CAT S40: Robustes Smartphone für Outdoor-Fans und Handwerker

Verarbeitung, Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Verarbeitung

Bei einem Rugged-Smartphone werfen wir als erstes natürlich einen Blick aufs Gehäuse und die speziellen Schutzmaßnahmen, die es von einem gewöhnlichen, eher empfindlichen Smartphone unterscheiden. Umgeben ist das sensible Innenleben von einem massiven Kunststoffgehäuse, das einen äußerst stabilen Eindruck hinterlässt. Die geriffelte Rückseite sorgt auch bei nassen Händen für guten Halt und es gibt nur mechanische Tasten, was der Bedienung mit kalt gefrorenen Fingern oder mit Handschuhen sehr entgegenkommt.

Alle Buchsen und Slots sind von hochwertigen Klappen geschützt. Um der Robustheit auch optisch Ausdruck zu verleihen, lässt der Hersteller insgesamt zehn Innensechskant-Schrauben "offen liegen" - dadurch wirkt das S40 noch martialischer, noch widerstandsfähiger. Der Gehäuserahmen steht ein wenig über, sodass die Displayscheibe bei Stürzen besser geschützt werden soll.

Diese ganzen Maßnahmen tragen natürlich nicht dazu bei, ein Smartphones besonders leicht und kompakt zu machen. Mit seinen 12,5 Millimetern Bauhöhe und einem Gewicht von 185 Gramm ist das CAT S40 aber längst nicht der schwere Brocken, den man beim ersten Anblick vermutet. Dennoch wiegt etwa das Samsung Galaxy Xcover 3 gut 30 Gramm weniger und baut nur zehn Millimeter hoch.

Wenn ein Smartphone besonders robust ist, zählt es meistens nicht gerade zu den stärksten, was die Leistung betrifft. Das ist beim CAT S40 nicht anders: Für die Rechenleistung sorgt ein recht moderner Vierkern-Prozessor von Qualcomm. Der Snapdragon 210 besitzt vier Rechenkerne, die mit jeweils 1,1 GHz Takt arbeiten. Dem Prozessor zur Seite steht eine Adreno 304, die ebenfalls eher dem Einsteigersegment zuzuordnen ist. Der Arbeitsspeicher ist - recht angemessen - ein Gigabyte groß, der interne Speicher misst immerhin 16 Gigabyte und lässt sich um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

Dank des modernen SoCs bringt das CAT S40 die Unterstützung für zwei vollwertige SIM-Slots mit. Vollwertig heißt in dem Fall, dass beide Slots die volle LTE-Cat.4-Geschwindigkeit mit bis zu 150 MBit/s im Downstream und maximal 50 MBit/s im Upstream erreichen. Zum Einsatz kommen dabei zwei Nano-SIMs, die sich einen gemeinsamen Kartenschlitten teilen. Damit eignet sich das S40 auch für User, die Berufliches und Privates gerne trennen, ohne gleich zwei Smartphones besitzen zu müssen. Auch bei Auslandsreisen kann sich ein zweiter SIM-Schacht schnell bezahlt machen.

Das auf dem SoC untergebrachte WLAN-Modul ist mit Single-Band nach 802.11b/g/n nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Bluetooth ist hingegen mit Version 4.1 topaktuell. Der USB-2.0-Port versteht sich dank OTG auch auf externes Zubehör wie Tastaturen. Abgerundet wird die Ausstattung von einem aGPS-Sensor mit GLONASS-Support.

Mit "super bright" beschreibt Cat Phones das IPS-Display des CAT S40. Ob das zutrifft, werden wir im Verlauf des Artikels noch klären. Fest steht jedenfalls, dass der Bildschirm 4,7 Zoll in der Diagonalen misst und eine recht magere Auflösung von 960 x 540 Pixeln (qHD) - also ein Viertel der Full-HD-Auflösung - wiedergibt.

Wer viel in der freien Wildbahn unterwegs ist, will bestimmt auch das eine oder andere Foto schießen. Auch hier ist das S40 etwas stärker ausgerüstet als das Xcover 3 – zumindest, was die Hauptkamera betrifft. Die löst immerhin mit acht Megapixeln auf, die Frontknipse schafft wie beim Samsung-Konkurrenten nur zwei Millionen Bildpunkte.

Bedienung und Handhabung

Im Gegensatz zum Xcover 3 von Samsung, das noch mit Android 4.4 ausgeliefert wird, setzt Cat Phones bei seinem jüngsten Spross auf die zum Testzeitpunkt neueste Version des Google-OS, Android 5.1 Lollipop. Wie es mit einer späteren Update-Versorgung aussieht, können wir nicht abschätzen. Samsung hat sich da zumindest als relativ flott erwiesen.

Die Bedienung von Android Lollipop gibt auch Smartphone-Neulingen keinerlei Rätsel auf. Hinzu kommt, dass beim CAT S40 alle Bedienelemente auch mechanisch vorhanden sind. Auf im Display eingeblendete Symbole und virtuelle Tasten verzichtet das Rugged-Phone. Das ergibt angesichts des breiten Einsatzgebietes auch Sinn. Denn mit Handschuhen, steif gefrorenen oder nassen Fingern lassen sich virtuelle Tasten nur schwer zuverlässig bedienen.

Im Rahmen unseres Tests nahmen wir das CAT S40 auch auf einen Familienausflug ins nahe gelegene Freibad mit, um seine Qualitäten unter Realbedingungen zu überprüfen. Dabei durfte ein Bad im etwa 40 Zentimeter tiefen Kinderbecken natürlich nicht fehlen. Eindringendes Wasser konnten wir nicht feststellen, selbst die leichte Strömung des Wassers ließ das Rugged-Phone unbeeindruckt.

Bei entsperrtem Display zeigten sich jedoch wiederkehrende "Phantom-Eingaben". So öffneten sich beispielsweise Apps oder die Homescreens wurden wie von Geisterhand durchgeblättert. Eine sinnvolle Funktion unter Wasser ist also nicht vorhanden, aber sicher auch nicht gewollt. Die Wasserdichtigkeit ist aber offensichtlich gegeben, denn wir konnten keinerlei Fehlfunktionen nach dem Bad feststellen.

Das Samsung Galaxy Xcover 3 hatte indes schon mit der einen oder anderen Schwierigkeit zu kämpfen – zumindest vorübergehend. Dafür überstand das Xcover 3 den Falltest nahezu schadlos - ganz im Gegensatz zum CAT S40: Ein erster Sturz aus etwa 1,5 Metern Höhe auf einen Fliesenboden konnte dem S40 überhaupt nichts anhaben. Daher gingen wir davon aus, dass das CAT-Phone im normalen Alltag nichts so schnell aus der Ruhe bringen könnte.

Doch falsch gedacht: Bei einem unbeabsichtigten Sturz aus der Hosentasche – also aus etwa 1,2 Metern Höhe – auf Steinplatten splitterte das Display, ausgehend von der rechten oberen Ecke.

Da wir weder einen Stein noch eine spitze Ecke entdecken konnten, gehen wir von einem bauartbedingten Problem aus, das hoffentlich nur unser Testgerät betrifft. Wir vermuten, dass die Glasscheibe ungünstig unter Spannung stand und daher schon eine relativ geringe Krafteinwirkung zum Splittern führte.


Natürlich haben wir dem Hersteller die Möglichkeit zu einer Stellungnahme gegeben. Zitat:

"Die Leistung der Bildschirme von Cat-Handys ist ein Bereich, in dem die Bullitt Group konstant bemüht ist, noch stärker zu werden. Das Cat S40 wird rigoros, über Mil Spec 810g (1,2 m) getestet (wir testen aus einer Höhe von 1,8 m), und nutzt die neueste Version von Corning Gorilla Glass (GG4). Dabei wird das Cat S40 26 Mal auf eine Stahlplatte aus einer Höhe von 1,8 Meter fallen gelassen.

Trotz der strengen Tests, die Bullitt durchführt, können Bildschirme, wie alle Glasobjekte, natürlich auch mal brechen. Auf Grund einer durchgeführten Analyse, können unsere Ingenieure die Art der Umgebung, in der das Telefon einen Sturz unbeschadet übersteht oder wo das Glas eher brechen wird, prognostizieren. Das Glas ist anfälliger auf unebenen Oberflächen, auf den der Bildschirm durch einen spitzen Gegenstand durchstoßen wird. Aus diesem Grund ist in jeder Box aller Smartphones, die an den Endverbraucher verkauft werden, eine Displayschutzfolie enthalten, die das Handy zusätzlich schützt.

Das Qualitätsmanagement wird sich Ihr Testgerät in den kommenden Wochen genauer anschauen, um die Ursache für den Display-Bruch zu analysieren und um festzustellen, ob es ein einmaliger Schaden ist oder mehr dahinter steckt.

Im Endkunden-Fall, bei dem ein Display-Bruch wie in Ihrer Situation entsteht, würde das Display kostenfrei ausgetauscht werden."

Der letzte Satz stimmt uns auf jeden Fall ein wenig versöhnlich.

Nichts zu bemängeln haben wir an der Sprachqualität des CAT S40. Auf beiden Seiten waren die Stimmen gut zu hören, wenn auch ein wenig synthetisch. Der eingebaute Lautsprecher eignet sich allerdings nur in ruhigen Umgebungen als Freisprecher.

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3 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • matsuo
    also doch nicht so wiederstandsfähig. schade.
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  • datasette
    Die Vorgänger sind mir bislang auch nur gespidert begegnet. Mein Nachbar hatte sein CAT bei Montagearbeiten kurzerhand in der seitlichen Hosentasche verschwinden lassen, wo es mit einem Bleistift aneinandergeriet. Beim ersten Hinhocken brachen erst der Stift, dann hörte er das Display knirschen. Er äußerte sich erstaunt darüber, wie leicht er es dann doch kaputt bekam. Ich maile ihm mal diesen Artikel, vielleicht verzichtet er auf eine Reparatur und bestellt sich dieses S40. Für die ganz rauen Einsätze gab es eigentlich nichts besseres als die Featurephones mit Plastikfenster über dem Display, physische Knöpfe und alles in einem wasserdichten Bumper.
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  • zarim
    Ich glaube das wird wohl auch noch bis Gorillaglas 20 dauert ehe man die Spider-App aus dem Store entfernen kann.
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