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Klangeindruck und Fazit

co:caine Sound Clash Urban Style - Blender oder Koks für die Ohren?
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Klangeindruck und Einsatzgebiete

Wer kein Headset bevorzugt, wird einen netten Allrounder vorfinden, mit dem man sogar vorzüglich spielen kann; aber der Reihe nach. Schließen wir das Teil doch einfach einmal an verschiedene Geräte an und warten, was passiert. Die Musik kommt sauber und differenziert am Trommelfell an, und man hört sehr schnell die Unzulänglichkeiten allzu optimistisch komprimierter Dateien. Ist die Quelle qualitativ hochwertig, kommen auch die Sound Clash zum Zuge und lassen einen schnell vergessen, dass man sich im Preisgefüge um die 40 Euro befindet. Im Detail liest sich das dann so:

Instrument / Quelle
Bewertung / Eindruck
Bassdrum / Kick / Pauke
Gute Laustärke-Reserven, saubere Abbildung, relativ trocken, kaum Nachschwingen, ausreichende Dämpfung, kein Dröhnen
Snare / Tom-Tom
Recht gut differenzierbar, leichte Abstriche im Zusammenspiel mit Saiteninstrumenten im Mitteltonbereich bei höheren Schallpegeln
Becken
Die Hi-Hat kommen sehr gut rüber, die Höhenwiedergabe ist insgesamt akzeptabel, die Crash-Becken werden durchschnittlich abgebildet, Slash-Becken etwas besser.
Bassgitarre / Kontrabass
Leichte Resonanzspitzen, aber gerade noch akzeptabel. Warmer und angenehmer Bass mit nur geringen Verzerrungen bei Vollaussteuerung.
Klavier / Flügel
Recht ausgewogenes Klangbild, leichte Abstriche im Mitteltonbereich, wenn das Fortepedal gedruckt wird (keine Dämpfung, Nachhall). Dann wirkt der Klang etwas teigig.
Streichinstrumente
Oberwellen werden kaum verfälscht (Geige, Bratsche), Schwächen im unteren Mitteltonbereich (Violoncello), siehe auch Klavier.
Blasinstrumente
Die Blechbläser wirken sehr transparent und authentisch, Holzbläser (Oboe) leiden etwas.

Einsatzgebiet
Bewertung
Unterhaltungsmusik
Sehr druckvolle Wiedergabe, sehr gut geignet vor allem für R'n'B und Disko-Pop. Transparente Gesangswiedergabe und eine hohe Aussteuerungsfestigkeit kommen auch diversen Hip-Hop Titeln entgegen, deren laute Beats die Stimmen bei minderwertigen Kopfhörer wegdrücken oder zu Verzerrungen führen können.
Musikwiedergabe Klassik/Orschester
Gemischte Gefühle. Vor allem bei zurückhaltender Kammermusik zeigen sich leichte Schwächen im Frequenzverlauf. Orchesterstücke klingen hingegen besser und auch die Lokalisierung der Instrumente ist befriedigend. Die Gesangswiedergabe ist gut und transparent.
Jazz, Vocals, Sonstiges
Gute bis sehr gute Eignung, solange nicht zu viel undifferenzierter Nachhall ins Spiel kommt. Live-Auftritte mit sehr vielen Nebengeräuschen sind nicht die Stärke der Sound Clash, aber gerade noch erträglich.
Filme
Nicht schlecht, hier wird man die hohe Aussteuerungsfestigkeit lieben. Wer einen Equalizer hat, sollte alles unterhalb 40 Hz dämpfen, wenn länger anhaltende Tiefstton-Sequenzen (z.B. Erdbeben, tosende Wassermassen o.ä.) zu erwarten sind. Kurzzeitige Impulse (Explosionen, Einschläge) werden perfekt weggesteckt.
Computerspiele
Sehr gute räumliche Abbildung, große Lautstärkereserven und ausreichende Tieftonwiedergabe
Hörspiele
Sehr gute Stimmenwiedergabe und Lokalisierung.
Gesamteindruck
Passable Allrounder ohne wirkliche Schwächen, dafür preiswert und laut

Fazit und Zusammenfassung

Dass man für ca. 40 Euro mit Kunststoffen leben muss und keine Echtleder-Polster erwarten kann, das sollte verständlich sein. Dafür sind die Sound Clash jedoch gut verarbeitet und machen auf meinen ersten und zweiten Blick einen soliden und brauchbaren Eindruck. Wiedergabe und Aussteuerungsfestigkeit stimmen am Ende, der Preis sowieso. Allerdings sollte man einen nicht zu kleinen Kopf besitzen, um das optimale Klangergebnis genießen zu können. Die Verstellung am Bügel hätte durchaus etwas Optimierung für kleinere bzw. schmalere Köpfe verdient, mir ist es hingegen egal, die Teile sitzen, wo sie hingehören. Womit ich auch beim Fazit angekommen wäre: viel Schalldruck für wenig Mäuse und kaum was zu meckern, wenn man sich mit em Äußeren anfreunden kann. Aber wer schaut beim Tragen schon in den Spiegel? Ich nicht. Außerdem wird es mit Sicherheit viele geben, denen das Design aus der Seele spricht. Das dürfte dann wohl auch die eigentliche Zielgruppe sein (und nicht ein zufällig involvierter Redakteur im mittleren Alter), die mit den Sound Clash Urban Style genau das vorfindet, was sie laut PR-Maschinerie auch gefälligst cool zu finden hat: laut, bezahlbar, stylisch und der Hat-nicht-jeder-Effekt.

Update:

Nach einem Leserhinweis haben wir den Sound Clash noch einmal mit dem Sony MDR-V 500 verglichen und festgestellt: Zufälle gibts... Die Ähnlichkeit ist jedenfalls kein Zufall, wenn man man auch beim zweiten Mal noch genauer hinsieht. Nur dass man für das Exemplar mit Sony-Audruck schnell mal 70 Euro hinblättern muss.

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