bq Aquaris X5: Langlebigkeit vs. schiere Leistung und Feature-Wahn

Kamera und Fazit

Kamera zeigt die übliche Schwächen des Sony-Sensors

Die Leistungen des Aquaris X5 beim Fotografieren entsprechen den Erwartungen. Mit dem Qualcomm Snapdragon 412 ist der Sony-Kamerasensor XM214 verbunden, der dementsprechend auch in einer Vielzahl von Konkurrenzmodellen steckt.

Damit sind auch die grundlegenden Eigenschaften vergleichbar: Die Farben sind durchaus brauchbar, die Kontraste eher mittelprächtig. Die größten Schwierigkeiten hat der Sensor allerdings mit Licht: In der automatischen Einstellung werden Bilder schnell zu dunkel wiedergegeben. Nur gut, dass hier einfach manuell nachgesteuert werden kann.

Eine kleine Besonderheit findet sich dann doch noch: Der Hersteller setzt auf eine sechsfache Vergrößerung. Ein echter Mehrwert im Vergleich zum meist zur Verfügung gestellten vierfachen Zoom lässt sich jedoch nicht feststellen. Die Aufnahmen können - je nach Situation - auch noch bei dreifacher Vergrößerung überzeugen, darüber hinaus verlieren sie jedoch schnell an Halt und werden zusehends matschiger.

Auch bei Videoaufnahmen hat der Sensor Schwierigkeiten, automatisch die richtige Helligkeit zu finden und benötigt dabei seine Zeit. Schlimmer wirkt sich jedoch an dieser Stelle der große Zoom aus, der beim Maximum zu einem bis zur Unkenntlichkeit verpixelten Motiv führt. Die kleinen Sprünge während der einzelnen Vergrößerungsstufen dürften versierten Hobbyfilmern ebensowenig gefallen.

bq Aquaris X5 Testvideo

Der Frontsensor zeigt, dass fünf Megapixel für die Aufnahme von Eigenporträts theoretisch völlig ausreichen. Die Farben sind natürlich, die Detailschärfe ist brauchbar und auch die Kontraste sind ordentlich. Allerdings könnte die Helligkeit etwas höher sein, zudem nimmt mit schlechter werdendem Umgebungslicht das Bildrauschen zu.

Fazit

bq will Smartphones herstellen und anbieten, die weniger mit einer reichhaltigen Liste von Spezifikationen überzeugen, dafür aber im Alltag überzeugen - und das langfristig, wie nicht zuletzt eine Herstellergarantie von fünf Jahren zeigt. Das verlangt schon nach etwas Vertrauen in die Haltbarkeit. Tatsächlich ist die Verarbeitung des modisch gestalteten X5 eines der großen Pfunde, mit denen es wuchert: Das Gehäuse bq-Smartphone wirkt rund herum hochwertig.

Auch der Bildschirm gefällt mit seinen kräftigen Farben und Kontrasten, auch wenn - bq-typisch - ein Panel mit einer recht stark glänzenden Oberfläche verbaut wird.

Die darüber hinaus zum Einsatz kommende Technik entspricht dem aktuellen Standard und leistet solide Dienste. Echte Überraschungen können nicht erwartet werden. Das Aquaris X5 ist ein grundsolides Gerät, dass für Nutzer gemacht ist, die ein Smartphone in erster Linie als Kommunikationsmittel verwenden.

Dies wird auch durch das Betriebssystem unterstrichen. Der Mehrwert, den die von Cyanogen bereitgestellte Android-Variante liefert, mag sich im Vergleich zu anderen Installationen (wie auch der Basis-ROM) zwar in Grenzen halten, allerdings dürfte die Versorgung mit Updates auf diesem Weg deutlich länger sichergestellt sein als bei anderen Modellen der Mittelklasse, die oftmals keine weitere Aktualisierung erhalten.

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2 Kommentare
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  • tyssiwac
    Da ich grundsätzlich mein Handy länger nutzen will, las sich alles ganz toll bis zu dem Punkt "fest verbauter Akku". Wie kann der Hersteller 5 Jahre Garantie geben (von der der Akku wohl ausgenommen sein wird) und dann den Akku fest verbauen? Verstehe ich nicht.
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  • Nomnom
    Fest verbauter Akku ist allerdings auch relativ. In einem Produktvideo von BQ (https://www.youtube.com/watch?v=TPFn3yqWyv4#t=87 bei 3.04min) sieht man, dass der Akku direkt unter dem Plastikrückdeckel liegt. Es dürfte eine Leichtigkeit sein diesen nach 2 Jahren auszutauschen. Ich habe das Gerät seit kurzem und es ist wirklich der Wahnsinn. Mehr Smartphone braucht wirklich kein Mensch.
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