Schnell, klein und komplett? Samsungs Chromebox im Test

Ein Nettop mit Celeron-Prozessor für 329 Dollar, und die Software ist schon dabei? Klingt zu gut um wahr zu sein? Samsungs Chromebox macht es möglich und könnte dabei mit seiner schlanken Linie und dem Chrome OS den Markt für kleine Rechner aufwirbeln...

Es dürfte keinen unserer Leser überraschen, dass die meisten Redakteure bei Tom’s Hardware einen Gaming-PC besitzen – manche auch mehrere (das Schicksal meint es mit den Grafikkartentestern offenbar besonders gut). Zusätzlich finden sich bei uns aber auch noch kleinere Maschinen, die als HTPC oder Kinder-Computer dienen. Denn seien wir einmal ehrlich, nicht alle Aufgaben erfordern wirklich Multi-GHz-Mehrkern-Boliden – und das gilt in einigen Fällen auch für den redaktionellen Alltag.

Wir haben uns im Laufe der ersten Jahreshälfte schon mehrfach mit Nettops auseinandergesetzt, teils in Form einer Übersicht aktueller Nettop-Plattformen plus Nachzügler, teils als Einzeltest (Sapphire Edge-HD3) oder Familienvergleich (Shuttle XS35GTA V3/XS35 V3/XS36V). Dabei haben wir zu schätzen gelernt, dass diese kleinen Systeme trotz ihrer vergleichsweise mageren CPU-Ausstattung für einfache Aufgaben wie Korrespondenz, Surfen im Web und sogar die Wiedergabe von HD-Video ausreichen, wenn man auf die richtige GPU achtet.

Nettops an sich sind durchaus bezahlbar, egal ob als Barebone oder in der Variante mit Speicher und Festplatte/SSD an Bord. Allerdings fehlen ihnen dann immer noch eine Windows-7-Lizenz, eine Office-Suite und diverse andere Annehmlichkeiten, für die man Geld auf den Tisch legen müsste. So kommt schnell noch mal ein weiteres Sümmchen zusammen, wenn man sich in der Windows-Welt bewegen möchte.

Samsung zielt mit seiner Chromebox auf die beiden größten Schwächen der Nettop-Riege und liefert ein kleines Gerät, das potente Hardware enthält und keine weiteren Softwarekosten verursacht, um einsatzbereit zu sein. Die Chromebox wurde der Öffentlichkeit auf der I/O 2012 Konferenz vorgestellt und nutzt Googles Linux-basiertes und quelloffenes Chrome OS, das durchweg für den Einsatz mit Web-basierten Diensten ausgelegt ist. Auf den ersten Blick mag die Chromebox wie ein Nettop aussehen, doch in ihrem Innern steckt ein durchaus leistungsfähiger Zweikern-Celeron von Intel. Und weil Chrome OS zum Einsatz kommt, fallen für die Software keine weiteren Kosten an. So kann Samsung das Gesamtpaket für nur 329 US-Dollar anbieten. Hierzulande ist die Chromebox noch nicht erhältlich und wird vorerst nur in den Vereinigten Staaten und Großbritannien verkauft.

Nicht nur der Preis lässt aufhorchen, auch das Design der Chromebox weiß zu gefallen. Das Gerät trägt insgesamt sechs USB-2.0-Ports, von denen zwei an der Gehäusefront untergebracht sind. Auf USB 3.0 muss man allerdings verzichten. Ansonsten findet man vorn noch den Ein/Ausschalter und eine kombinierte Mikrofon/Kopfhörerbuchse.

An der Geräterückseite sind viele der weiteren Anschlussmöglichkeiten angeordnet, die man vom klassischen PC kennt. Dazu gehören ein Single-Link DVI-Anschluss und zwei DisplayPort-Buchsen, die zusammen bis zu zwei 30“-Displays antreiben können. Allerdings können die beiden Anzeigen aktuell aufgrund einer Software-Beschränkung nur gespiegelte Inhalte anzeigen; auf den erweiterten Desktop muss man noch warten. Doch dazu kommen wir gleich noch zu sprechen. Vier weitere USB-Ports, eine Gigabit-Ethernet-Buchse und der Stromanschluss runden das rückwärtige Anschlussfeld ab.

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1 Kommentar
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  • Die Idee hinter Chrome OS ist nicht schlecht: Ein schlankes System
    mit blitzschnellem Boot und gehosteten Anwendungen auf einem Rechner
    der dann nicht mehr wirklich viel Leistung braucht.
    Gut als Surfstation und gut für einfache Büroaufgaben.
    Der Preis ist relativ hoch. Für gleiches Geld bekommt man
    mittlerweile an jeder Ecke PCs und auch Laptops (Qualität ist sicher
    separat zu diskutieren)!
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