt für einen brauchbaren Sound bei der Wiedergabe von Mediendateien. Die Höhen sind zwar deutlich übersteuert und die Bässe wie zu erwarten mager, doch die das gesamte Klangbild ist verhältnismäßig ausgeglichen.

Beim Telefonieren erweist sich das X5 auf den ersten Blick als passabler Begleiter. Wird das Aquaris X5 klassisch ans Ohr gehalten, wird das Gespräch etwas dumpf übertragen und wirkt dadurch auch bei maximaler Lautstärke etwas leise.

Die Lautstärke ist auch dann nicht die höchste, wenn Lautsprecher und Mikrofon als Lautsprecher verwendet werden. Allerdings werden die Gespächsbeiträge des Gegenübers dann sehr klar und ohne Verzerrungen weitergeleitet, was für eine hohe Verständlichkeit sorgt. Dazu trägt auch die minimale Übersteuerung der Höhen bei. Dank eines Austauschgeräts kamen schließlich auch die Wortbeiträge beim Gegenüber an.

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2 Kommentare
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  • tyssiwac
    Da ich grundsätzlich mein Handy länger nutzen will, las sich alles ganz toll bis zu dem Punkt "fest verbauter Akku". Wie kann der Hersteller 5 Jahre Garantie geben (von der der Akku wohl ausgenommen sein wird) und dann den Akku fest verbauen? Verstehe ich nicht.
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  • Nomnom
    Fest verbauter Akku ist allerdings auch relativ. In einem Produktvideo von BQ (https://www.youtube.com/watch?v=TPFn3yqWyv4#t=87 bei 3.04min) sieht man, dass der Akku direkt unter dem Plastikrückdeckel liegt. Es dürfte eine Leichtigkeit sein diesen nach 2 Jahren auszutauschen. Ich habe das Gerät seit kurzem und es ist wirklich der Wahnsinn. Mehr Smartphone braucht wirklich kein Mensch.
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