Datenschutz und Umsteigerprobleme - Das Chromebook in der Praxis

Das Chromebook will immer Online sein und seine Daten in der Cloud abspeichern. Doch ist das wirklich kritisch? Und welche Probleme ergeben sich beim Umstieg? Wir haben es selbst getestet.

Bei dem Hype, der derzeit mit dem Wort “Cloud” verbunden ist, könnte man meinen, es handle sich um ein komplett neues Konzept. Alles soll aktuell in die Cloud: Daten, Informationen, Bilder, Filme, “Workflows” und andere marketingträchtige Schlagworte. Vor allem Google reitet auf dieser Welle mit - kein Wunder, bietet man doch diverse Dienste, die sich eben ausschließlich in der besagten Datenwolke befinden. Dabei war es eine andere Firma, die diesen Weg schon vorher einschlagen wollte.

Vor etwa sechs Jahren, machten erste Meldungen die Runde, dass Microsoft Kernprodukte wie Word und Excel zukünftig als Online-Anwendung plant. Eine lokale Installation der Software sei dann nicht mehr nötig und auch auf einen Kauf könne verzichtet werden. Ein Abonnement zur Nutzung der Dienste sei angestrebt, hieß es. Das erste Produkt folgte dann ein Jahr später im Februar 2006, aber entgegen der öffentlich geäußerten Gedankenspielen sowie der Namensgebung “Microsoft Office Live” war nichts von einer Online-Version der Produktivitätstools Word und Excel zu sehen. Microsoft Office Live war vielmehr eine Werkzeugsammlung um kleinen Arbeitsgruppen das Erstellen einer Webseite zu ermöglichen, Dokumente zu teilen und Kontakte zu verwalten.

Cloud-Computing mit dem Chromebook: Immer Online, immer alle Daten dabei.Cloud-Computing mit dem Chromebook: Immer Online, immer alle Daten dabei.
Microsoft hinkt hinterher

Wer zu diesem Zeitpunkt wirklich einen Online-Dienst zum Verfassen von Texten nutzen wollte, der musst auf Anbieter wie Think Free oder Upstartle setzen. Letzterer bot den Textverarbeitungsdienst Writely an, an dem Google sehr interessiert war was in letzter Konsequenz dann im März 2006 zu einer Übernahme führte. Die von Writely zur Verfügung gestellten Funktionen finden sich seit Oktober 2006 in Googles Online-Produkt “Texte und Tabellen” wieder, was im Englischen schlicht und eingängig als Google Docs betitelt wird.

Microsoft hat zwar inzwischen mit Microsoft Office 365 nachgezogen, womit die bereits 2005 geäußerten Visionen eines Online-Office letztlich Realität wurden, dennoch kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass Microsoft hier dem großen Konkurrenten Google hinterher läuft. Denn auch Google war in den vergangenen Jahren nicht untätig und hat nicht nur den Dienst Google Docs immer mehr erweitert, sondern man strebt in Mountainview offensichtlich eine allumfassende “Google-Experience” an.

Alles Google, oder was?

Bei den Suchmaschinen ist man seit Jahren Marktführer, im Geschäft mit Online-Werbung ebenso, und mit Android hat man den Markt der Smartphone- und Tablet-Betriebssysteme  erobert. Im Bereich der sozialen Netzwerke hat man unlängst mit Google+ ein Zeichen gegen die Microsoft-Beteiligung Facebook gesetzt und der Webbrowser Chrome aus dem Hause Google kann ebenfalls seine Marktanteile stetig erhöhen. Bleibt noch ein Gebiet, das bislang von Google nicht beackert wurde, nämlich das der PC-Betriebssysteme. Dies hat sich mit der Einführung des sogenannten Chromebooks geändert, das wir neulich im Test hatten.

Chromebook im Alltag

Über den erwähnten Test hinaus, bei dem wir im Rahmen des Möglichen unser Augenmerk hauptsächlich auf die Hardware gelegt haben, wollten wir natürlich auch wissen, wie es denn so ist, mit einem Chromebook zu arbeiten. Zudem gilt es auch vor dem Kauf einige Dinge zu bedenken, bevor man sich ein solches Chromebook ins Haus holt. Meine in diesem Fall zugegebenermaßen etwas subjektiven Eindrücke und Meinungen lesen Sie auf den nächsten Seiten.

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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Ohne Internet-Verbindung ist das Chromebook nutzlos. Dann lieber eins mit BS!
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  • Nette Zusammenfassung zum Chromebook.

    Ich für meinen Teil stimme doll-by-doll zu, ich würde mir eher ein normales Notebook zulegen, da kann ich mit Internet auch alle google Dienste nützen wenn ich will, und bin aber in anderen Bereichen nicht so eingeschränkt... aber dass muss jeder für sich entscheiden...

    ZU:

    > Hierbei wird vergessen, dass wir schon längst keinen Einfluss mehr
    > darauf haben, wer alles unsere Daten hat und wo sie hinterlegt sind.

    Das sehe ich nicht so. Genau diese Einstellung vieler Leute heutzutage finde ich lässt es überhaupt erst so weit kommen!
    Es stimmt schon, dass man auf Dritte nur teilweise Einfluss hat, aber man hat zumindest einen gewissen Einfluss auf sie bzw. man hat eine gewisse Wahl wen man welche Daten gibt...

    Man muss ja zb. nicht bei jedem blöden Gewinnspiel gleich seinen halben Lebenslauf hinterlassen...

    Und es macht schon einen großen Unterschied, ob man von sich selber jeden Sch... ins Internet stellt oder nicht.


    Mir ist klar, dass man im Internet nie völlig anonym ist, aber es gibt so nützliche Dinge wie, Anonym Proxy, 10-Minuten Mail, und die Möglichkeit falsche Mailadressen mit falschen Daten anzulegen, für so Dinge wie Foren, BGs, usw.

    Man muss nicht unbedingt ein I-phone nützen, und man kann die GPS-Ortung bei einem Handy ja auch deaktivieren, usw.


    Wenn man meinen Namen eingibt, findet man weder etwas bei google noch bei 123peolpe.at oder ähnlichen Seiten... das trifft sicher auf die Hälfte meine Freundeskreis nicht mehr zu...


    Ich habe zb. seit bald 15 Jahren die gleiche Handynummer und die gleiche Mail Adresse und habe diese über die Jahre auch schon an hunderte (wenn nicht sogar tausende) Leute weitergegeben, trotzdem hatte ich noch nie "Scherz-" oder andere "Nerv"anrufe und bekomme kaum Spam auf meine Mail Adresse (trotz deaktivierten Spamfilter). Es ist immer nur eine Frage wie man mit seinen Daten umgeht, und wem man sie gibt - jeder der von mir meine Nummer und/oder Mail bekam, weiß ganz genau, dass ich absolut dagegen bin, dass sie ohne vorherige Rückfrage an mich, an Dritte weiter gegeben werden. Genauso weiß jeder, dass ich umgekehrt auch immer erst beide Frage, bevor ich zb. einen Datenaustausch zwischen Freunden von mir mache...
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  • @doll-by-doll

    Ob nur ein Chromebook ohne Internet nutzlos ist, das liegt im Auge des Betrachters.

    Wenn ich den Rechner einschalte öffne ich zuerst den Browser und checke meine Mails. Manch einer wählt hierfür ein lokal installiertes Programm, z.B. Outlook, aber ohne Internetverbindung wird das auch nix. Die nächsten Schritte sind E-Mails beantworten, Feedreader und soziale Netzwerke checken sowie den Web-Stream meines Lieblingsradiosenders anwürflen. Mich mit Kollegen absprechen, was es neues gibt, an Telcos teilnehmen (meist über Skype) und anschließend Informationen sammeln, gegenprüfen, recherchieren. Der Großteil meines Arbeitstages spielt sich im Internet ab. Ohne Internetverbindung kann ich nicht arbeiten. Ist sicherlich ein Extrembeispiel, allerdings bin ich nicht der Einzige, denn meinen Kollegen hier und bei anderen Publikationen geht es genau so.

    Für mich ist daher nicht nur das Chromebook ohne Internet nutzlos, sondern jedes andere Gerät ebenso, sei es Desktop-PC, Tablet, Note- und Netbook oder Smartphone.

    @TGH1978

    Mit dem persönlichen Daten ist das so eine Sache. Du bist 33 Jahre alt, kommst aus Wien, bist gelernter Maschinenbauingenieur und zwischenzeitlich als Projektmanager tätig. Du spielst gerne auf der PS2 und auf dem PC. Zu deinen Lieblingsspielen gehören Warcraft III - Frozen Throne. Du bist sportlich, liest gerne und gehst ab und zu ins Kino.

    Liege ich falsch? Wenn nicht, dann lässt sich anhand dieser Vorgaben schon ein recht gutes Profil für speziell auf Dich zugeschnittene Werbung erstellen. Ob ich dann noch deine Telefonnummer habe, ist erst einmal egal.


    Edit: Muss natürlich "Ob nur ein Chromebook ohne Internet nutzlos ist, das liegt im Auge des Betrachters. " heißen.
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  • @mbinder

    Quote:
    Ob ein Chromebook ohne Internet nutzlos ist, das liegt im Auge des Betrachters

    Da gibt es nicht viel zu sehen!

    Samsung Chromebook: Test des Google-Notebooks mit Online-Zwang
    http://www.pcgames.de/Samsung-Firma-18781/GNews/Samsung-Chromebook-Test-des-Google-Notebooks-mit-Online-Zwang-834020/
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  • fazit: totgeburt
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  • Ich habe ja die Empfehlung Radio auf meinem Chromebook installiert. Leider bekomme ich beim Einschalten nur "Missing Plugins".
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