[CeBIT] Forscher messen Körperbelastungen durch Smartphones und Tablets

Ein Wissenschaftler-Team der Universität des Saarlandes stellt auf der diesjährigen CeBIT ein Verfahren vor, mit dem sich Muskel- und Gelenkbelastungen durch IT-Geräte wie Smartphones und Tablets ermitteln lassen.

Gerade in der digitalisierten Welt des 21. Jahrhundert führt mehrstündige Arbeit am PC und Smartphone zu Schmerzen im Nacken- und Handbereich. Auch die Gestensteuerung bei Spielekonsolen sowie das Ausstrecken des Armes verursachen Belastungen einzelner Körperpartikel – beim ausgestreckten Arm sprechen Fachleuten sogar vom "Gorilla-Arm".

Das Forscherteam um Myroslav Bachynskyi entwickelte nun eine Technik, mit der sich solche Bewegungen simulieren lassen. Bachynskyi ist Doktorand am Saarbrücker Exzellenzcluster und außerdem auch am Max-Planck-Institut tätig.

Dazu setzen die Wissenschaftler auf eine Mischung aus Motion-Capturing und biomechanischer Simulation. Zuerst nimmt das Team Bewegungsabläufe eines Probanden per Motion-Capturing auf und überträgt sie auf ein spezielles Analyse-Programm. Dabei macht der Proband typische Bewegungen wie das Wischen über ein Smartphone.

Foto: Oliver DietzeFoto: Oliver Dietze

Anschließend kann mit diesem Programms ermittelt werden, welche Körperteile auf welche Weise belastet sind. Dazu berücksichtigt die Simulation verschiedene Parameter wie Winkel und Stärke der Bewegungen.

So konnten Bachynskyi und sein Team schon viele interessante Erkenntnisse gewinnen. Sie fanden beispielsweise heraus, dass Bewegungen von links nach rechts sowie von oben nach unten den Körper weniger belasten als das Vor-und-Zurück-Wischen beim Smartphone oder Tablet.

Für die Wirtschaft können die Erkenntnisse von großem Nutzen sein. Einerseits können Hersteller die neuesten Geräte noch ergonomischer gestalten, andererseits könnten Arbeitgeber den Arbeitsplatz am PC optimieren, um körperlichen Beschwerden vorzubeugen.

Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hat ab dem 16. März auf der CeBIT in Halle 9 (Stand E13) dazu Gelegenheit.

Quellen:

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